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Bad Kreuznach

Wie kam seine DNA an den Tatort? Angeklagter Kreuznacher: Die Katze war's!

Kann eine Katze die Blutspur eines Menschen, den sie gekratzt hat, an einen anderen Ort übertragen? Sie kann, das behauptet jedenfalls ein 56-Jähriger aus Bad Kreuznach, der jetzt dort wegen eines Einbruchs vor Gericht steht.

Katze
Katzen können viel – aber auch das? (Symbolfoto)
Foto: dpa

In der Nacht zu Heiligabend 2016 soll er in ein Haus in der Kolberger Straße in Bad Kreuznach eingestiegen sein; Blutspuren am Tatort wurden dem Mann eindeutig zugeordnet.

Eine Katze habe ihn gekratzt und die Blutspur verschleppt, lautet seine Begründung. Vor dem Amtsgericht Bad Kreuznach muss sich der ehemalige Kraftfahrer außerdem wegen eines Einbruchsversuchs auf das Gelände einer Firma in der Mainzer Straße verantworten, die Reisemobile und Wohnwagen vermarktet, sowie wegen Widerstands gegen seine Festnahme.

Laut Anklage soll er in der Nacht des 24. Dezember durch Aufhebeln eines Kellerschachts in ein Reihenhaus eingedrungen sein, dessen Bewohnerin in Urlaub war. Mit einer Axt soll er die Kellertür aufgebrochen und in der Wohnung unter anderem ein Laptop, ein Mobiltelefon und Schmuck gestohlen haben.

Ein Nachbar stellte bei einem Kontrollgang fest, dass in dem Haus Unordnung herrschte: Es lagen Sachen verstreut auf dem Boden, die offenbar aus Schränken herausgerissen worden waren. Als der Nachbar dann noch bemerkte, dass das Küchenfenster offenstand, rief er die Polizei. Die Ermittler stellten eine Blutspur sicher und kamen über ihre Datenbank auf die Spur des 56-Jährigen.

„Das ist absurd“, wies der Angeklagte den Vorwurf des Einbruchs von sich. Seine Schwester wohnt in der Nähe. Deren Katze musste er wiederholt abends hereinholen. Nach seiner Darstellung soll ihn das Tier beim Einfangen blutig gekratzt und bei seinen Streifzügen durch das Viertel die DNA des 56-Jährigen an den Tatort gebracht haben.

Ein Experte des Landeskriminalamts geht jedoch davon aus, dass der Angeklagte selbst Verursacher der Blutspur ist. Ob eine Katze Menschenblut übertragen könne, lasse sich mit einem DNA-Gutachten nicht klären.

Das Verfahren wird am Freitag, 15. September, fortgesetzt.

Von unserer Reporterin Christine Jäckel

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