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Region soll vom Wind profitieren

Kreis Bad Kreuznach – Stadtwerke Bad Kreuznach, Träger und Betreiber des geplanten Windparks Fürfeld arbeiten an einem positiven Image des Großprojekts, das 2013/2014 realisiert werden soll.

Kreis Bad Kreuznach – Der Baubeginn für den Windpark Fürfeld rückt in greifbare Nähe.

In den Jahren 2013/2014 sollen die Energiegewinnungsanlagen in zwei Abschnitten aufgestellt werden und ans Netz gehen, hieß es am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Stadtwerke Bad Kreuznach und der Spitzen der Energiegesellschaft Fürfeld (EGF) sowie der Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) mit Namen "Energiegewinnung und -versorgung Verbandsgemeinde Bad Kreuznach" (EGVKH).

Die Baugenehmigung liegt vor – allerdings auch ein Widerspruch der Bürgerinitiative Gegenwind Fürfeld dagegen. "Die Anlagen sind bestellt, die Preise liegen fest, die notwendigen Aufträge werden vorbereitet", sagt EGF-Geschäftsführer Matthias Pravetz. Und: Die Finanzierung stehe.

An was es noch mangelt, ist das positive Image des Projekts. Dafür wirbt auch Dietmar Canis, Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH Bad Kreuznach. Diese beteiligt sich mit 4,6 Millionen Euro an dem zukünftigen Windpark, dessen Investitionsvolumen insgesamt bei 39,3 Millionen Euro liegt. Knapp über neun Millionen davon sollen als Eigenkapital einfließen, der Rest wird über zwei Banken finanziert. Zum Eigenkapital zählen die Einlagen der Stadtwerke ebenso wie die Beteiligung der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach und von fünf Ortsgemeinden in der VG und das finanzielle Engagement von Bürgern. Allerdings sind dies weniger als erwartet, dafür wollen die rund 30 privaten Beteiligten zusammen fast eine Million Euro beisteuern.

"Wir haben schon fast zu viel Eigenkapital", sagt Matthias Pravetz zufrieden. Und er betont, dass man das gesamte Projekt auch an einen anonymen Fonds hätte weitergeben können. Doch er sieht dahinter ein Bekenntnis zur Region – und eine große Chance, wie Erster VG-Beigeordneter und EGVKH-Vorstand Volker Lorenz hinzufügt. Er sagte, dass es in ganz Rheinhessen keinen geeigneteren Standort gebe. Der "Bürgerwindpark" sei ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Die Vorgaben für WindkraftVorranggebiete machte die Regionale Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe, die Ortsgemeinde war gehalten, entsprechendes Baurecht zu schaffen, betonte der Fürfelder Ortsbeigeordnete Willi Kumm. Man habe nur das Beste gewollt und sei über die Konflikte mit der Bürgerinitiative alles andere als glücklich. Diese hatte einen Bürgerentscheid erzwungen, durch den die finanzielle Beteiligung der Ortsgemeinde Fürfeld am Projekt unmöglich wurde. Damit wurde aber keineswegs der Windpark verhindert, sagt Pravetz. Und im Übrigen verdiene Fürfeld trotz allem rund eine Million Euro innerhalb von 25 Jahren daran – immerhin hat die Ortsgemeinde derzeit 900 000 Euro Schulden.

VG-Bürgermeister Peter Frey unterstrich, dass die Genehmigungs- und Prüfungsverfahren durch die Kreisverwaltung mit höchster Akribie durchgeführt worden seien.

Stadtwerke, Träger und Betreiber wollen an einem Strang ziehen, um der Öffentlichkeit das Projekt als Teil der Energiewende schmackhaft zu machen. Es gehe um "Strom aus der Region für die Region", um die Möglichkeit der dezentralen Versorgung. Die Stadtwerke GmbH denkt daran, für ihre Windparkbeteiligung eine Art Kundendarlehensprogramm für Einlagen ab 1000 Euro aufzulegen.

Nur eines kann das Projekt noch gefährden, ist man sich in der Runde einig: die große Politik, die um Einspeisevergütungen feilscht. Für Matthias Pravetz ist es "traurig, dass dies derzeit zum Wahlkampfthema wird".

Rainer Gräff

Bad Kreuznach
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