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Lauterecken/Medard

Unwetter: Starkregen und Schlammlawinen sorgen für Chaos in Lauterecken und Medard

Martin Köhler

Sintflutartiger Regen erzeugte am Montagnachmittag gegen 16.30 Uhr eine Schlamm- und Gerölllawine, die vor allem die Fassadenfabrik IGM in Medard schwer in Mitleidenschaft zog. In Lauterecken waren schwerpunktmäßig die Saarbrücker Straße und der Stadtteil Auf Röth betroffen. Zahlreiche Keller liefen voll, Wasser, Schlamm und Geröll bedeckten die Straßen und Plätze, Bäume knickten um. Die Freiwillige Feuerwehr war noch den ganzen Montagabend an etlichen Stellen im Einsatz.

Erst verletzte sich ein Kollege, dann kam der verheerende Regen

Als Tag des doppelten Unglücks wird jener 11. Juni bei IGM in Medard in Erinnerung bleiben: Mittags verunglückte ein Baggerfahrer auf der Baustelle des Werkneubaus und wurde leicht verletzt. Dann – gegen 16 Uhr – öffnete der Himmel seine Schleusen, berichtete Geschäftsführer Gunter Mohr: „Gerade als der Regen aufhörte dachten wir, es sei vorbei. Gleich danach kam innerhalb von ein paar Minuten der Berg runter.“

„Ein Millionenschaden“ befürchtet sein Kollege, Geschäftsführer Michael Groß. Bis zu 1,50 Meter hoch stand das Geröll an der Rückwand des Werks I, das aus den Steinbrüchen am Mühlbach und dem Inghellgraben mehrere hundert Meter weit durch den intakten Wald angeschwemmt wurde. Das IGM-Langgut-Lager hinter dem Fertigungsgebäude wurde in Mitleidenschaft gezogen. „Das könnte einen wochenlangen Produktionsausfall für uns bedeuten“, so Michael Groß. Und das bei randvollen Auftragsbüchern. Auch das IGM-Werk II war betroffen, wenngleich nicht so gravierend wie Werk I. Kurzerhand orderten Groß und Mohr die Baufirma, um das Geröll wegzubaggern. Die Bundesstraße 420 wurde kurzzeitig gesperrt, um den parkenden Feuerwehr- und Baufahrzeugen Platz zum Rangieren zu bieten.

Ortswechsel: In Lauterecken kam nie zuvor so viel Regenwasser gleichzeitig den linksglanischen Hügel herunter. Ein Sturzbach ergoss sich stellenweise über die Saarbrücker Straße. Die dortigen Supermärkte hatten Glück im Unglück, wie auch der stellvertretende Leiter vom Wasgau-Markt, Jan Kobza, bekannte: „Wir hatten Wasser im Eingangsbereich. Weil wir aber die Situation schnell im Griff hatten, schickten wir die Freiwillige Feuerwehr wieder weg, damit sie sich um private Keller kümmern konnten. Gedankenschnell reagierte auch Lisa Groß vom benachbarten Frisörsalon. Sie sicherte ihren Ladeneingang erfolgreich mit Blumenerde-Säcken.

Dach des Rossmann-Markts hielt dem Starkregen nicht stand

Am schlimmsten betroffen war der erst im Februar eröffnete Rossmann-Markt, wie Marktleiterin Mandy Reddel berichtet. Wasserfallartig ergoss sich der Regen durch die Tür im Lager, welches nun komplett trocken gelegt werden muss. Zahlreiche Stellen in der abgehängten Decke wurden nass und zeugen davon, dass das Drogeriedach keinen Starkregenereignissen standhält. Im Drogeriemarkt selbst wurde eine Regalreihe sicherheitshalber gesperrt, weil sich die abgehängte Decke bedrohlich nach unten wölbte. Rund zwei Stunden lang war der Rossmann-Markt geschlossen, berichtet Mandy Reddel.

Von unserem Reporter Martin Köhler

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