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    Pfaffen-Schwabenheim

    Tag des offenen Denkmals: Barocke Orgel und Kapellen fürs liebe Rindvieh

    Die Klostergemeinde ist außergewöhnlich, besitzt sie doch eine wundervolle Kirche mit einer Barockorgel, in der einst die Augustiner-Chorherren ihre Stimmen zum Lobe Gottes erhoben, und sogar Kapellen für das liebe Rindvieh. Doch wie das alles zusammenhängt, davon konnten sich die Besucher am Sonntag im Rahmen des Tags des offenen Denkmals ein Bild machen.

    Dr. Bernd Michael Braun ließ die Orgel der Kirche in Pfaffen-Schwabenheim facettenreich erklingen.
    Dr. Bernd Michael Braun ließ die Orgel der Kirche in Pfaffen-Schwabenheim facettenreich erklingen.
    Foto: Josef Nürnberg

    Viele waren dann auch neugierig auf die Attraktionen des Dorfs am Unterlauf des Appelbachs. So waren Besucher sogar aus dem Rhein-Main-Gebiet gekommen, um an den Führungen, den Orgelkonzerten, der lateinischen Vesper und zum Abschluss an der Einweihung der restaurierten Kuhkapelle teilzunehmen. Das Einzige, was die Besucher mitbringen musste, war Neugier auf eine Kirche, die in Teilen bald 800 Jahre alt ist.

    Gleich mehrmals führte Gerald Müller durch das Gotteshaus, dessen architektonisches Prunkstück der spätromanische Chor ist. Zudem informierte Müller auch über die reiche Ausstattung wie den Hochaltar von 1714 oder das Chorgestühl von 1716, die den barocken Teil schmücken.

    Hier stand besonders die Matthäus-Heilmann-Orgel von 1777-79 im Fokus, die eine der wenigen nahezu unverändert erhaltenen Barockorgeln einer Mainzer Werkstatt ist. Jeweils um 14 und 16 Uhr konnten die Besucher an einem Vortrag mit Bilddokumentation von Dr. Achim Seip (Mainz) zum Thema "Der Mainzer Orgelbau der Barockzeit" teilnehmen, während Dr. Bernd Michael Braun (Bensheim) Mozarts Streichquartett in A-Dur, 3. Satz, KV 464, als Transkription für Orgel auf dem historischen Instrument spielte. Dabei erklangen die Register der einzelnen Werke für sich. Schon nachmittags war Müller mit dem Besuch mehr als zufrieden.

    Zum Abschluss des Denkmaltags wurde es in der ehemaligen Klosterkirche, die im eigentlichen Sinne eine Stiftskirche war, nochmals meditativ. Denn die Choralschola Chorale Augustiniense sang im spätromanischen Teil des Gotteshauses die lateinische Vesper, das Abendlob der Kirche. Bewusst pflegen einige Männer diese Form des Gesangs - wurde er doch auch hier jahrhundertelang gesungen. Großen Wert legen die Sänger darauf, dass die Aufführung kein Schauspiel, sondern gesungenes Gebet ist.

    Von der großen Kirche ging es abschließend in die Kuhkapelle, die einer mittelalterlichen Krypta ähnelt. Eine solche Kuhkapelle, die man passender Kuhgewölbe nennen sollte, hat die Fördergemeinschaft Kirchen, Kloster, Altertümer Pfaffen-Schwabenheim in gut zehn Jahren restauriert. Etwa 200 bis 250 solcher Kuhställe gibt es in Rheinhessen - und nur hier. Anschauungsunterricht, wie ein solches Gewölbe aussah, hatten die Menschen an den Domen von Mainz und Worms, wie Paul-Georg Custodis informierte, der die Kuhkapelle erforscht hat. Zufrieden mit dem Ergebnis der Restaurierung zeigte sich auch Fördergemeinschaftsvorsitzender Norbert Theis, der im Rahmen der Einweihung über die Restaurierungsarbeiten berichtete und zu einem Imbiss einlud. bj

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