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    Lauterecken

    Steckt Feuerteufel hinter Brandserie? Und: Wessen Auto trifft es als Nächstes?

    Treibt ein Feuerteufel im Glan- und Lautergebiet sein Unwesen? Die Vermutung, ein Serienbrandstifter könnte sein Unwesen treiben, liegt nahe, nachdem sich seit gut zwei Jahren die Zahl der Brände in der Region deutlich erhöht hat. Die Schäden gehen insgesamt schon in die Hunderttausende. Ein Zentrum der teils mutmaßlichen, teils offensichtlichen Zündeleien ist Medard. Aber inzwischen hat sich diese regelrechte Brandserie auch auf Lauterecken und Wolfstein ausgeweitet.

    Lauterecken, Donnerstag, 29. Juni: Gegen 2 Uhr wird die Polizei alarmiert, weil fünf Fahrzeuge hinter dem Veldenzschloss in Brand stehen. Der Schaden beträgt rund 60.000 Euro.  Foto: Maino
    Lauterecken, Donnerstag, 29. Juni: Gegen 2 Uhr wird die Polizei alarmiert, weil fünf Fahrzeuge hinter dem Veldenzschloss in Brand stehen. Der Schaden beträgt rund 60.000 Euro.
    Foto: Maino

    Weder Polizei noch Feuerwehr wollen sich derzeit zu den Hintergründen der zahlreichen Brände äußern und verweisen auf laufende Ermittlungen. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Hintergrundgespräch mit der Presse nicht möglich. Wir wollen die Ermittlungen nicht gefährden“, gibt sich die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Westpfalz, Angela Walz, bedeckt. Sie bestätigte immerhin, dass die Kriminaldirektion sowie die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern die Ermittlungen übernommen haben.

    Konkret werden derzeit die Brände von zehn Fahrzeugen untersucht, die in Medard, Lauterecken und Wolfstein abgestellt waren. Es wurden Spuren gesichert, deren Auswertung teilweise noch andauere. Bei manchen Taten seien allerdings auch Trittbrettfahrer nicht auszuschließen. Gerade in Medard habe die Kripo „intensive Zeugenbefragungen“ durchgeführt, schloss Pressesprecherin Walz ihre Ausführungen.

    Medards Wehrführer Andreas Krauth teilt auf unsere Anfrage und nach einer Rücksprache mit dem Wehrleiter der Verbandsgemeinde lediglich mit: „Da das laufende Ermittlungen sind, sage ich dazu gar nichts. Wenden Sie sich an den VG-Wehrleiter oder den VG-Bürgermeister.“

    Dessen Amtsgeschäfte führt derzeit der Erste Beigeordnete An-dreas Müller. Er verteidigt zunächst die zurückhaltende Informationspolitik der Verantwortlichen in den vergangenen Wochen und Monaten.

    Hinter den Kulissen stünden Polizei, Feuerwehr und Verwaltung in regem Austausch, versichert der Beigeordnete. Beim Autobrand von Lauterecken war er persönlich am Ort des Geschehens, schaute bei den Löscharbeiten zu und sprach mit den Autobesitzern, deren Eigentum den Flammen zum Opfer fiel. Andreas Müller wendet sich vor allem an Bürger, die zu nächtlicher Stunde unterwegs sind: Gassigänger und andere ruft er dazu auf, „alle verdächtigen Beobachtungen der Polizei zu melden. Besser einmal zu viel als zu wenig bei der Polizei anrufen“, ist Müller überzeugt.

    Um den oder die Verantwortlichen zu schnappen, müsse aber wohl auch Kommissar Zufall mithelfen, schätzt Müller. Er lobte die freiwilligen Feuerwehren für ihr unermüdliches Engagement bei den vielen Einsätzen. An Spekulationen, ein Brandstifter könnte in einer der Feuerwehren der Region mitwirken, wollte er sich nicht beteiligen. „Ich könnte mir keinen Feuerwehrmann vorstellen, der so was machen könnte. Aber man kann ja in keine Köpfe schauen“, erklärte er dazu.

