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Burgsponheim

Starke Eigenleistung: Idealisten beim Erhalt der Burg Sponheim am Werk

Eigentum kann auch eine Last sein. Die Burg Sponheim, vor allem der mächtige Bergfried mit seinen wuchtigen Buckelquadern, das Wahrzeichen des Dorfs, gerät einmal mehr zum „finanziellen Klotz am Bein“ der 270 Einwohner kleinen Gemeinde. Sie ist Eigentümerin der Burganlage und für ihren baulichen Zustand und die Verkehrssicherheit verantwortlich.

Über das weitere Vorgehen bei den Sanierungsarbeiten am Burgsponheimer Bergfried beratschlagen Beigeordneter Dieter Kaul (rechts), Ortsbürgermeister Kilian Stephan (Mitte) und Bauingenieur Heinz Schmitt (Wallhausen). Zwischen Schmitt und Kilian deutlich erkennbar: einer der uralten und unveränderten Fugenrisse im Turm.
Über das weitere Vorgehen bei den Sanierungsarbeiten am Burgsponheimer Bergfried beratschlagen Beigeordneter Dieter Kaul (rechts), Ortsbürgermeister Kilian Stephan (Mitte) und Bauingenieur Heinz Schmitt (Wallhausen). Zwischen Schmitt und Kilian deutlich erkennbar: einer der uralten und unveränderten Fugenrisse im Turm.
Foto: Wilhelm Leyendecker

Burgsponheim – Eigentum kann auch eine Last sein. Die Burg Sponheim, vor allem der mächtige Bergfried mit seinen wuchtigen Buckelquadern, das Wahrzeichen des Dorfs, gerät einmal mehr zum „finanziellen Klotz am Bein“ der 270 Einwohner kleinen Gemeinde. Sie ist Eigentümerin der Burganlage und für ihren baulichen Zustand und die Verkehrssicherheit verantwortlich.

Seit einiger Zeit ist die Deckenabdichtung des Turms schadhaft, es dringt Wasser ein. Das könnte den hölzernen Treppenaufgang im Turminnern schädigen, befürchtet Ortsbürgermeister Kilian Stephan. Daher befasst sich der Gemeinderat schon seit einiger Zeit mit diesem Problem. Die jetzt von einem Ingenieur vorgeschlagene Lösung für die Abdichtung der Turmdecke kann in Eigenleistung realisiert werden. Dabei wird eine mehrlagige Gewebematte aufgebracht. Materialkosten: rund 10 000 Euro; viel Geld in Zeiten einer leeren Dorfkasse. Es gibt keine Zuschüsse.

Nun hat ein privater Spender bereiterklärt, 5000 Euro beizusteuern. Hinzu kommen 1000 Euro vom Freundeskreis der Burg Sponheim und 500 Euro vom Verein „Pro Burgsponheim“. Somit muss die Gemeinde „nur“ noch 3500 Euro aufbringen, sagte Stephan.

Schon zeichnet sich die nächste größere Ausgabe am Bergfried ab: Das Geländer auf dem Turm entspricht nicht mehr den Bauvorschriften. Bei einer Turmhöhe von 22 Metern ist eine Absturzsicherung, sprich ein Geländer, von 1,1 Metern Höhe vorgeschrieben. Das jetzige Geländer ist nur ein Meter hoch. Auf Vorschlag des Wallhäuser Bauingenieurs Heinz Schmitt wird ein zweiter Handlauf aufgesetzt, und es werden schräge Zugstreben zur Stabilisierung des Geländers mit Injektionsmörtel in der Decke verankert. Auf die Gemeinde kommen weitere 6000 Euro zu. In den Etat sind dafür keine Mittel eingestellt, sodass eine Finanzierung nur durch ein Verschieben anderer Vorhaben möglich ist.

Ortsbürgermeister Stephan hofft, dass die Arbeiten bis Mitte Juni abgeschlossen sind, damit das Burgkonzert über die Bühne gehen kann.
Seit 1998 hat Burgsponheim über 50 000 Euro für die Unterhaltung und Reparatur Burgturms aufgewendet, an Zuschüssen und Spenden flossen 16 700 Euro, davon rund 7500 Euro als Landeszuschuss. Zum Glück erfordern die an den Turmaußenwänden sichtbaren Risse derzeit kein Eingreifen. Die Risse stammen wohl aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, als die Truppen des spanischen Feldherrn Spinola die Burg zerstörten, aber beim Versuch, den Turm zu schleifen, scheiterten. Die vermutlich dabei entstandenen senkrechten Fugenrisse vergrößern sich derzeit nicht. Das stellte das Landesamt für Geologie und Bergbau fest. Mitarbeiter der Behörde seilten sich zweimal pro Jahr zu festgelegten Punkten ab und vermaßen die Risse. Die Veränderungen waren so gering, dass „Entwarnung“ gegeben werden konnte. Künftig wird nur noch alle fünf Jahre gemessen. (wld)

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