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    Pilotprojekt der Agentur für Arbeit und Jobcenter: Junge Erwachsene erhalten zweite Ausbildungschance

    Was vor wenigen Tagen auf Bundesebene von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen gestartet wurde, verfolgen die drei Jobcenter der Landkreise Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück bereits seit Sommer 2012: eine neue Ausbildungschance für arbeitslose Erwachsene im Alter zwischen 25 und 35 Jahren.

    Zweite Chance ergriffen: Daniela Silberer absolviert bei Creditreform eine Ausbildung zur Bürokaufrau. Darüber freuen sich ihr Geschäftsführer Stefan Langenfeld (links) und Joav Auerbach, Chef der Agentur für Arbeit.
    Zweite Chance ergriffen: Daniela Silberer absolviert bei Creditreform eine Ausbildung zur Bürokaufrau. Darüber freuen sich ihr Geschäftsführer Stefan Langenfeld (links) und Joav Auerbach, Chef der Agentur für Arbeit.
    Foto: Stephan Brust

    Kreis Bad Kreuznach – Was vor wenigen Tagen auf Bundesebene von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen gestartet wurde, verfolgen die drei Jobcenter der Landkreise Bad Kreuznach, Birkenfeld und Rhein-Hunsrück bereits seit Sommer 2012: eine neue Ausbildungschance für arbeitslose Erwachsene im Alter zwischen 25 und 35 Jahren.

    Imbus heißt das Pilotprojekt, abgeleitet von „Informieren, Motivieren für Berufsausbildung durch Umschulung“, und Joav Auerbach, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, betont: „Damit nehmen wir in jedem Fall eine Vorreiterrolle ein.“

    1200 junge Erwachsene haben die Agentur für Arbeit und die drei Jobcenter in diesem Rahmen seit vergangenem Sommer beraten. 300 davon haben schon an Tests des berufspsychologischen Dienstes teilgenommen. Eine Besonderheit des Projekts. Nicht nur, weil die ausführlichen Testverfahren kostenlos angeboten werden, sondern weil sie den Arbeitssuchenden auch einen guten Einblick über ihr Leistungsvermögen und die Motivation für bestimmte Ausbildungsberufe geben. Und: So haben beide Seiten, Arbeitssuchende und Unternehmen, auch die Gewissheit, dass die Kombination wirklich passt.

    „Aktuell gibt es 100 Stellen, die gezielt für diese Menschen in der Region angeboten werden“ berichtet Markus Becker, Bereichsleiter Arbeitgeberservice bei der Agentur für Arbeit. Die Palette der Ausbildungsangebote ist vielfältig: vom Altenpfleger bis zum Frisör. Die meisten Beratungsgespräche wurden in Bad Kreuznach geführt: knapp 460 im Jobcenter und 210 in der Arbeitsagentur. Dahinter folgen die Jobcenter Birkenfeld (270) und Rhein-Hunsrück (260).

    Speziell in den psychologischen Tests kam immer wieder zum Vorschein, wie individuell die Gründe dafür sind, dass Menschen noch keinen qualifizierten Berufsabschluss haben. Da gibt es die junge, allerziehende Mutter, die wegen ihres Kindes keine Ausbildung starten konnte – genauso wie den jungen Mann, der schwer erkrankt war. Oder auch Arbeitslose mit ausländischen Abschlüssen, die nicht anerkannt werden. „Viele haben die intellektuellen Voraussetzungen und auch die Motivation dazu“, konstatiert Oxana Fuchs vom berufspsychologischen Dienst. „Sie brauchen nur eine zweite Chance.“

    Wie Daniela Silberer (27) aus Bad Kreuznach, die „vieles angefangen, aber nichts zu Ende gebracht hat“, erzählt sie. Das soll jetzt anders werden. Am 1. Februar hat sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei der Firma Creditreform in Bad Kreuznach begonnen. Ursprünglich kommt sie aus Baden-Württemberg, wo sie auch von Zuhause aus viele Jahre finanziell unterstützt wurde – bis zur Trennung der Eltern. Daniela Silberer lebte aber weiter auf großem Fuß und lernte erst durch eine Suchttherapie, den Schalter in die richtige Richtung umzulegen. Creditreform-Geschäftsführer Stefan Langenfeld sagt: „Mich hat besonders ihre Eigeninitiative überzeugt.“ Mit dem Start am 1. Februar ist die 27-Jährige eher die Ausnahme, die meisten werden im Sommer einsteigen, berichtet die Agentur für Arbeit. Dann wird sich zeigen, wie viele noch die zweite Chance ergreifen.

    Hälfte aller Arbeitslosen ohne berufliche Qualifikation
    Laut Agentur für Arbeit beträgt der Anteil von Menschen ohne berufliche Qualifikation 50 Prozent an allen Arbeitslosen in der Region. In der Altersgruppe unter 25 liegt er bei 57,2 Prozent, im Bereich der über 55-Jährigen bei 44,8 Prozent. Weitere Infos zum Projekt Imbus für 25- bis 35-Jährige ohne Berufsabschluss gibt es unter der Hotline 0180/555
111 oder im Bad Kreuznacher Jobcenter, Telefon 0671/850 318.

    Stephan Brust

    Bad Kreuznach
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