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Meisenheim

Richtfest für die neue Glantal-Klinik gefeiert

Die Gesundheitsminister der Bundesländer schauen gespannt auf das kleine Meisenheim. Auf dem Liebfrauenberg wird für mehr als 42 Millionen Euro ein Modellprojekt für die medizinische Versorgung einer ländlich geprägten Region errichtet.

Beim Richtfest freuten sich (von links): Geschäftsführer Dr. Gerald Gaß, Minister Alexander Schweitzer, Verwaltungsdirektor Stephan Backs, Ärztliche Direktorin Ulrike von der Osten-Sacken, Belinda Fuchs (Sprachheilzentrum), Architekt Martin Rieger und Personalrätin Petra Gulla-Hesse.
Beim Richtfest freuten sich (von links): Geschäftsführer Dr. Gerald Gaß, Minister Alexander Schweitzer, Verwaltungsdirektor Stephan Backs, Ärztliche Direktorin Ulrike von der Osten-Sacken, Belinda Fuchs (Sprachheilzentrum), Architekt Martin Rieger und Personalrätin Petra Gulla-Hesse.
Foto: Klaus Dietrich

„Hier entsteht etwas ganz Besonderes", hob am Freitag der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD) beim Richtfest für die neue Glantal-Klinik die Bedeutung des Projekts hervor.

Schweitzer, der an den Koalitionsverhandlungen für die neue Bundesregierung teilnimmt und dabei auf eine qualitativ gute medizinische Versorgung des ländlichen Raumes drängt, konstatierte vor zahlreichen Gästen: „Nachdem 1997 die Meisenheimer für den Erhalt ihres Krankenhauses aufgestanden waren und das Land ein Versprechen für den Fortbestand gegeben hatte, kann ich heute sagen: Wir haben unsere Zusage eingehalten. Hier steht der Beweis."

Trägerin der Glantal-Klinik ist das Landeskrankenhaus (AöR). Dessen Geschäftsführer Dr. Gerald Gaß war am Freitagmorgen einfach nur glücklich: „Ich freue mich unheimlich." Der Klinikneubau sei angesichts der Schuldenbremse des Landes keine Selbstverständlichkeit. Mehr als 21 Millionen Euro steuert das Land bei. „Dafür sind die 200 Mitarbeiter der Glantal-Klinik dankbar", betonte Gaß. Mit dem innovativen Konzept könne Meisenheim ein Vorbild für ganz Deutschland werden: „Heute ist für die Gesundheitspolitik des Landes ein ganz wichtiger Tag." Schließlich leben die allermeisten Menschen in Deutschland in ländlichen Regionen – und nicht in den großen Städten, bemerkte Minister Alexander Schweitzer, der unter den Gästen die Abgeordneten Bettina Dickes (CDU), Peter Wilhelm Dröscher (SPD) und Antje Lezius (CDU) begrüßen konnte.

Meisenheims Stadtbürgermeister Werner Keym rief ins Gedächtnis: „Wer hätte das im Jahr 2000 geahnt, welche neue Entwicklung auf dem Liebfrauenberg eintreten wird. Heute ist ein guter Tag für Meisenheim und die Region." Für die derzeit durch den Baulärm belasteten Anwohner der Liebfrauenbergstraße hatte Keym ein tröstendes Gedicht parat: „Die Bauphase wird vergehen, aber die Klinik bleibt bestehen."

Am 21. September 2012 wurde mit dem symbolischen ersten Spatenstich der Neubau des Gesundheitszentrums auf dem Meisenheimer Liebfrauenberg begonnen. 13 Monate später ist der Rohbau bereits fertiggestellt. „Eine sehr gute und zuverlässige Arbeit aller am Bau Beteiligten", stellten die Verantwortlichen des Landeskrankenhauses und der Glantal-Klinik Meisenheim übereinstimmend fest.

Das neue Gesundheitszentrum auf dem Liebfrauenberg wird auf 7900 Quadratmeter Fläche über 120 Krankenhausbetten für die Neurologische Akutversorgung mit Schlaganfalleinheit, für Innere Medizin und Chirurgie verfügen. Hinzu kommen 30 Rehabetten für die Neurologische Rehabilitation. Diese Leistungen sollen ausschließlich in attraktiven Ein- und Zweibettzimmern angeboten werden.

Neben der bereits 2011 erfolgten Gründung des Medizinischen Versorgungszentrums conMedico Glantal gGmbH wird das neue Gesundheitszentrum über eine interdisziplinäre Grundversorgungsabteilung mit Behandlungsmöglichkeiten aus den Gebieten Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Orthopädie und Urologie verfügen. Mit dem integrierten Facharztzentrum, in dem ambulant tätige Ärzte aus verschiedenen medizinischen Disziplinen ihre Leistungen anbieten und ihre Patienten im Bedarfsfall auch stationär weiter behandeln können, ist eine zukunftsfähige Verbindung von stationärer und fachärztlicher ambulanter Versorgung unter einem Dach gelungen. Gerade die Knappheit fachärztlicher Ressourcen außerhalb der großen Städte veranlasse die Krankenhausplanung, neue Wege zu gehen. Dadurch werde auch in ländlichen Regionen eine fachärztliche Versorgung gewährleistet, merkte Gesundheitsminister Schweitzer an. Moderne Operationssäle in Verbindung mit dem Notarztstandort sollen eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung auch in Notfällen garantieren.

„Dabei haben wir von Anfang an auf das Prinzip der Transparenz gesetzt. Die Zielstellungen und das Konzept zum Umbau des Meisenheimer Krankenhauses zu einem ambulant-stationären Gesundheitszentrum wurden breit kommuniziert. Wir haben zur Mitarbeit ausdrücklich eingeladen", berichtete der Geschäftsführer.

Personalratsvorsitzende Petra Gulla-Hesse dankte anlässlich des Richtfests den Bauarbeitern und der Architektin Ilona Krauß für das harmonische Miteinander. Die Vorsitzende des Personalrats rief dazu auf, die familiäre Atmosphäre von der alten Klinik in den Neubau mitzunehmen und zu bewahren. Martin Rieger, Architekt vom Büro Sander und Hofrichter, ging auf die architektonischen Besonderheiten des Großprojektes ein. Den Qualitäten des Lichts und der Natur werde in Meisenheim ein großer Stellenwert eingeräumt.

Die etwa 200 Gäste des Richtfestes feierten noch lange und angeregt die plangerechte Fertigstellung des imposanten Rohbaus.

Von unserem Redakteur Klaus Dietrich

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