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Bad Sobernheim/Martinstein

Weinwanderweg-Fest „Mittlere Nahe“: Tausende genossen die edlen Tropfen der Region und entspannten in Mutter Natur

Bernd Hey

Mit guten Freunden dem Lockruf der Winzer zu folgen, durch Gottes freie Natur zu wandern, bei Fernsicht Gesundheit und Geselligkeit pflegen und dabei noch kulinarische Köstlichkeiten und regionale Spezialitäten zu genießen?

Tausende haben wohl so gedacht: Dank Wetterglücks war das 17. Weinwanderweg-Fest „Mittlere Nahe“ (WWW) zu zwölf Ständen zwischen Martinstein und Bad Sobernheim nördlich der Nahe auf über 13 Kilometer durch die Wingerte ein Publikumsmagnet mit Rekordbesuch. „Ein Muss. Ein Jahreshighlight“, sagen immer mehr.

Es geht durch die Weinbergslagen Weilerer Herrenzehntel und Heiligenberg, Monzinger Frühlingsplätzchen, Halenberg sowie Nußbaumer Sonnenberg und Sobernheimer Marbach und Domberg. Hier führen neben dem Hildegardweg mehrere ausgezeichnete Wanderrouten entlang.

Fast alle Gäste hatten einen triftigen Grund, dieses Fest zu feiern, ihrer Seele Gutes zu tun oder einmal Fünfe gerade sein zu lassen. Beispielsweise feierten die Monzinger TuS-04-Fußballer überschwänglich ihren 4:2 Vortages-Heimsieg gegen Meisenheim, und am Wingertshäuschen der Webers griff der Idar-Obersteiner Frank Müller in die Klampfe und spielte

Monika zu ihrem 36. ein Geburtstagsständchen. Frohe Menschen, wohin das Auge sah.

Schon um 10.20 Uhr war das Ordnungsamt im Weilerer Weingut Lauf zugange und signalisierte: „Alles okay.“ Mehr durfte die Dame vom Amt nicht sagen – dafür sei die Pressestelle zuständig. Erstmals backte Bäckermeister Marco Dalheimer alle Kuchen. „Ich kann die aktuellen Anforderungen zu Allergenen und Zutatenliste den älteren Landfrauen nicht zumuten“, klagte deren Vorsitzende Angela Lauf. „Unsere Bürokratie macht alles kaputt. Wie haben wir nur bis heute überlebt?“, echauffierten sich acht Landmänner. Auch der Essensstand war „outgesourct“ – die Fleischerei Dirk Schmidt zeichnete verantwortlich. Um die Mittagszeit steppte hier der Bär und spielte der Musikverein Sienerwind unter Ingo Mastronardi. Hunderte verewigten sich auf dem Transparent traditionell beim „WWW 2018 – Wir waren dabei“.

In Monzingen fehlte das Weingut Jaeger. Elmar Schauß übernahm seinen Platz auf der „schönsten Aussicht“. Michael Engisch ist Besitzer des Wahrzeichens Wingertshäuschen im Monzinger Niederberg in der Einzellage Frühlingsplätzchen. Der Meddersheimer freute sich über Dutzende Cliquen und Vereine in einheitlichen Shirts, überwiegend mit Dialekt von der Oberen Nahe und aus dem Saarland. Hier im Niederberg war quasi das Epizentrum, hier servierte Laura Weber köstliche Flammkuchen aus dem Backofen, und der Griebelschieder Fleischer Lars Schmidt ließ kaum Wünsche offen – 19 Helfer standen hinter dem Tresen und am Grill.

Übrigens: Alle zwölf Weingüter kredenzten auch kulinarische Köstlichkeiten. Dabei sorgten sie für reichlich Wohlfühlambiente – der Bad Sobernheimer Karlheinz Schneider präsentierte wieder alte Bauern- und Handwerksgerät.
Reibungslos klappte der regionale Bustransfer mit vier Linien – einzig der öffentliche Personennahverkehr schaffte es wieder einmal nicht, genügend Personenabteile auf die Gleise zu bringen – ein Zug fiel ganz aus, und die anderen „kurzen“ waren teils überfüllt, wie in den sozialen Medien empört zu sehen und zu lesen war. Busunternehmen aus Neunkirchen, Saarbrücken, Saarlouis oder Merzig waren zahlreich zu sehen.

„Das Gute liegt so Nahe – erleben Sie die landschaftlichen Reize des schönen Nahetals und genießen Sie den Wein da, wo er wächst.“ Das war auch in Nußbaum zu hören, wo Jürgen Sponheimer und Schwägerin Bianca allen Gästen die Erfolgsformel des „WWW“ mit jährlich steigender Gästezahl nahebrachten. Und an allen Ständen wurde ausdrücklich gelobt und betont, dass „lauter liebe, nette und fröhliche Leute“ unterwegs seien. Die Winzerfamilien Thomas Michel (Steinhardt) und Bernd Schneider (Bad Sobernheim) lobten ihre perfekt-eingespielten Helferteams – und gegenüber früheren Jahren, wo es vor 18 Uhr auch mal regnete, seien die Besucher lange zu einem „Absacker“ geblieben, sagte Organisator Elmar Schauß am Sonntagmorgen.

Am Montag beginnen die meisten Selbstvermarkter mit der Weinlese, so früh wie nie. Und sowohl Qualität wie Quantität versprechen, dass es ein grandioser Jahrgang wird, was en WWW-Veranstaltern ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Am Mittwoch beginnt die Winzergenossenschaft Rheingrafenberg mit Bacchus und Müller-Thurgau.

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