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Rainer Gräff: Elf Helden und ein Dummschwätzerhut

Turek, Eckel, Rahn …. meine frühesten Erinnerungen an eine Fußballweltmeisterschaft kreisen um einen vergilbten Zeitungsausschnitt mit einem Mannschaftsfoto: die Weltmeister von 1954, die „Helden von Bern“. Dabei war ich bei diesem Triumph der Nationalmannschaft Sepp Herbergers noch längst nicht auf der Welt.

Der deutsche Stürmer und Kapitän Fritz Walter (oben) und sein Teamkollege Horst Eckel (rechts) werden nach dem Triumph im Fußball-WM-Finale 1954 im Wankdorfstadion in Bern auf Schultern getragen.
Der deutsche Stürmer und Kapitän Fritz Walter (oben) und sein Teamkollege Horst Eckel (rechts) werden nach dem Triumph im Fußball-WM-Finale 1954 im Wankdorfstadion in Bern auf Schultern getragen.
Foto: picture alliance

Doch das Zeitungsfoto, das mir mein Vater irgendwann schenkte, muss mich damals schwer beeindruckt haben. Ich konnte die Mannschaftsaufstellung auswendig, hängte das Bildchen an die Wand im Kinderzimmer. Dann werden die Erinnerungen an die Turniere und Spieler etwas lückig. Nur einige Höhepunkte bleiben im Gedächtnis. Zum Beispiel die historische Niederlage gegen die DDR im WM-Turnier 1974, die Regenschlacht im gleichen Turnier in Frankfurt gegen Polen. Natürlich die EM- und die WM-Siege.

Redaktionsleiter Rainer Gräff erinnert sich an Helden von einst.
Redaktionsleiter Rainer Gräff erinnert sich an Helden von einst.
Foto: frei

Apropos Regenschlacht: Daran wurde ich unwillkürlich erinnert, als ich das Confed-Cup-Finale 2005 in der Frankfurter Commerzbank-Arena sehen durfte. Neu war das „Cabriodach“ des WM-Stadions, unendlich der Stolz auf das Bauwerk – just bis zu jener Partie Argentinien gegen Brasilien (1:4), als ein Wolkenbruch die ausfahrbare Dachkonstruktion überforderte und nahe der einen Eckfahne Sturzbäche das Spielfeld erreichten. Weltmeister wurden ein Jahr darauf die Italiener; die deutschen Kicker, also eigentlich wir alle, wurden Dritte.

Häufig sehe ich mir EM- und WM-Spiele im Kreis von Freunden an, mit Beamer, Leinwand, Zelt und Grill, alles bereitgestellt von einem Fan aus dem Nachbarort. Dann geht es hoch her – und der „Dummschwätzerhut“ macht die Runde: Wer den größten Kalauer oder dümmsten Spruch loslässt, muss das schwarz-rot-goldene Ungetüm aufs Haupt setzen. Bis es den nächsten erwischt. Der Schnaps zu jedem (deutschen) Tor gehört dazu. Ich freu‘ mich alle zwei Jahre drauf!

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