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Waldböckelheim

Vom Forstwirt zum Chef im Soonwald: Bernhard Frauenberger

Stefan Munzlinger

19.000 Hektar Staats- und Kommunalwald von 38 Städten und Dörfern in vier Verbandsgemeinden, 65 Mitarbeiter und (noch) elf Reviere: Mit dem Forstamt Soonwald übernimmt der Bopparder Bernhard Frauenberger (38) eine der größten von 44 rheinland-pfälzischen Waldbehörden.

Mit einer Axt beschenkte das Ingelheimer Team um Florian Diehl den scheidenden Forstamtschef Bernd Closen (3. von links). Bernhard Frauenberger (3. von rechts) wurde am Freitagnachmittag im Waldböckelheimer Bürgerhaus offiziell als Leiter des Forstamtes Soonwald eingeführt. Bereits seit 1. November 2017 hat er die Chefstelle inne. Ihm gratulierten Landrätin Bettina Dickes, VG-Bürgermeister Markus Lüttger, Hausherr und Ortsbürgermeister Helmut Schmidt (rechts) und Staatssekretär Thomas Griese (2. von links). Alle dankten Bernd Closen.  Foto: Stefan Munzlinger
Mit einer Axt beschenkte das Ingelheimer Team um Florian Diehl den scheidenden Forstamtschef Bernd Closen (3. von links). Bernhard Frauenberger (3. von rechts) wurde am Freitagnachmittag im Waldböckelheimer Bürgerhaus offiziell als Leiter des Forstamtes Soonwald eingeführt. Bereits seit 1. November 2017 hat er die Chefstelle inne. Ihm gratulierten Landrätin Bettina Dickes, VG-Bürgermeister Markus Lüttger, Hausherr und Ortsbürgermeister Helmut Schmidt (rechts) und Staatssekretär Thomas Griese (2. von links). Alle dankten Bernd Closen.
Foto: Stefan Munzlinger

Am Freitagnachmittag wurde er im Waldböckelheimer Bürgerhaus vor 200 Gästen nun auch offiziell ins Amt, das er schon seit November 2017 bekleidet, eingeführt. Mit seiner Partnerin Ines Leonhard, die genauso zur Einführung gekommen war wie seine Mutter und ein Bruder, lebt er im Forsthaus Wildburg zwischen Sargenroth und Tiefenbach im Rhein-Hunsrück-Kreis.

Am Rednerpult vor der mit neun Fichten – dem „Brotbaum des Forstamtes Soonwald“ und Baum des Jahres 2017 – geschmückten Bühne betonte Frauenberger: „Es ist ein Privileg, ein so tolles Amt führen zu dürfen.“ Vorgänger Bernd Closen habe ihm eine professionelle Einrichtung hinterlassen und ihm den Einstieg erheblich erleichtert: „Closen war über Jahrzehnte das Bild des Soonwaldes.“

Vor seinem Studium in Freiburg (ab 2004), wo auch Bernd Closen einst studierte, hatte Frauenberger den Beruf des Forstwirtes gelernt und anschließend ein Jahr lang praktische Erfahrung in den Revieren gesammelt. „Ein Traumberuf“, sagt er rückblickend. „Der Mann weiß, wovon er spricht“, lobte ihn Staatssekretär Thomas Griese.

Der Mainzer nannte weitere Stationen des neuen Forstamtschefs, etwa seine Forschungszeit in Grönland, die Analyse der dritten Bundeswaldinventur fürs Landesforstministerium, seine Expertise für den Nationalpark im Kreis Birkenfeld, seine erfolgreiche, weil ausgleichend-kluge Moderation im zehnjährigen Streit um die Rheinauen, die Kernzonenerweiterung im Pfälzerwald, das Konzept der Biodiversität für RLP und die Zertifizierung der Waldwirtschaft nach zwei Standards: FSC und PEFC.

Mit „In einem besonders schönen Haus einer tollen Gemeinde mit einem wunderschönen Wald“, hieß Landrätin Bettina Dickes den neuen Chef Bernhard Frauenberger willkommen: „Ein gutes Omen für Ihre beginnende Amtszeit.“ Dankbar erblickte sie in der Gästeschar Revierförster Peter Lunkenheimer, der in wenigen Wochen nach jahrzehntelangem Dienst in den Ruhestand verabschiedet wird: Bei ihm habe sie gelernt, was der heimische Forst, was eine nachhaltige Waldwirtschaft bedeute.

Nach dem Abschied von Landrat Franz-Josef Diel und der Einführung seiner Nachfolgerin Bettina Dickes am 23. Juni 2017 sei das Bürgerhaus Waldböckelheims erneut der Ort eines wichtigen Ereignisses, so Ortsbürgermeister Helmut Schmidt. Was er sich für die momentan laufende Neuordnung der Forstreviere wünscht: „Solide und tragfähige Ergebnisse“.

„Bernd Closen kann gut tanzen“, beschrieb VG-Bürgermeister Markus Lüttger die Fitness des scheidenden Amtsleiters und hatte dabei augenzwinkernd die Soonwald-Rand-Plattler im Sinn. Lüttger wie der Personalrat des Forstamtes dankten ihm für seine fundierte, jahrzehntelange Arbeit. Zum Einstieg Frauenbergers meinte Lüttger: „Er hat sehr gut angefangen.“

Als Großvater zweier Enkel und begeisterter Wald-Mountainbiker wird Bernd Closen seine Zeit als Pensionär verbringen. Er lud Staatssekretär Griese zu einer solchen Tour ein, bei jedem Wetter und zu jeder Tag- und Nachtzeit: „Das werden Sie nicht vergessen.“

Klimaveränderung: Der Soonwald musste 2017 so viele Niederschläge wie nie verkraften

2017 musste die Natur mehr Regen verkraften als in den Vorjahren. „Niederschläge so viel wie nie, der Wald ist total nass.“ Damit ging Bernhard Frauenberger auf die Herausforderung der Forsteinrichtungen ein, kontinuierlicher Pflege und Holzproduktion nachzukommen und dabei Arten- und Biotopschutz im Blick zu behalten. Die klimatischen Veränderungen nicht nur in Rheinland-Pfalz mit 800 000 Hektar Wald und 700 000 Festmetern Holzproduktion im Jahr werfen zwei Fragen auf: Wie entwickelt sich der Waldbau? Wie kann die Holzproduktion sichergestellt werden?

Das Forstamt Soonwald bewirtschaftet auch einen Wald bei Kirch-berg und 30 Hektar Forst Lautzenhausens. Außerdem 1200 Hektar Ingelheimer Stadtwald, der auf Daxweilerer Gemarkung liegt (zurückzuführen auf eine Schenkung vor 800 Jahren) und 700 Hektar des Bad Kreuznacher Stadtwaldes.

Der neue Forstamtschef dankte Friedbert Ritter für seine zehnmonatige kommissarische Amtsleitung. Mit deren Ende endet auch Ritters Zeit im Soonwald. Er wechselt in den Norden des Betriebs Landesforsten. Das Forstamt Soonwald gehört zum Bereich Mitte. Staatssekretär Thomas Griese und VG-Bürgermeister Markus Lüttger gingen auf die Neuordnung der Reviere und das „kommunale Vertriebskartell“ ein.

Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

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