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    Bad Kreuznach

    Prozess gegen "Goldmillion-Besitzer": Er war Mitglied der Anzeigen-Mafia

    30 Kilogramm Goldgranulat sollen im Jahr 2014 angeblich aus dem Schließfach eines 47-Jährigen aus Duchroth bei einer Bank in Idar-Oberstein verschwunden sein. Dass er kurz zuvor die Versicherungssumme für das Schließfach auf eine Million Euro erhöht hatte, war einer der Gründe, warum die Bank und die Ermittler Verdacht schöpften, dass der angebliche Goldschatz nur fingiert war.

    Goldbarren
    Foto: dpa/Sven Hoppe

    Von unserer Reporterin Christine Jäckel

    So sah es auch das Amtsgericht Idar-Oberstein, das den 47-Jährigen gelernten Ver- und Entsorger wegen versuchtem Betrug zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilte. Seit Anfang September beschäftigt sich die dritte Strafkammer des Landgerichtes Bad Kreuznach mit der Berufung des Angeklagten, dessen Vorleben im Fortsetzungstermin am Donnerstag erstmals ausführlich zur Sprache kam.

    Denn inzwischen hat der Bundesgerichtshof einen Revisionsantrag des 47-Jährigen gegen ein früheres Urteil des Landgerichts Saarbrücken verworfen. Für seine betrügerischen Machenschaften mit Werbeanzeigen nach der sogenannten Kölner Masche hatte das Saarbrücker Landgericht im Dezember 2015 den Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von 23 Monaten verurteilt. Diese Strafe muss nun in das Urteil des Landgerichtes Bad Kreuznach einbezogen werden.

    Deshalb führten die Prozessbeteiligten zu Beginn dieses Verhandlungstags ein Rechtsgespräch, das bislang noch ohne Ergebnis blieb. Wenn der Angeklagte wie bisher den Betrugsversuch bestreitet, sieht das Gericht die realistische Obergrenze für eine Gesamtfreiheitsstrafe bei drei Jahren und sechs Monaten, teilte Richter Folkmar Broszukat nach dem Gespräch mit. Die Verteidigung sieht dagegen eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten als ausreichend an. Staatsanwalt Uwe Saulheimer stellte bei einem Geständnis einen Strafantrag mit einer Untergrenze von zwei Jahren und neun Monaten in Aussicht.

    Richter Broszukat verlas das Urteil des Landgerichts Saarbrücken in Auszügen. Danach hat der 47-Jährige von 2010 bis 2013 gemeinsam mit zwei Mittätern die betrügerische Werbeakquise von Bad Sobernheim aus betrieben. Dafür beschäftigte das Trio Telefonisten, die der 47-Jährige anleitete. Den Firmen wurde vorgegaukelt, dass ein Vertragsverhältnis für Anzeigenwerbung bestehe und sie zahlten für eine vermeintliche Veröffentlichung. In anderen Fällen glaubten die Geschädigten, dass sie das Vertragsverhältnis mit ihrer Unterschrift auf einem Fax beenden, tatsächlich wurden sie aber für billig kopierte Anzeigen aus anderen Werbeauftritten abgezockt.

    Von 2011 bis 2013 erlösten die Angeklagten so sechsstellige Beträge. Bei einer Durchsuchung in den Wohnhäusern der "Anzeigenverkäufer" wurden Vermögenswerte von mehr als 430 000 Euro sichergestellt, die teils zum Schadensausgleich herangezogen werden konnten. Im Fortsetzungstermin am Donnerstag, 22. Dezember, wird es voraussichtlich wieder um den Betrugsversuch in Sachen Goldmillion gehen.

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