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Bad Münster-Ebernburg

Salinenabriss könnte Nachbarhaus gefährden: Beweissicherung soll den Fall klären

Niemand hat wohl ein engeres Verhältnis zur Saline Ost als Rolf-Werner Blum aus Bad Münster am Stein. Sein Haus grenzt nicht nur unmittelbar an das Gradierwerk an, nein Pfeiler der früher wesentlich längeren Saline stehen sogar noch in seinem Keller.

Er wohnt direkt nebenan: Rolf-Werner Blum will vor dem Abriss der Saline Ost ein Beweissicherungsverfahren eines unabhängigen Gutachters für seine angrenzende Immobilie.
Er wohnt direkt nebenan: Rolf-Werner Blum will vor dem Abriss der Saline Ost ein Beweissicherungsverfahren eines unabhängigen Gutachters für seine angrenzende Immobilie.
Foto: Josef Nürnberg

Von unserem Reporter Josef Nürnberg

Dadurch fürchtet er bei einem Abriss der Betonwanne und der Unterkonstruktion der Saline mögliche Schäden an seinem Gebäude. In einem Brief an Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer, auf dessen Beantwortung Blum gut drei Wochen warten musste, hat sie ihm zugesagt, dass vor dem Abriss des Gradierwerkes ein Beweissicherungsverfahren durchgeführt werden muss – wobei der obere Pfeiler des Gradierwerkes auf jeden Fall stehen bleiben muss, da er Blums Gebäude unmittelbar trägt.

Blum will zwar nicht stänkern und keineswegs Stimmung machen, aber den Abriss der Unterkonstruktion versteht er überhaupt nicht. Er lächelt, wenn er von Wasserstandsmeldungen aus dem Stadthaus hört, die mit geschätzten Abrisskosten in Höhe von 100 000 Euro rechnen. "Nie im Leben, das ist doch alles kontaminiert und von daher sicherlich wie Sondermüll zu behandeln." Auch das Erdreich unter dem Gradierwerk ist laut Blum bis in tiefere Schichten mit Sole getränkt. Blum glaubt nicht, dass die Bagger das Gradierwerk mal eben ganz locker umlegen könnten.

Das mag in Teilen funktionieren, aber in Sachen Hartnäckigkeit der Pfeiler, die einst von der Burgruine Rheingrafenstein stammten, kann er ein Lied singen. Denn als sein Vater das Haus in Verlängerung des Gradierwerkes 1966 baute, wollte der schon die Bruchsteinpfeiler entfernen. Auch sein Vater ließ den Bagger anrücken, doch der biss sich gewissermaßen die Zähne an den Pfeilern aus. So blieben einige Pfeiler einfach im Blum'schen Anwesen bis heute stehen. Diese Vorgehensweise empfiehlt er auch der Stadt, um dann möglicherweise auf ein Beweissicherungsverfahren zu verzichten.

Blum sagt von sich, dass er kein Schwärmer ist und von daher nicht den Neubau des Gradierwerkes fordert. Er könnte sich aber vorstellen, die Unterkonstruktion zu erhalten, sie mit Erde anzufüllen und an Rankgerüsten Efeu oder ähnliche Pflanzen in die Höhe wachsen zu lassen. "Damit wäre der Sichtschutz gegeben und der teure Abriss entfiel." Vielleicht könnten ja Zimmererlehrlinge auf einem Teil des Unterbaues wieder ein Gradierwerk nach alten Plänen errichten, meint er.

Dagegen teilte ihm die Oberbürgermeisterin mit, dass die Denkmalschutzbehörde klare Vorgaben gemacht hat, wie die Parkabgrenzung zu errichten ist. Demnach muss die Unterkonstruktion verschwinden. Nicht nur Blum die Unterkonstruktion hätte sie gern weiter genutzt: Die Stauräume unter dem Gradierwerk dienten bis dato zur Aufbewahrung von Ausstattungsteilen des Mittelaltermarktes. Während Kaster-Meurers verspricht, dass sie "selbstverständlich" Blums Anregungen in die Planungen einbeziehen will, sagt sie ihm kein Beweissicherungsverfahren durch einen unabhängigen Gutachter zu, wie es Blum fordert. Im Schreiben der OB heißt es: "Die Stadt führt ein Beweissicherungsverfahren durch."

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