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Kirn

Schinderhannes als T-Shirt-Motiv: Der Region durstigster Räuber wirbt für Kirner Bier

Klaus Pfrengle

„Einstens schon beim Schinderhannes war Kirner Bier der Trunk des Mannes“ – der Kinowerbeslogan mit dem prägenden Bildnis des Hunsrücker Räubers aus den frühen 1970er-Jahren ziert nunmehr als Schriftzug das neue T-Shirt der Kirner Privatbrauerei. Der Legende nach sollen er und seine Bande im heutigen „Julche“ am Kirner Marktplatz einige Krüge davon geleert haben. Andere wissen, dass es wohl nur ein Werbegag bei der Hausrenovierung gewesen ist. Klar ist: Rückblickend betrachtet, war der Bierkonsum von Johannes Bückler, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, wohl ein Geschenk für die 1798 gegründete Privatbrauerei, die zu Schinderhannes' „Glanzzeiten“ noch in den Kinderschuhen steckte und gerade fünf Jahre bestand, als „Hannes“ in Mainz hingerichtet wurde (1803). Seither dient der Schinderhannes irgendwie als Werbeträger und sogar Namengeber für eine spezielle Biersorte. Und das immer mal wieder, wie jetzt auch auf dem neuerlichen Shirt zu sehen ist.

Brauereigeschäftsführer Michael Peitz (von links), Stefanie Heimer und Dirk Bartnick präsentieren das neue Shirt der Kirner Brauerei, die mal wieder den Schinderhannes thematisiert.  Foto: Klaus Pfrengle
Brauereigeschäftsführer Michael Peitz (von links), Stefanie Heimer und Dirk Bartnick präsentieren das neue Shirt der Kirner Brauerei, die mal wieder den Schinderhannes thematisiert.
Foto: Klaus Pfrengle

Verkauf startet am 23. April

„Das weiße Logo auf blauem Hintergrund spricht an und wird daher sicherlich seine Fangemeinde finden“, freut sich Brauereigeschäftsführer Michael Peitz schon auf den Verkaufsstart just am Tag des Deutschen Bieres am 23. April. Von 16 bis 20 Uhr öffnet sich für alle Freunde des Bieres – nicht nur für die 6809 Mitglieder des Bier-Clubs – wieder der Brauereihof zu einer großen Sause. Der steht auch als Parkfläche zur Verfügung.

Die Veranstaltung zu Füßen des Schornsteins ist seit Jahren schon ein Selbstläufer. Gespannt sein darf man, inwieweit sich das neue Shirt diesmal auch bei Frauen als Verkaufsschlager erweisen wird. Anders als heute galt in den 1960er- und 70er-Jahren ein eher konservativer Zeitgeist, wonach man im Zusammenhang mit Bier und Werbung nur vom „Trunke des Mannes“, nicht der Frau, von den Leinwänden verschiedener Kinos grüßte.

Die Marke Kirner Bier ist seit der ersten Maische ein regionales Produkt. „Wir sind Kirner“ – für die Privatbrauerei bedeuten die drei Worte weit mehr als nur den Werbeslogan schlechthin. Kein Spruch aus der Endlosschleife. Nein, die Kampagne wird ebenso gelebt wie die Schlagworte „Aus der Region, für die Region“. Solche und ähnliche sich einprägende Sprüche stehen ein Stückweit für die emotionale Neupositionierung der Marke Kirner Bier. Die Bindung sowie Verwurzelung zu den Menschen hier gilt es mehr denn je sorgsam zu pflegen und auszubauen. „Der allgemeine Bierumsatz geht Jahr für Jahr zurück, und alle Brauereien haben am Markt zu kämpfen“, informiert Peitz über deutschlandweit besorgniserregende Statistiken. Auch in Kirn? „Wir wehren uns tapfer und schwimmen aus unserer Sicht erfolgreich gegen den Trend“, ergänzt Verkaufsaußendienst- und Handelsmitarbeiter Dirk Bartnick. Die Umsatzzahlen 2017 gäben allen Anlass zur Freude. Beide äußern sich zufrieden über Umsatz und Ertrag.

Man profitiere davon, dass sich vor allem immer mehr jüngere Menschen mit der Marke Kirner Bier identifizieren. „Wir spüren gerade bei der Personengruppe 20 plus eine steigende Akzeptanz“, beobachtet Bartnick. Dem Maibock folgt rechtzeitig zum Start der Fußballweltmeisterschaft ein leichtes Sommerbier. „Spritzig und schluckfreudig werden wir es anbieten“, verspricht Peitz.

Der Bier-Club erlebt einen Boom

Auch diese limitierte Auflage kommt wieder in den 0,5-Liter-Bügelflaschen in die Regale des Fachhandels. Apropos „Halbe“. Das „Langholz“, wie die große Flasche im Volksmund heißt, wird insgesamt wieder stärker nachgefragt. „Nicht selten zieht gerade die junge Generation diese Version dem Stubbi vor“, so Bartnick. Der Bier-Club habe sich zum Selbstläufer entwickelt. Im Schnitt kommen jede Woche fünf neue Mitglieder hinzu, und dies, obwohl sich die Werbemaschinerie eher auf Mundpropaganda beschränkt. Man identifiziert sich mit der Brauereifamilie und ist gern Teil davon.

Übrigens: In Kürze soll das Kulturprogramm für das laufende Jahr vorgestellt werden. „Wir arbeiten noch daran“, so Peitz. In welchem Umfang die 220-Jahr-Feier im Herbst stattfinden wird, ist noch offen. „Wir lassen uns etwas einfallen, um diesen Anlass gemeinsam mit allen Bierfreunden gebührend zu feiern“, verspricht Michael Peitz seinen Kunden.

Von unserem Mitarbeiter Klaus Pfrengle

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