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Bad Kreuznach

SERIE 200 Jahre Heilbad: Zweite Blütezeit währte nur kurz – Szenen aus dem Kreuznacher Kurleben

Mit dem rapide wachsenden Zustrom an Kurgästen nach der Entdeckung der Solequelle auf der Bad Kreuznacher Badeinsel wurde der Bau eines repräsentativen Gebäudes erforderlich. 1841 bis 1843 entstand so das erste Kurhaus als zweigeschossige Dreiflügelanlage auf einem Sockel mit breiten Steintreppen, hohen Rundbogenfenstern und flachem Walmdach. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Beschaffung des nötigen Baugeldes in Höhe von 50.000 Talern deckte Kurgast Prinz Karl schließlich den Restbetrag.

Als Teilnehmer bei der Einweihung des klassizistischen Prachtbaus im Jahr 1843 werden in den Annalen unter anderem Bettina von Arnim und Fürst Lichnowsky genannt.

Die Solbäder AG hatte nun ein Konversations-, Bade- und Gasthaus, um den immer zahlreicheren königlichen, fürstlichen und adligen Gästen ein passendes Ambiente zu bieten. Kurz nach der Jahrhundertwende konnte der Kreuznacher Apotheker Karl Aschoff das radioaktive Radon in den Solequellen nachweisen und legte damit das Fundament für Radontherapien.

Dies löste einen zusätzlichen Boom aus und beflügelte die städtische Solbäder AG, ein viele größeres und modernes Kurhaus zu bauen. Der Altbau wurde abgerissen, sein Material teils für den Bau des Hotels Quellenhof auf der anderen Naheseite genutzt. In sieben Monaten entstand ein imposanter Gebäudekomplex mit einer 64 Meter langen und 28 Meter hohen Front nach Plänen des Münchner Architekten Emanuel von Seidl. Am 1. Juli 1913 wurde das neue Kurhaus eingeweiht. 1914 öffnete auch das Hotel mit 150 Betten und 44 Bädern, das den Namen Palasthotel trug – kurz vor Kriegsbeginn. Der pensionierte Studienrat Dr. Wolfgang Mohr hat unzählige seltene und kunstvolle Postkarten aus der großen Zeit des Kreuznacher Kurwesens gesammelt und seinen historischen Kalender 2017 der 200-jährigen Kurgeschichte gewidmet.

Die neue Blütezeit des Heilbades nach Aschoffs bahnbrechender Entdeckung und den herausragenden Neubauten Kurhaus, Bäderhaus und Radoninhalatorium währte nur kurz: Fluchtartig verließen die Kurgäste nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs das Bad. Und als im Januar 1917 das Große Hauptquartier nach Bad Kreuznach verlegt wurde, wurden viele Hotels und Gasthäuser für die Stäbe beschlagnahmt. Dazu überschwemmte 1918 ein katastrophales Hochwasser große Teile des Stadtgebietes. Die nach dem Krieg bis 1928 andauernde Besetzung bedeutete einen weiteren großen Rückschlag in der Entwicklung des Heilbades. Danach wurden weitere Hotels abgerissen. Der Niedergangs des Bades setzte sich fort.

Von unserem Redakteur Harald Gebhardt

200 Jahre Heilbad: Die Kur im Wandel der Zeit

Heute: Szenen aus dem

Kurleben am Ende des 19. Jahrhunderts

Bad Kreuznach
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