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Bad Kreuznach

Streit um Vertragsverlängerung: Stadtwerkechef spricht Heinrich Kompetenz ab

Der Streit um die Vertragsverlängerung mit Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Canis geht in die nächste Runde. Und das mit heftigen verbalen Attacken der beiden Kontrahenten: Canis kontra Wolfgang Heinrich.

Foto: privat

Von unserem Redakteur Harald Gebhardt

Der Bürgermeister ist für das städtische Beteiligungsmanagement zuständig. Der Streit eskaliert. Mit knapper Mehrheit hat der Finanzausschuss am Montag den Beschluss gefasst, dem Stadtrat zu empfehlen, "aufgrund neuer Vorkommnisse zu beschließen, den Vertrag mit dem Geschäftsführer der Gesellschaft für Beteiligungen und Parken in Bad Kreuznach (BGK) und der Stadtwerke, Canis, nicht über dessen 65. Lebensjahr hinaus zu verlängern" und den Stadtratsbeschluss vom 25. Februar 2016 aufzuheben. Die Unterlagen aus der nicht öffentlichen Sitzung liegen dem "Oeffentlichen" vor.

Der Stadtrat hatte gegen den Willen von Kämmerer Heinrich und der Empfehlung des Finanzausschusses, der eine Ausschreibung der Stelle vorsah, mit den Stimmen der Großen Koalition den Vertrag mit dem Stadtwerkechef verlängert. "Die neuen Vorkommnisse" beziehen sich auf ein Schreiben, das Canis am 8. März an Heinrich, die Gesellschaftsvertreter der Stadtwerke, darunter OB Heike Kaster-Meurer, und nur an die Stadtratsfraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Peter Anheuser und Andreas Henschel, geschickt hat. Darin kritisiert Canis Presseäußerungen von Heinrich scharf und zitiert unter anderem die Aussage, er, Canis, sei als Angestellter "illoyal". "Als angestellter Geschäftsführer bin ich gegenüber den Stadtwerken und der BGK loyal, ich bin nicht ihr Angestellter", entgegnet er Heinrich.

Foto: Stadtwerke

Auch eine weitere Heinrich-Äußerung ("ausgerechnet Canis, der schon in den letzen Jahren keinen Schwung in die Stadtwerke gebracht hat"), lässt Canis nicht auf sich sitzen. Er schreibt: "Nach meiner Meinung können Sie das nicht wissen. Sie sind seit fünf Jahren zuständig für das Beteiligungsmanagement der Stadt und waren kein einziges Mal bei einem Konsortialgespräch der Stadtwerke anwesend, in dem wesentliche Grundlagen und Weichenstellungen für dieses Unternehmen erörtert werden. Für eine solche Beurteilung spreche ich ihnen die Kompetenz ab." Außerdem stimme nicht, dass Heinrich, der 2012 Canis um ein Kosteneinsparkonzept für die Bäderlandschaft und die Stadtwerke gebeten habe, "nie etwas vorgelegt bekommen habe". "Das ist schlicht unwahr", so Canis, der sich auf ein Kostensenkungsprogramm bezieht, das er dem Kämmerer am 26. März 2014 übermittelt hat. Laut Heinrich ist dies allerdings "unbrauchbar".

"Mir blieb nichts anderes übrig. Ich musste auf den Brief reagieren", erklärt der Kämmerer. In seiner Begründung zur Beschlussvorlage hält er den Inhalt dieses Schreibens für geeignet, "die Beteiligungsverwaltung und deren Leitung zu diskreditieren". Besonders "verächtlich und anmaßend" sei die Aussage "des Herrn Canis, ... für eine solche Beurteilung spreche ich Ihnen die Kompetenz ab". Heinrich kommt zu dem Schluss: "Der städtischen Beteiligungsverwaltung ist eine Zusammenarbeit mit Canis zumindest über die Zeit nach Erreichen seines 65. Lebensjahres hinaus nicht mehr zumutbar." Zudem lasse Canis notwendige Kritikfähigkeit und Bürgernähe vermissen. Dies werde besonders deutlich bei der aktuellen Diskussion um die Parkgebühren.

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