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Trotz närrischer Wetterkapriolen: Kirner Fusion als Märchen aus 1001 Nacht [Fotogalerie]

„Fusion, nein danke!“ rief Rappelköpp-Sitzungspräsident Michael Kettern aus dem zweiten Stock des Motivwagens beim Rosenmontagszug in die am Marktplatz versammelte Narrenschar. „Kirn wird Kreisstadt,“ ließ er als Begründung folgen. War's ein frommer Wunsch oder ein Märchen gemäß dem Rappelköpp-Saison-Motto „1001 Nacht“. Wer weiß?

Die Narren nahmen's mit Humor. So wie sie die Wetterkapriolen eiskalt weglächelten. Strahlende Sonne und Schneeregen wechselten sich ab. Besser als am Sonntag: Da hatten sich etliche der 26 Zuggruppen in Merxheim oder Fischbach zum „Aufwärmen“ für Kirn nasskalte Füße geholt. In Kirn setzte sich der Zug wie gewohnt routiniert vom Brauereihof aus in Bewegung. „Die umgekehrte Zugstrecke vor zwei Jahren hat mir besser gefallen, aber da fehlt uns der Aufstellraum“, sagt Ordnungsamtsleiter Rolf Fuchs. Den Platz bietet die Brauerei in Hülle und Fülle – außerdem auch eine warme Halle zum Vorglühen. Da gab's so wie am Marktplatz die berühmte Erbsensuppe von KFK-Urgestein Helmut Nachtigall (88), der in seiner 66. Fastnachtssaison wieder deftig angerührt hatte: Das war eine prima Unterlage für den feucht-fröhlichen Marsch durch die Stadt.

Da fließen bekanntlich das Kirner Bier, Sekt und Glühwein in Strömen. Da heißt es vor allem für die Ordnungskräfte und Rettungsorganisationen von Polizei, DRK und Feuerwehr im Zusammenspiel mit Sicherheitspersonal der Motivwagen ein Auge auf die erste Reihe der Zuschauer zu haben. Gerade am Markt drängt alles nach vorn zu den besten Plätzen. Wie geplant, gelang es der Polizei, für die großen Wagen, etwa von FCV Fischbach, TuS-Handballern, Berjer Ochse, Kuhles Landläwe und Rappelköpp, den nötigen Kurvenradius auch ohne Eisengitter freizusperren. Die Bonbonsammler kamen dennoch auf ihre Kosten. „Alles im grünen Bereich, keine besonderen Vorkommnisse“, meldete Polizeinspektionsleiter Joachim Reimann, nachdem sich der Zug nach zweimaligem Helau am Marktplatz im Steinweg aufgelöst hatte.

„Bis zum nächsten Mal 2020,“ verabschiedete Michael Kettern die Narrenparade. Dann sind die Kallenfelser Eulen wieder dabei, die dem Dreijahresturnus nachgetrauert und sich diesmal aufs Eiersammeln im Ortsteil beschränkt hatten. Schade, die Eulen gehören dazu. Neu dabei in Kirn waren diesmal die Becherbacher Fastnachtsbagaasch, die neu gegründeten Uwerhauser Grienbiere und die Stiftung x-nacher Diakonie.

Kuhles Landläwe mit ihrem hy-draulisch verstellbaren „coolen Steuermann Käpt'n Blaubär“ von Narrenschiff „Elvira“ und die Trübenbachtaucher der Berjer Ochse gaben dem Zug seinen besonderen Touch. Einen Sonderpreis für den mit Abstand größten Generator im ganzen Nahe-Narrenland hätten sicher die TuS-Handballer um Erwin und Heike Holzhauser eingeheimst. Power brauchte man schließlich nur nur für die Lautsprecher, sondern auch für die „Bordheizung“. Auf die sonst an Rosenmontag übliche Verhaftungswelle wurde übrigens verzichtet. Die Narren statteten Bürgermeister Kilian zwar einen Besuch ab, ließen sich aber mit Sekt, Orangensaft und Stubbi abspeisen. Die Stadtkasse ist eh leer. Da wollte auch keiner den Schlüssel haben. Das lohnt sich erst wieder 2020 mit Kirn als Kreisstadt. Armin Seibert

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