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Wallhausen/Bingen

Prinz Bio: Salm baut ganz auf Öko-Wein

Das ältesteste deutsche Weingut in Familienbesitz setzt auf moderne Wege. "Alles Bio" heißt es zukünftig im VDP-Weingut Prinz Salm mit renommierten Lagen an der Nahe und in Bingen.

Zwei Brüder schaukeln das Weingut Prinz Salm: Felix Prinz zu Salm-Salm (links) zeichnet für Weinberge und Keller verantwortlich, Constantin für die strategische Ausrichtung des Traditionsunternehmens.
Foto: privat
Zwei Brüder schaukeln das Weingut Prinz Salm: Felix Prinz zu Salm-Salm (links) zeichnet für Weinberge und Keller verantwortlich, Constantin für die strategische Ausrichtung des Traditionsunternehmens.
Foto: privat – rainer gräff

Wallhausen/Bingen – Für das Weingut Prinz Salm in Wallhausen und seine Kunden beginnt eine neue Zeitrechnung.

Nachdem die Umstellungsphase auf ökologischen Weinbau auch in den zugehörigen Binger Weinbergen so gut wie beendet ist, wird mit dem Jahrgang 2012 die komplette Weinkollektion – aus den Weinbergen in Wallhausen (Anbaugebiet Nahe) ebenso wie aus den Lagen am Rochusberg/Scharlachberg in Bingen (Anbaugebiet Rheinhessen, bisher Weingut Rheingraf) – unter dem einheitlichen "Weingutsdach" Prinz Salm zusammengeführt.

Außer der Umstellung auf biologischen Anbau wurde die Qualitätsstruktur nach den Richtlinien des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) ausgerichtet. Damit sieht sich das nach eigenen Angaben älteste Familienweingut Deutschlands gut und zukunftssicher aufgestellt.

Pioniergeist und Tradition

Unter den renommierten Verbandsbetrieben an der Nahe geht das prinzliche Weingut als einziges den Bio-"Sonderweg". Und das bereits seit 1988, wie Felix Prinz zu Salm-Salm erzählt. Er leitet zusammen mit Bruder Constantin die Geschicke des Unternehmens: Önologe Felix als Herr über Weinberge und Keller, Betriebswirtschaftler Constantin als Stratege. Sie bilden die 32. Generation; die Salms blicken auf eine 800-jährige Weinbau- und Familientradition zurück.

Den Bio-Pfad schlug der Vater der Brüder, die noch vier Schwestern haben, bereits 1988 ein. Damit war der langjährige VDP-Präsident Prinz Michael ein Pionier an der Nahe. Seit 1995 ist der Betrieb biozertifiziert. Die Hinwendung zum biologischen Anbau sei langfristig auch ökonomisch absolut richtig, davon ist Weinmacher Felix überzeugt: "Auch in weiteren 800 Jahren soll auf diesen Böden noch Weinbau betrieben werden." Bald dürfen sämtliche Salm-Weine das "Naturland"-Siegel tragen. Dieser Schritt war für die Familie Prinz zu Salm-Salm von großer Bedeutung: "Wir sind überzeugt, dass nur in gesunden, nachhaltig bewirtschafteten Weinbergen Spitzenweine wachsen können, die auch den nachfolgenden Generationen eine Fortsetzung des Spitzenweinbaus ermöglichen."

Das Weingut Prinz Salm bewirtschaftet 27 Hektar Weinberge. Auf mehr als 70 Prozent dieser Rebfläche wächst Riesling. Fünf "Große Lagen" nach VDP-Diktion nehmen 65 Prozent der gesamten Anbaufläche aus. Dafür stehen diese Namen: Johannisberg, Felseneck, Berg Roxheim, Scharlachberg und Kirchberg. "Die Qualitätspyramide des Weinguts wurde analog der jüngsten Beschlüsse der VDP-Prädikatsweingüter zur Klassifikation der Weinbergslagen angepasst", heißt es in einer Pressemitteilung des Hauses mit Adelstradition: Vier Orts- und Terroirweine repräsentieren das Mittelsegment des Gutes und die unterschiedlichen Böden der Lagen – der "Grünschiefer" und der "Rotschiefer" aus den Wallhäuser Weinbergen sowie "Bingen Riesling" und "Bingen Spätburgunder" vom für den Scharlachberg typischen Schieferverwitterungsgestein. An der Basis stehen die Gutsweine mit der Weinlinie "Der Salm" sowie den Rebsortenweinen aus Riesling, Weiß-, Grau- und Spätburgunder. Übrigens: Auch in Sachen Klassifikation war Prinz Michael in den frühen 90er-Jahren Pionier und Wegbereiter.

Klare Gliederung im Sortiment

"Das Weingutssortiment gliedert sich klar in drei Klassifikationsstufen, die jeweils ein perfektes Preis-Genuss-Verhältnis bieten", heißt es in der Selbstdarstellung der Salms. Im Jahr 2007 übernahmen sie das Weingut Villa Sachsen in Bingen.

Der dazugehörige Keller wurde aber nur bis 2011 genutzt. Der Spagat mit zwei Standorten war auf Dauer nicht sinnvoll, erläutert Felix Salm. Doch insgesamt bewährt sich die Kombination von Weinbau an der Nahe und in Rheinhessen. Leicht zeitversetzte Entwicklungs- und Reifezeiten machen das sukzessive Arbeiten und effizienten Einsatz von Mensch und Maschinen möglich.

Ein Drittel der Erzeugnisse wird an Privatkunden verkauft, gut 50 Prozent gehen in Gastronomie und Handel, der Rest in den Export. USA, Japan, China, zunehmend aber auch das europäische Ausland sind die Märkte. "Bio" sei längst zum Qualitätsmerkmal und Verkaufsargument geworden.

Vieles hat sich geändert seit der Zeit, als Michael Prinz zu Salm-Salm 1983 ins Weingut eingestiegen war: "Wenn ich diesen langen Zeitraum überblicke, wie das Weingut von 3 auf 27 Hektar gewachsen ist, und welche Entwicklungssprünge uns gelungen sind, dann erfüllt mich das mit enormem Stolz."

Demnächst wird wieder gefeiert am Stammhaus der Familie, dem Schloss in Wallhausen: Von 10. bis 12. Mai findet das traditionelle Rotweinfest statt.

Rainer Gräff

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