40.000
Aus unserem Archiv
Fischbach/Herrstein/Kirn

Wasser, Schlamm, Verzweiflung: Erneut Region im Fischbachtal und in Nachbarschaft von Kirn betroffen

sns

Das Wetter gibt keine Ruhe – und die Menschen und die Rettungskräfte kommen nicht zur Ruhe. In der Nacht auf Freitag tobten erneut die Unwetter und brachten Überflutungen.

Foto: Sebastian Schmitt

Die Gemeinde Fischbach war nach vier Tagen Aufräumen und Putzen wieder auf den Beinen, da kam am Freitagmorgen das nächste Unwetter: Wieder liefen zahlreiche Keller voll, und die Hauptstraße stand unter Wasser. Den ganzen Feiertag über hatten die Wetterdienste auf mögliche Unwetter hingewiesen. Gegen 0.10 Uhr warnte dann Katwarn die Bevölkerung im Reidenbachtal, im Raum Idar-Oberstein, dem Fischbachtal und der Region Kirn. Und die App sollte recht behalten. Um 0.24 Uhr liefen bereits die ersten Keller in Mittelreidenbach voll. Die Feuerwehren aus dem Reidenbachtal eilten zur Hilfe. „Die B 270 von der B 41 bis nach Mittelreidenbach wurde von mehreren Geröll- und Flutwellen überspült“, berichtet der Birkenfelder Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) Eberhard Fuhr.

Etwa gegen 0.30 Uhr wurde die Feuerwache 3 von Idar-Oberstein wegen eines Wasserschadens nach Weierbach zum Hessenstein gerufen. Gegen 1.15 Uhr lief die Hauptstraße in Fischbach ebenfalls etwa 25 Zentimeter hoch voll. Geröll, Hagel und Unrat verstopften die Abflüsse. Gleichzeitig fanden die Wassermassen erneut den Weg in die Gemeindehalle von Fischbach. Gegen 1.30 erhöhte Katwarn die Warnstufe auf Helllila. Die Feuerwehr Fischbach um Wehrführer Christian Fewinger ging bei der Alarmierung bereits deutlich auf dem Zahnfleisch. Die Kameraden pumpten Keller leer, reinigten Abflüsse und machten die Hauptstraße frei. Oder sie nahmen weinende betroffene Bürger einfach mal einige Minuten in den Arm, um sie zu trösten.

Foto: Sebastian Schmitt

Gegen 2 Uhr rief Katwarn die höchst mögliche Warnstufe dunkel Lila aus, wie am vergangenen Sonntag. Wehrleiter Nils Heidrich ließ nun von Sien bis Kempfeld große Teile der Verbandsgemeinde Herrstein alarmieren. Außerdem war die Wache 1 von Idar-Oberstein im Einsatz, die eine riesige Gerölllawine in der Fischbacher Hauptstraße beseitigen musste.

Umgehend wurde dieses Mal auch die Feuerwehr Kirn alarmiert, sie brachte erneut zahlreiche Sandsäcke ins Fischbachtal. Die Einheit um ihren Wehrführer Michael Wildberger war fast die komplette Woche zur Unterstützung dort. Auf der Landesstraße 160, der Umgehung Fischbach, stürzte ein Baum über die Fahrbahn. Obwohl Volker Wendel mit seiner Firma mitten in den Fluten stand, kämpfte er die ganze Woche mit seinen Herrsteiner Kameraden gegen den Dreck. In dieser Nacht sicherte er in Niederwörresbach Häuser am Mühlenweg samt dem Leistungszentrum mit Sandsäcken. Als dann ein Nachbarn meldete, der Fischbach bedroht erneut seine Firmenhalle, sicherten die Wehrmänner auch diese. Dann fiel in Teilen von Herrstein erneut der Strom aus, Techniker waren aber schnell vor Ort.

In Fischbach und Herrstein waren die ganze Nacht Bürger auf den Beinen, weil sie sich Sorgen machten. „Insgesamt sind wir allein von der VG Herrstein mit mehr als 150 Einsatzkräften auf den Beinen. Hinzu kommen Einheiten aus Rhaunen, Bundenbach, der Stadt Kirn und Idar-Oberstein“, berichtet Nils Heidrich. Viele Einsatzkräfte waren nun den fünften Tag in Folge in Einsatz, dies zum Teil mit Leihwagen, da ihre eigenen der Flut zum Opfer fielen.

Sebastian Schmitt

Bad Kreuznach
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
Online
E-Mail

News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
UMFRAGE (beendet)
Markt am Samstag?

Das Mainzer Markt-Frühstück ist ein Kult-Event. Wäre das auch etwas für Bad Kreuznach?

Ja, unbedingt!
67%
Nein, eher nicht.
33%
Stimmen gesamt: 141
Anzeige
epaper-startseite