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    Vom Hörsaal direkt auf den Mähdrescher: Junge Unternehmer gehen mit Agrarservice neue Wege

    Samuel Schlitz (22) und Florian Böß (25) sind noch sehr jung. Trotzdem haben die beiden Studenten der Agrarwissnschaft einen konkreten Lebens- und Unternehmensplan: Schlitz und Böß bieten anderen Landwirten ihre Dienste an.

    Ihr Weg war vorgezeichnet. Nun legen sie ihn selbstbewusst zurück. Mit großem Verantwortungsbewusstsein, Schritt für Schritt. Samuel Schlitz (22) und Florian Böß (25) studieren noch – einer an der TH Bingen, der andere an der Universität Hohenheim. Sie sind Agrarwissenschaftler – Landwirte mit akademischem Hintergrund. Und mit diesem Fachwissen haben sie sich auf dem Firmengelände der Familie Schlitz in Fürfeld ein neues Geschäftsfeld aufgebaut. Seit dem vergangenen Jahr betreiben sie ein Lohnunternehmen. Das bedeutet: Schlitz und Böß bieten anderen Landwirten ihre Dienste an.

    Viel Geld investiert

    Die beiden Jungunternehmer präsentieren ihren Mähdrescher, das Herzstück ihrer Firma.
    Die beiden Jungunternehmer präsentieren ihren Mähdrescher, das Herzstück ihrer Firma.

    Dafür hat das junge Unternehmen kräftig investiert. Auf dem Gelände direkt an der B 420 ragt ein beeindruckender Mähdrescher hervor: Der Claas Lexion 760 Montana, so der Name des Ungetüms, ist das Herzstück der Firma. Ihn zeichnet unter anderem aus, dass er Arbeiten an steilen Hängen mit großer Genauigkeit erledigen kann. Wie viel die Maschine gekostet hat? Dazu nennt das Duo keine genaue Zahl. Böß gibt die Antwort, die er jedem gibt, der danach fragt: „Von der Summe kann man sich schon ein ordentliches Familienhaus kaufen.“ Billig war es also nicht.

    Billige Arbeit freilich wollen sie auch nicht abliefern, sondern überzeugen, sich einen Namen machen in der landwirtschaftlichen Szene, mit Bauern ins Geschäft kommen und dadurch das eigene junge Unternehmen puschen. Schlitz, der Geschäftsführer, und Böß stehen dabei nicht komplett unter Druck, da sie auch noch eigene Landwirtschaft betreiben und somit nicht zu 100 Prozent auf die Einnahmen aus Fremdaufträgen angewiesen sind. Doch ganz klar ist: Irgendwann soll sich die Investition rechnen.

    Traktorfahrten gaben den Impuls

    Die Arbeit in der Landwirtschaft hat die beiden Jungunternehmer schon früh fasziniert. Beide sind familiär vorgeprägt, die Eltern sind im gleichen Bereich tätig. Doch das musste für den eigenen beruflichen Werdegang natürlich erst einmal nichts heißen. Als Schlitz und Böß jedoch erstmals mit einem Traktor mitgefahren sind, ließ sie die Begeisterung für das landwirtschaftliche Arbeiten nicht mehr los. Wenngleich sich insbesondere Böß auch durch Frotzeleien im Bekanntenkreis anstacheln ließ. „Ich habe immer wieder die gleichen Sachen gehört: , Als Kind bist du begeistert, aber wenn du erwachsen wirst, machst du doch einen anderen Beruf.‘ So ist es ja auch manchmal: Die Kinder sitzen in jungen Jahren begeistert auf dem Traktor, und am Ende studieren sie BWL. Doch ich habe mir irgendwann gedacht: ,Ihr werdet schon noch sehen.‘“

    Böß schreibt derzeit an seiner Masterarbeit an der Universität Hohenheim. Seit der Gründung der Agrarservice-Firma, also seit dem vergangenen Jahr, ist seine Tätigkeit auf dem Hof der Familie Schlitz jedoch als hauptberuflich anzusehen. Seit 2009 hatte er bereits nebenher für die Firma Schlitz gearbeitet, damals auf Vermittlung seines Vaters, der für die Landwirtschaftskammer arbeitet.

    Bachelor-Student Samuel Schlitz ist derweil schon seit dem Jahr 2013 voll in den Betrieb integriert, er hat Teile der landwirtschaftlichen Geschäfte des Vaters übernommen und steht eben auch dem Agrarservice-Unternehmen vor – obwohl er noch in Bingen an seinem Hochschulabschluss feilt. „Mich fasziniert an der Landwirtschaft, dass kein Jahr wie das andere verläuft, dass man mit der Natur arbeitet, seine Konsequenzen zieht und Dinge dann entweder genauso weitermacht oder aber ändert“, betont der 22-Jährige, der wie Böß das Abitur gemacht hat.

    Kontaktaufbau ist schwierig

    Was das neue Geschäftsfeld betrifft, nehmen sich Schlitz und Böß die nötige Geduld. „Landwirte sind unberechenbar und von Natur aus skeptisch“, sagen beide. Als Lohnunternehmer Kontakte aufzubauen, gelingt nicht von heute auf morgen. Ein Traum für die beiden wäre es, mit Großkunden ins Geschäft zu kommen, die eine gewisse Anzahl an Flächen zur Bearbeitung zur Verfügung stellen. „Theoretisch reicht es uns auch, mit 5 Leuten zusammenzuarbeiten, es können aber auch 20 sein. Es hängt alles von der Flächengröße ab und davon, wie lange die Arbeitszeit ausfällt“, erläutert Schlitz. Christoph Erbelding

    Mehr zum Agrarservice-Unternehmen in Fürfeld finden Sie mithilfe unserer App RZplus.

    Tag des offenen Hofes mit vielen Themen

    Wer sich über die Arbeit der Firma Agrarservice Böß/Schlitz informieren will, hat am Sonntag, den 25. Juni, dazu die Möglichkeit. Beim Tag des offenen Hofes präsentieren die jungen Unternehmer Samuel Schlitz und Florian Böß ihre Konzepte.

    Ab 13 Uhr wird unter anderem Helmut Caspary aus dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium einige Worte sprechen. Zwischen 14 und 18 Uhr wird es zunächst darum gehen, wie das Wohlbefinden von Pflanzen bestmöglich erkannt werden kann. Die Firma nutzt hierfür eine spezielle Sensortechnik, die Befälle schon dann erkennt, wenn sie für das menschliche Auge noch gar nicht sichtbar sind. Diese wird vorgestellt. Zudem stehen Feldrundfahrten, Düngung, Pflanzenschutz, Weizensorten, Pflanzenschutzspritze und Drohnen im Fokus. ce

    Bad Kreuznach
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