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Bad Sobernheim/Pferdsfeld

Windpark bei Bad Sobernheim: Noch sind nicht alle im Boot

Kurt Knaudt

Die für den Windpark Pferdsfeld zuständigen Vertreter der Münchner Betreiberfirma Baywa-re widersprechen Gerüchten, wonach auf die Pächter der landwirtschaftlich genutzten Flächen Druck ausgeübt worden sei oder wird, um ein zu häufiges Abschalten der sieben geplanten Windräder zu verhindern. „Wir hätten nichts davon, wenn wir das tun würden. Da ist nichts dran“, versicherten Projektleiterin Iva Jukic und Sascha Ehrenberg (Projektmanagement) auf Nachfrage des Oeffentlichen Anzeigers.

Auf dem freien Feld im Hintergrund oberhalb des früheren Flugplatzes Pferdsfeld soll eine der sieben, 200 Meter hohen Windenergieanlagen errichtet werden, verdeutlichen Iva Jukic und Sascha Ehrenberg.  Foto: Kurt Knaudt
Auf dem freien Feld im Hintergrund oberhalb des früheren Flugplatzes Pferdsfeld soll eine der sieben, 200 Meter hohen Windenergieanlagen errichtet werden, verdeutlichen Iva Jukic und Sascha Ehrenberg.
Foto: Kurt Knaudt

„Wir haben das auch gehört. Es wäre bedauerlich, wenn einzelne das so empfinden würden. Aber uns selbst hat bisher niemand unlautere Mittel vorgeworfen“, betonen sie Richtig sei, dass man versuche, die landwirtschaftlichen Arbeiten in dem Bereich des Windparks zu koordinieren. Denn mit der im April 2017 erteilten Genehmigung ist die Auflage verbunden, dass die Rotoren von März bis Oktober während der Tätigkeiten wie Mahd, pflügen, eggen und ernten am gleichen Tag bis Sonnenuntergang sowie am darauffolgenden Tag von Sonnenaufgang bis -untergang zum Schutz der Rotmilane stillstehen müssen. Denn die werden dadurch angelockt und suchen auf den Feldern nach Beute.

Man habe schon viele Gespräche geführt, um alle unter einen Hut zu bringen und eine Vereinbarung zu treffen, mit der alle leben können, berichtet Jukic. Ziel sei, dass die Landwirte die Flächen so oft wie möglichst oft gemeinsam beackern. Für die Abschaltung der insgesamt 200 Meter hohen Windräder benötige man keinen langen Vorlauf: „Das geht innerhalb von 30 bis 40 Sekunden.“ Die Bedingungen, unter denen das Land zukünftig bewirtschaftet werden kann, spielen auch bei den Vertragsverhandlungen eine Rolle. Noch sind nicht alle Verträge unter Dach und Fach, bestätigen Jukic und Ehrenberg. Zu den nach ihren Angaben insgesamt rund 20 Eigentümern der Flächen gehören neben der Bundesanstalt für Immobilien und der Stadt Bad Sobernheim auch Privatleute.

Ob mit dem Bau des Windparks wie von Baywa-re geplant im Frühjahr 2019 begonnen werden kann, hängt aber jetzt zuallererst vom Verwaltungsgericht Koblenz ab. Dort hat die Naturschutzinitiative (NI) ein Eilverfahren beantragt, um die durch die Kreisverwaltung Bad Kreuznach erteilte Genehmigung außer Kraft zu setzen. Man habe die Klageschrift vor rund zwei Wochen eingereicht, berichtet die stellvertretende Bundesvorsitzende Sylke Müller-Althauser auf Anfrage unserer Zeitung. Sie geht wegen der massiven Verstöße gegen naturschutzfachliche Bestimmungen davon aus, dass die NI mit ihrer Klage Erfolg hat. Im Raum steht zudem noch ein Antrag der Initiative Soonwald bei der Kreisverwaltung auf Wiederaufnahme des Genehmigungsverfahrens.

Die NI hatte eine der dafür von Baywa-re in Auftrag gegebenen Expertisen als „reines Gefälligkeitsgutachten“ bezeichnet. Was Jukic und Ehrenberg zurückweisen: Es handele sich um neutrale Gutachter, die „die Flächen über Jahre untersucht haben“. Sie gehen davon aus, dass die eingereichten Unterlagen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. „Wir haben da ein gutes Gefühl“.

Im Herbst will Baywa-re mit den Vorbereitungen für den Bau des Windparks, der Ende 2019 in Betrieb gehen soll, beginnen. Dafür seien zunächst kleinere Rodungsarbeiten notwendig.

Von Kurt Knaudt

Kreisrechtsausschuss verhandelt am 20. August

In der nächsten öffentlichen Sitzung des Kreisrechtsausschusses am Montag, 20. August, 8.30 bis 12 Uhr, unter Vorsitz von Kreisverwaltungsdirektorin Münzenberg in der Kreisverwaltung Bad Kreuznach, Salinenstraße 47, Sitzungszimmer 107, geht es auch um den Windpark Pferdsfeld: Um 11 Uhr wird das Verfahren der Windpark Pferdsfeld GmbH & Co.

KG gegen den Landkreis Bad Kreuznach wegen der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung (Nebenbestimmungen) zur Errichtung und zum Betrieb der sieben Windkraftanlagen verhandelt.

Bad Kreuznach
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