    Wehrleiter Markus Böhmer sagte auf Anfrage: „Wehrleitung und alle Feuerwehrführer wären heilfroh, wenn's kein Feuerwehrmann war.“ Er lobte die Feuerwehr in Medard als „gute, starke Truppe“, die alle Brände bisher immer in den Griff bekam. Er hofft, dass der oder die Täter bald gefasst werden, bevor es irgendwann noch Personen verletzt werden könnten.

    Doch wie lebt es sich eigentlich in Medard, wenn man davon ausgehen muss, dass ein Brandstifter umgeht? „Man ist derzeit schon unsicher und schaut öfter mal die Gasse rauf und runter“, sagt Ortsbeigeordneter Hans Knaul. „Die Polizei hat uns auf Wachsamkeit getrimmt“, fügt er an. Ihm sind elf ungeklärte Brände seit September 2015 in Medard bekannt. „Ich weiß wirklich nicht, was in Personen vorgeht, die so was tun“, schüttelt der Bürgermeistervertreter den Kopf. Er vertraut darauf, dass die Polizei gut Arbeit verrichtet und letztlich auch Erfolg haben wird.

    Von unserem Reporter Martin Köhler

    Auffällige Häufung von Zwischenfällen

    VG Lauterecken/Wolfstein

    7./8. Februar 2016, Jettenbach: Am Rollladen der Pfälzerwald-Hütte wird gezündelt.

    Lauterecken: Dienstag, 27. September 2016: Ein Carport an der Bergstraße brennt, eine Person wird leicht an der Hand verletzt. Schaden: 40.000 Euro.

    Mittwoch, 26. Dezember 2016: An der Hauptstraße brennt das Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses. Das Feuer bricht in der Nähe des Stromkastens aus. Der Schaden geht in die Tausende.

    Wolfstein-Roßbach, Donnerstag, 23. Februar 2017: 40.000 Euro Schaden verursacht ein Feuer im leer stehenden alten Schulhaus. Der markante Glockenturm wird mitsamt dem Dachstuhl zerstört.

    Eßweiler, Mittwoch, 12. April 2017: Rund 20 Strohballen brennen auf einem Feld.

    Wolfstein, Donnerstag, 18. Mai 2017: Zwei geparkte Autos brennen „Im Tauchental“ und am „Röther Weg“ aus. Der Schaden beträgt rund 20.000 Euro.

    Jettenbach, Freitag, 26. Mai 2017: Ein Holzstapel in einem Garten fängt Feuer.

    Lauterecken, Donnerstag, 29. Juni 2017: Gegen 2 Uhr wird die Polizei alarmiert, weil fünf Fahrzeuge hinter dem Veldenzschloss in Brand stehen. Der Schaden beträgt rund 60.000 Euro.

    Brände in Medard:

    Samstag, 18. Juli 2015: Ein Wohnhaus brennt. Als Ursprung wird die Sauna vermutet. Der Schaden beträgt 70.000 Euro.

    Samstag, 5. Dezember 2015: An der Schulstraße gerät ein Transporter in Brand. Die Hitze zieht ein Wohnhaus in Mitleidenschaft. Schaden: 3500 Euro.

    Montag, 28. März 2016: Am Ostermontag brennt ein Auto in seiner Garage „An der Kirche“ aus. Auch die Terrasse wird beschädigt. Schaden: 50.000 Euro.

    Sonntag, 17. April 2016: Ein Holzstapel auf einer Freifläche am Alten Sportplatz brennt.

    Samstag, 17. September 2016: Wieder brennt ein Transporter, diesmal „Im Prenkel“. Ein Verdächtiger wird beobachtet, wie er am Fahrzeug hantiert. Er rennt weg, kurz darauf schlagen die Flammen hoch. Schaden: 5000 Euro. Der Verdächtige, auf den die Beschreibung passt, wird von der Polizei im Ort gestellt. Er bestreitet, etwas mit der Tat zu tun zu haben.

    Samstag, 10. Februar 2017: Ein leer stehendes Wohngebäude bei Medard an der B 420 brennt. Der Schaden beträgt viele Tausend Euro.

    Samstag, 6. Mai 2017: Zwei Fahrzeuge brennen, abgestellt in einem Hof an der Bahnhofstraße. Eines wird total zerstört, eines erheblich beschädigt.

    Bad Kreuznach
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