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Siefersheim: 43-Jährigem Familienvater wird mehrfacher Kindesmissbrauch vorgeworfen

Siefersheim/Rheinhessen – Ein Tag nach der Verhaftung des 43-jährigen Familienvaters, dem Kindesmissbrauch im mehreren Fällen vorgeworfen wird, kurz noch 12 Uhr mittags: In der 1300-Einwohner-Gemeinde Siefersheim ist alles ruhig. Durch eine Internetmeldung der Allgemeinen Zeitung war der Vorfall am Dienstagabend bekannt geworden.

Siefersheim/Rheinhessen – Ein Tag nach der Verhaftung des 43-jährigen Familienvaters, dem Kindesmissbrauch im mehreren Fällen vorgeworfen wird, kurz noch 12 Uhr mittags: In der 1300-Einwohner-Gemeinde Siefersheim ist alles ruhig. Durch eine Internetmeldung der Allgemeinen Zeitung war der Vorfall am Dienstagabend bekannt geworden.

Siefersheim/Rheinhessen – Ein Tag nach der Verhaftung des 43-jährigen Familienvaters, dem Kindesmissbrauch im mehreren Fällen vorgeworfen wird, kurz noch 12 Uhr mittags: In der 1300-Einwohner-Gemeinde Siefersheim ist alles ruhig. Durch eine Internetmeldung der Allgemeinen Zeitung war der Vorfall am Dienstag bekannt geworden.

Für Ortsbürgermeister Volker Hintze (60) ist es der „schwerste und auch traurigste Tag“ in seiner zwölfjährigen Amtszeit. Es fällt ihm nicht leicht, über die Vorwürfe zu sprechen, die einem Siefersheimer angelastet werden. Schließlich hat Hintze selbst drei Töchter und zwei Enkel (15 und 11 Jahre).

Fassen kann oder will die Wahrheit, die jetzt ans Tageslicht zu kommen scheint, kaum jemand, fast alle sind schockiert, viele Eltern verunsichert, nachdem sich ein Gerücht, das seit vergangenem Wochenende im Dorf kursierte, bestätigt hat. Bereits seit Dezember 2010, so die Staatsanwaltschaft Mainz auf Anfrage, sei gegen den 43-Jährigen ermittelt worden. Damals hatte sich eine Siebenjährige ihren Eltern anvertraut. Dem Hausmann, der nicht nur seine, sondern auch weitere Kinder nachmittags betreute, wird vorgeworfen, vier Mädchen im Alter zwischen 7 und 9 Jahren missbraucht zu haben.

„Im ersten Moment ist man entsetzt und steht dem machtlos gegenüber“, erklärt Hintze. Denn alle, die den 43-Jährigen mehr oder weniger gut kannten, beschreiben ihn als „nett“, „normal“, „unauffällig“, als einen, der sich zwar im Dorf nicht überdurchschnittlich engagierte, aber auch kein Außenseiter war. Der Verdächtige war tatsächlich „der liebe Nachbar von nebenan“, der nie groß in Erscheinung trat, weder im Positiven noch im Negativen, so Hintze weiter. Er kannte ihn nur als Familienvater. Der nicht mehr arbeiten ging, sondern sich schon längere Zeit um die Erziehung seiner Kinder kümmerte, in Elternzeit. Im Gemeindekindergarten packte er mit an, in mehreren Chören und Gesangsvereinen engagierte er sich.

Friedrich Wilhelm Löb vom MGV Sängerbund 1892 im benachbarten Gumbsheim, bei dem der Verdächtigte noch vor Kurzem vertretungsweise dreimal als Chorleiter aushalf, weiß nur Gutes über ihn zu berichten. Auch für ihn ist das Ganze „unvorstellbar“.
Am Dienstag wurde der 43-Jährige festgenonmmen. Seither sitzt er in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Rohrbach nahe der Nachbargemeinde Wöllstein.

Beim Siefersheimer Ortsbürgermeister Volker Hintze steht das Telefon nicht mehr still. Eine Medienanfrage nach der anderen, alle wollen mehr wissen zu den Vorfällen und zum Verdächtigten. Zwar sei es nicht gerade schön, zu einem solchen Thema interviewt zu werden, doch: „Die Leute haben ja ein verständliches Informationsbedürfnis.“

Alles will Hintze dann aber doch nicht preisgeben, denn es gehe jetzt auch darum, „das Dorf und die betroffenen Familien zu schützen“. Im Telefonat mit einer Fernsehmitarbeiterin spricht er gar von einem notwendigen „Schutzwall“ ums Dorf: „Man kann jetzt nicht alle Siefersheimer unter Generalverdacht stellen.“ Am Mittwochmorgen hat er in aller Ruhe mit den sieben Erzieherinnen und Mitarbeiterinnen des Gemeindekindergartens um Leiterin Irina Söntgerath gesprochen. Es sei darum gegangen, in einem ersten Austausch fernab der Öffentlichkeit das Geschehene zu verarbeiten.

Für Hintze stehen die nächsten Schritte fest: Zum einen will er in Absprache mit dem Kindergarten-Team und Eltern einen Experten einladen, der darüber informiert, wie man mit einem solchen Vorfall umgeht. Außerdem müsse man überlegen, wie man die Kinder sensibilisieren könne. Sie müssten lernen, Grenzsituationen wahrzunehmen und sich danach einem Erwachsenen anzuvertrauen.

Ortswechsel. Wir klingeln an der Tür von Dieter Emig, dem evangelischen Pfarrer von Siefersheim. „Nein“, sagt Emig, „ich kenne den Mann überhaupt nicht.“ Daher könne er auch nichts sagen. (gst/hg/rg/mz)

Bad Kreuznach
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