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Bad Kreuznach

Von Ochs' zu App: Die Zukunft der Landwirtschaft ist digital

Mit digitaler Technik gewinnbringend und ressourcenschonend arbeiten, das ist der Königsweg in der Landwirtschaft. Davon war auch die große Runde von Funktionären, Praktikern und Firmenvertretern überzeugt, die das digitale Praxismodul des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) bei der Bad Kreuznacher Ausbildungsstätte DEULA besuchten und sich gemeinsam mit Landwirtschaftsstaatssekretär Andy Becht über die Details und die dahinter stehende Technik informierte.

Schlepperfahren im Hightech-Zeitalter: Mehrere Bildschirme zeigen dem Landwirt Infos über Boden- und Pflanzenzustand sowie passende Dünge- und Spritzempfehlungen mit automatisierter Anwendung.  Fotos: Rainer Gräff
Schlepperfahren im Hightech-Zeitalter: Mehrere Bildschirme zeigen dem Landwirt Infos über Boden- und Pflanzenzustand sowie passende Dünge- und Spritzempfehlungen mit automatisierter Anwendung. Fotos: Rainer Gräff
Foto: RG

Herbert Netter von der Landwirtschaftskammer fand große Worte angesichts der technischen Fortschritte: „Wir stehen heute an der Schwelle zu einer neuen Zeit, vergleichbar der Abkehr von Pferd und Ochse zugunsten von Maschinen.“ DEULA-Lehrer und DLR-Schüler gaben mitten zwischen eindrucksvollen Spezialmaschinen Auskunft über die Landwirtschaft der Zukunft. DLR-Leiter Michael Lipps erläuterte ebenso wie DEULA-Geschäftsführer Ottwin Seifert die Hintergründe.

Staatssekretär Andy Becht (r.) ließ sich unter anderem von DEULA-Chef Ottwin Seifert (v. l.) und DLR-Leiter Michael Lipps informieren.
Staatssekretär Andy Becht (r.) ließ sich unter anderem von DEULA-Chef Ottwin Seifert (v. l.) und DLR-Leiter Michael Lipps informieren.
Foto: RG

Die Schüler lernen über vier Jahre hinweg jeweils im Winterhalbjahr in vier Modulen das Knohow der digitalen Landwirtschaft – von der Excel-Tabellenkalkulation bis zur Hightech-Anwendung mittels Spezialgeräten und -anbauten samt App, GPS und jeder Menge Technik in der Kabine von Schlepper, Mähdrescher oder Erntemaschine. Die namhaften Hersteller der notwendigen Technik unterstützen diese Ausbildung bei DLR und DEULA, indem sie den Maschinenpark und Fachleute zur Verfügung stellen.

Staatssekretär Becht hatte sichtlich Spaß an den gezeigten Möglichkeiten. Für ihn bedeutet Digitalisierung in der Branche sogar die Möglichkeit zu Risikoabsicherung und Entbürokratisierung. Das optimierte Wirtschaften bringe beispielsweise Ersparnisse bei Fahrzeiten, beim Dieselverbrauch und Kohlendioxidausstoß, aber auch deutliche Einsparungen beim Verbrauch von Düngern und Schutzstoffen. Der Vorbausensor, der die Pflanzen beim Schlepperfahren „liest“, den Gesundheitsund Reifezustand sowie den Nährstoff- und Spritzmittelbedarf per Computer errechnet und an den Maschinenführer und die Anbaugeräte wie den Düngerstreuer weitergibt, beeindruckt bei Ausbildung und Vorführung auch die jungen Praktiker, die sich hier beispielsweise zum Betriebsleiter qualifizieren wollen.

Doch sofort kommen die Fragen nach Rentabilität und Risiko für verschiedene Betriebsgrößen und -formen auf. „Diese Investitionen rechnen sich auf alle Fälle“, rechnete LWK-Präsident Schindler die Amortisierung angesichts großer Einsparpotenziale vor. Natürlich sei es ratsam, über Formen der Kooperation und Partnerschaft zwischen Betrieben sowie über die Nutzung von Maschinenringen nachzudenken.

LWK-Vorstandsmitglied Eberhart Hartelt nahm aber auch die Politik in die Pflicht: Der Digitalisierungsprozess müsse finanziell durch die Politik gefördert werden. Der Staatssekretär beruhigte: Solche Förderung der bäuerlichen, oft klein strukturierten Landwirtschaft sei ein Anliegen der Landesregierung. Er spüre das „Feuer in der Branche“, eine Aufbruchstimmung fast wie im Silicone Valley. Andy echt ist sich sicher: „Wir kriegen das hin.“ Die in Bad Kreuznach praktizierte Ausbildung setze bundesweit Standards.

Eine Bedingung gibt es allerdings für das Funktionieren der schönen neuen, digitalen Landwirtschaftswelt: Um die Datenübertragung und App-Nutzung effektiv verwenden zu können, braucht es überall leistungsstarke Funknetze – die an so manchen Stellen im Land noch fehlen.

Von unserem Redaktionsleiter Rainer Gräff

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