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Bad Kreuznach

Vision für Bad Kreuznach 2050: Eine Stadt zum Wohlfühlen

Spötter könnten jetzt schnell auf den Gedanken kommen, dass mancher Bürger über die Erfolge/Misserfolge der städtischen Verkehrsplanung so verzweifelt ist, dass er selbst Ideen entwirft, wie der innerstädtische Verkehr in den Griff zu bekommen ist und sich alle Verkehrsteilnehmer wohlfühlen. Auch wenn dies keine offizielle Verkehrsplanung ist: Die Ideen und Gedanken vorzustellen, die sich Bürger darüber machen, lohnt sich.

Der Europaplatz vor dem Bahnhof spielt eine zentrale Rolle in den Überlegungen von Winfried Reif in seinem Konzept Kreuznacher Kernstadt.
Der Europaplatz vor dem Bahnhof spielt eine zentrale Rolle in den Überlegungen von Winfried Reif in seinem Konzept Kreuznacher Kernstadt.
Foto: Marian Ristow

Winfried Reif etwa, der auch schon bei den Workshops zur Erstellung des Integrierten Verkehrsentwicklungskonzeptes IVEK mitgearbeitet hat, hat ein „Konzept Kreuznacher Kernstadt“ (KKK) für die Zukunft entwickelt. Er versteht es ausdrücklich als Vision, die vielleicht in 30 Jahren einmal Wirklichkeit werden kann – sowie als Diskussionbasis und Angebot zur Mitarbeit daran.

Neu ist vor allem sein Ansatz: „Wie schaffe ich eine Wohlfühlatmosphäre in der Innenstadt sowohl für Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs als auch für diejenigen, die mit dem Auto in die Stadt kommen, sowie gleichermaßen für Radfahrer und Fußgänger?“ Dies ist der Ausgangspunkt seiner Überlegungen. Alle sollen das Gefühl haben, gleichermaßen willkommen zu sein. „Die Infrastruktur der Stadt bietet dafür die idealen Voraussetzungen, die es zu erkennen und auszubauen gilt“, findet Reif. „Es geht mir in erster Linie um die Entwicklung der Stadt“, erläutert er seine Vorstellungen im Gespräch mit dem „Oeffentlichen“. „Denn Städte, die nicht aktiv sind, werden immer leerer.“ Bad Kreuznach als Mittelpunktsstadt muss so attraktiv sein, dass potenzielle Kunden gern kommen und sich hier wohlfühlen.

Bevor Einzelmaßnahmen vorgenommen werden, muss ein Konzept vorliegen, das dem Bedarf des jeweiligen Interessenskreises entspricht. Alles muss diesem Ziel untergeordnet sein. Darauf baut Reif sein Konzept auf, das zwar Anregungen aus dem IVEK übernimmt, aber weit darüber hinausgeht, stellenweise revolutionär erscheint.

Nutzer des ÖPNV müssen an ihrem Ziel – sei es der Bahnhof oder die Bushaltestelle – in einer für Fußgänger freundlichen Umgebung empfangen werden. Eine parkähnliche Gestaltung des Europaplatzes und der Wilhelmstraße zwischen Kreuzkirche und der Zufahrt zur Unterführung vor dem Bahnhof mit zwei bis vier Bushaltestellen am östlichen Ende des Europaplatzes schlägt Reif dafür vor. Die Taxistände und deren Zufahrt werden südöstlich der Unterführung des Europaplatzes angeordnet und sind somit direkt von den Bahnsteigen aus zu erreichen, ohne das Bahnhofsgebäude durchqueren zu müssen.

Mehr Grün, mehr Fußgängerzone, mehr Verkehrsberuhigung in der Kreuznacher Kernstadt: Winfried Reifs Vision für die Zukunft.
Mehr Grün, mehr Fußgängerzone, mehr Verkehrsberuhigung in der Kreuznacher Kernstadt: Winfried Reifs Vision für die Zukunft.
Foto: Marian Ristow

Eine Fortsetzung der Begrünung in der Salinenstraße und deren Änderung in eine Fußgängerzone bis zur Klostergasse, somit auch des Salinenplatzes, ist die ideale Ergänzung. Ein verkehrsberuhigter Bereich zwischen Klostergasse und Wassersümpfchen ist für die dortigen Anlieger und Unternehmen ebenfalls von Vorteil. Die Westseite der Wilhelmstraße von der Planiger Straße bis zur Kreuzkirche kann ebenfalls durch Bäume aufgewertet und für den Individualverkehr zur Sackgasse umfunktioniert werden. Zwischen den Bäumen können Parkplätze eingerichtet werden, die für die Geschäfte in diesem Bereich eine Aufwertung bedeuten. Reif erhofft sich davon, dass so diese Bereiche auch wieder für Investoren interessant werden und die Leerstände verschwinden.

In seinem Konzept können der Bereich Bahnhof bis Klostergasse einschließlich Wilhelmstraße zwischen Kreuzkirche und Einfahrt zur Unterführung vor dem Bahnhof sowie der nördliche Bereich des Europaplatzes ausschließlich mit Linienbussen im Schritttempo befahren werden. Autofahrer können störungsfrei und ohne Verkehrsstau zu den Parkflächen und Parkhäusern rund um die Kernstadt gelangen: Aus Westen kommend, stehen die Parkhäuser an der Badeallee und am Kaufhof, der Parkplatz am Wassersümpfchen und weitere Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Aus dem Norden und Osten sind die Parkhäuser in der Mühlenstraße und die Parkflächen am Neuruppiner Platz leicht erreichbar. Das neue Parkhaus in der Baumgartenstraße ist – bei verbessertem Anschluss – für die südlichen und südöstlichen Regionen der kurze Weg zur Einkaufsmeile. Alle Nutzer des Individualverkehrs verlassen die Kernstadt wieder aus derselben Richtung, aus der sie gekommen sind.

In der Salinenstraße ab Moltkestraße in Richtung Osten und in der Ringstraße werden Radwege jeweils in beiden Richtungen eingerichtet. Von und zur Bahnunterführung führt für den Radverkehr eine Verbindung zur Ringstraße. Zwischen Bösgrunder Weg und Waldemarstraße wird die Ringstraße zur verkehrsberuhigten Zone, von der Rheingrafenstraße in Richtung Westen für den Kfz-Verkehr zur Sackgasse. Der gesamte Innenstadtbereich rund um die erweiterte Fußgängerzone – von der Moltkestraße bis „Am Römerkastell“ sowie nördlich und westlich der Bahnlinien bis zur Hochstraße – wird zur Tempo-30-Zone.

Wer sich mit engagieren und das Konzept unterstützen möchte, kann sich bei Winfried Reif melden, E-Mail winreif@web.de

Von unserem Redakteur Harald Gebhardt

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