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Bad Kreuznach

Stadtwerkechef verteidigt Beteiligung an Windpark

Ein „windiges Geschäft auf Kosten der Stromkunden“ wirft das Bündnis für soziale Energiepreise und gerechte Politik (Büfep) den Kreuznacher Stadtwerken vor.

Windräder
Windenergieanlagen.
Foto: Patrick Pleul/Archiv – DPA

Von unserem Redakteur Harald Gebhardt

Der regionale Energieversorger „garantiert eine feste Rendite für die Windkraftinvestoren in Fürfeld und lässt alle Stromkunden dafür bezahlen. Das ist ein unseriöses Geschäftsmodell“, stellen Wilhelm Zimmerlin, Gerd Cremer und Reinhard Nühlen von Büfep fest und werfen Stadtwerkechef Dietmar Canis vor, das wirtschaftliche Risiko für das Engagement dort falsch eingeschätzt zu haben und auf die Normalkunden abwälzen zu wollen.

Zum Hintergrund: Mit 4,6 Millionen Euro beteiligen sich die Stadtwerke an dem Windpark bei Fürfeld (geplante Gesamtinvestition: 39,3 Millionen Euro für acht Windkraftanlagen). Gleichzeitig haben die Stadtwerke im Juni 2013 ein Kundendarlehensprogramm zur Finanzierung von Projekten zu Erneuerbaren Energien in der Region aufgelegt und den Darlehensgebern eine gesicherte Rendite zugesagt. Bei einer Laufzeit von sieben Jahren garantieren die Stadtwerke drei bis vier Prozent Zinsen – eine lukrative Geldanlage für die Investoren. 283 Verträge wurden abgeschlossen, 4 Millionen Euro kamen so zusammen. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Koblenz für den Windpark Fürfeld aber einen Baustopp bis zur Vorlage einer neuen Umweltverträglichkeitsprüfung verfügt hat, stehen nicht nur die Windräder still – auch die Umsatzerlöse bleiben aus. Für 2014 war ein Umsatzerlös von 3,9 Millionen Euro erwartet worden.

Für Canis steht außer Frage, dass sich die Stadtwerke als Unternehmen am Energiemarkt im Bereich Regenerative Energien engagieren müssen. Er weiß natürlich auch, dass dies „mit Risiken und Chancen verbunden ist“. Die Vorwürfe des Büfep weist er zurück und betont, dass die Kundendarlehen nicht zweckgebunden für die Anlage in Fürfeld gewesen seien. Von dem Bilanzvolumen der Stadtwerke über 90 Millionen Euro ist die Hälfte Eigenkapital, 45 Millionen sind Fremdkapital. Kundendarlehen seien dabei eine Art der Finanzierung, so Canis. Natürlich tragen die Stadtwerke das Risiko, wenn sie sich bei erneuerbaren Energien engagieren. Das Risiko sei aber für die normalen Kunden kaum größer, als wenn die Stadtwerke die 4 Millionen Euro über einen Bankkredit mit den entsprechenden Zinsbelastungen aufgenommen hätten. Canis: „Der Vorwurf des Büfep geht deshalb an der Realität vorbei.“

Auch was das Projekt in Fürfeld angeht, ist Canis zuversichtlich. Für 2014 habe man hier noch nicht groß mit Gewinn kalkuliert. Für ihn ist es ein längerfristiges Projekt mit einer Laufzeit von mehr als 20 Jahren. Canis ist überzeugt, dass der Windpark trotz der Verzögerungen noch die erhoffte Rendite abwerfen wird.

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