40.000
Aus unserem Archiv
Bad Kreuznach

Schlanker Weihnachtsbaum liegt im Trend – aber wo kommt er her?

„O Tannenbaum, o Tannenbaum“, wer es ernst nimmt mit dem beliebtesten Weihnachtssymbol weltweit, der hat es nicht leicht. Denn vor dem Kauf steht mittlerweile nicht nur die Frage, ob im Wohnzimmer die Nordmanntanne, eine Blaufichte oder gar eine Kiefer stehen soll – nein, auch Fragen, wo denn der Baum her kommt oder unter welchen Bedingungen er gezogen wurde, sind wichtig.

Lars Zimmermann und seine Kettensäge leisten vor Weihnachten Schwerstarbeit in seiner Weihnachtsbaumkultur in Sponheim. Insgesamt bewirtschaftet er 50 Hektar, das entspricht rund 80 Fußballfeldern.
Lars Zimmermann und seine Kettensäge leisten vor Weihnachten Schwerstarbeit in seiner Weihnachtsbaumkultur in Sponheim. Insgesamt bewirtschaftet er 50 Hektar, das entspricht rund 80 Fußballfeldern.
Foto: Josef Nürnberg

Es ist der 30. November, einen Tag vor dem 1. Dezember, an dem der Forstbetrieb Zimmermann seinen traditionellen Weihnachtsbaumverkauf auf der Pfingstwiese eröffnet. Inhaber Lars Zimmermann steht mit der Kettensäge in einer seiner Weihnachtsbaumkulturen in Sponheim. Es regnet leicht, aber da müssen er und seine Mannschaft nun durch. Schließlich steht er mit seinem Unternehmen „Hunsrücker Weihnachtsbäume“ dafür, die Verkaufsstellen gewissermaßen mit tagesfrischen Bäumen zu beliefern.

Der Weihnachtsbaumfachmann stellt in den vergangenen Jahren einen Trend zu schlanken Bäumen fest – da es an Platz in den Wohnungen mangelt.

Der Preis ist in etwa gleichbleibend. Der Bundesverband nennt für die Nordmanntanne je Meter einen Preis zwischen 18 und 24 Euro. Zimmermann nimmt 18 Euro und liegt im unteren Bereich. Dafür bekommt der Kunde einen frischen Baum, der nicht schon im Oktober geschlagen wurde.

Beim Blick über die Kultur wird klar, dass die Nordmanntanne der beliebteste Baum der Deutschen ist. „Etwa 80 Prozent unserer Kunden wollen diesen Baum“, sagt Zimmermann. Dem Kundenwunsch kommt er natürlich nach. Neben Nordmanntannen pflanzt er auch Fichten, Kiefern und Nobilistannen auf 50 Hektar an – seit er noch einen weiteren Betrieb übernommen hat. Sogar am Nürburgring hat er Kulturen. „Das hängt damit zusammen, dass die Fichte mehr Niederschläge braucht und diese in der Eifel höher sind“. Die Streuung hat aber auch den Vorteil, dass er bei Spätfrösten oder Hagel keine Totalausfälle befürchten muss. Rund sechs Jahre braucht schließlich ein Baum bis er zur Weihnacht im Wohnzimmer stehen wird.

Bis dahin sind Zimmermann und seine Leute mehrmals um jeden Baum gegangen und haben von Hand die frischen Seitentriebe abgeknipst. Dadurch wächst der Baum langsamer und wird dichter. Hierfür gibt es zwar auch die chemische Keule, aber von der hält Zimmermann nichts.

Wolfgang Schuh, Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes, zieht beim Christbaum die Fichte der edlen Tanne vor.
Wolfgang Schuh, Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes, zieht beim Christbaum die Fichte der edlen Tanne vor.
Foto: Josef Nürnberg

Das sieht man auch beim Blick in die Kultur. Hier sprießt das Gras zwischen den Bäumen. Herbizide sind Fehlanzeige und das nicht erst seit „Roundup“ in der Diskussion ist. Auch das bedeutet mehr Arbeit, denn gerade in Junganlagen muss Zimmermann den Unkrautdruck im Auge behalten. Zudem will er seine Kulturen zertifizieren lassen.

Wolfgang Schuh, Geschäftsführer des Waldbesitzerverband RLP weiß, dass der Anbau von Weihnachtsbaumkulturen großes Können voraussetzt. Es sei eben etwas anderes als der Waldbau und damit nicht ureigenste Sache der Forstämter. „Wer am Markt bestehen will, der muss gute Bäume liefern“, sagt er. „Kehrbesen“ fänden nur selten Liebhaber. Aufgrund der langen Anbauzeit und der intensiven Pflege hält Schuh die Preise für die Bäume realistisch.

Aus seiner Sicht verdienen die Baumärkte nichts am Weihnachtsbaumverkauf. „Für sie ist es ein Zusatzgeschäft, um Kunden in die Märkte zu locken.“ Sorge, dass der Kunstbaum den Naturbaum Konkurrenz machen wird, hat er nicht. Übrigens liegt Schuh nicht im Trend, was seinen Wunschbaum anbelangt. „Bei mir wird es keine Nordmanntanne geben, sondern ich bin ganz altmodisch und schlage eine Fichte“. Josef Nürnberg

Bad Kreuznach
Meistgelesene Artikel
Anzeige
UMFRAGE
Wer will an der Uhr drehen?

Sommerzeit: Soll es dabei bleiben, dass wir im Frühsommer die Uhren eine Stunde vorstellen?

Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
Online
E-Mail

News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
UMFRAGE (beendet)
Markt am Samstag?

Das Mainzer Markt-Frühstück ist ein Kult-Event. Wäre das auch etwas für Bad Kreuznach?

Ja, unbedingt!
69%
Nein, eher nicht.
31%
Stimmen gesamt: 109
Anzeige
Regionalwetter
Mittwoch

16°C - 28°C
Donnerstag

18°C - 31°C
Freitag

15°C - 29°C
Samstag

15°C - 27°C
epaper-startseite