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Langweiler

Von Stahlbetonbrücke über B 270 bleibt nur noch Schutt: Verkehrsbehinderungen zu erwarten

Martin Köhler

Aufregung in Langweiler: Die Stahlbetonbrücke über die Bundesstraße 270, die seit 52 Jahren als Zubringer aus dem Oberdorf in Richtung Kaiserslautern diente, fiel am Freitag gegen Mitternacht, und damit einen guten halben Tag schneller, als es der Zeitplan vorgesehen hatte. Die Geschwindigkeit beim Abriss hatte aber auch ihren Preis.

Einen halben Tag schneller als gedacht wurden aus der Brücke Einzelstücke aus Stahlbeton, die sauber getrennt werden müssen. Unter der Einsturzstelle lagen 70 Zentimeter Kies, die die Wucht der stürzenden Trümmer auf die Bundesstraße abfederten.  Foto: Martin Köhler
Einen halben Tag schneller als gedacht wurden aus der Brücke Einzelstücke aus Stahlbeton, die sauber getrennt werden müssen. Unter der Einsturzstelle lagen 70 Zentimeter Kies, die die Wucht der stürzenden Trümmer auf die Bundesstraße abfederten.
Foto: Martin Köhler

Gegen 23 Uhr ging einer der drei Bagger kaputt. Zum Glück war rasch Ersatz besorgt, erzählt Bauleiter Jens Fahr von Theisinger und Probst (Pirmasens). Wäre noch ein Bagger kaputt gegangen, hätte die Abrissfirma Köhler Bau (Oberreidenbach) auch einen vom Parkdeckabriss in Kirn in Richtung Langweiler dirigieren können.

Der Einsatz von drei Baggern musste sorgfältig koordiniert werden.
Der Einsatz von drei Baggern musste sorgfältig koordiniert werden.
Foto: martin köhler

Am Freitag ab 18 Uhr galt die Umleitungsstrecke durch das Kerndorf Langweilers, das solch einen Durchgangsverkehr schon seit Jahrzehnten nicht mehr hatte. Auf Höhe der steilen, spitzen Kreuzung innerorts gab es eine Ampelregelung, die zwar jeden Wartenden fünf Minuten Zeit kostete, aber unverzichtbar war, um Verkehrs-Chaos an der engen Passage zu vermeiden.

An der Baustelle wurde ein Vlies auf die B 270 gelegt. Darauf wurden 70 Zentimeter hoch Kies verteilt, die als Fallschutz die Wucht des einstürzenden Betonkörpers abfedern sollten. Dieser umfasste immerhin rund 400 Kubikmeter Stahlbeton, inklusive der beiden Pfeiler. Die Brückengeländer wurden abmontiert.

Dann ging's unten weiter mit dem Hauptakt: Drei Bagger mit 26 Tonnen, 24 Tonnen und 16 Tonnen Kraft in ihren Greifarmen begannen mit der zerstörerischen Arbeit. Per Hammer wurde der erste Pfeiler zum Einsturz gebracht, der zweite Pfeiler folgte wenig später. Danach galt es, die auf dem Fallschutz darniederliegende Brücke zu zerkleinern. Problem: der Stahl darin. Doch mit Routine und einer riesigen Schere hatte auch dieser keine Chance.

Der aufwendigste Part ist freilich, den Stahl vom Beton zu trennen. Das passiert in der laufenden Woche auf dem Bauplatz. Der Stahl wird recycelt, der Beton in kleinen Stücken aber aufgehoben. Er wird in der neuen Brücke als Füllmaterial wiederverwendet.

Zwei Flutlichter mit jeweils vier Lampen, im Fachjargon Lichtgiraffen genannt, sorgten für Taghelle während der Abend- und Nachtarbeit. Als die Stahlbetonbrocken abtransportiert waren, galt es noch, die Widerlager der alten Brücke zu entfernen.

Baustatiker Daniel Sauer von Verheyen Ingenieure Bad Kreuznach ist schon gespannt auf den Nachfolger: „Das gibt eine schöne neue Brücke. Eine Bogenkon-struktion hat man nicht so oft. Der Bogen soll das Tor zum Kreis Kusel symbolisieren.“

Doch dieser Neubau wird erst nächstes Jahr erstellt, sobald es die Witterung zulässt. Die B 270 wird bis dahin einspurig unter Ampelregelung wiedereröffnet. Pendler und Lieferanten zwischen Idar-Oberstein und Kaiserslautern müssen entsprechend mehr Zeit einplanen. Der Landesbetrieb Mobilität Kaiserslautern als Bauherr investiert rund 1,2 Millionen Euro in Abriss und Neubau.

Von unserem Reporter Martin Köhler

Bad Kreuznach
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