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    Bad Kreuznach

    Philipp Dietrich tritt für „Die Partei“ an: Liebes-Landratskandidat geht auf Kuschelkurs

    Den Landkreis wieder sexy machen: Das ist das Programm von Philipp Dietrich, Landratskandidat der Satirepartei „Die Partei“. Doch keine Angst: Auch wenn der 41-jährige darunter versteht, die Kauzenburg Stein für Stein aus optischen Gründen abzutragen, und er an den Bau einer Mauer zwischen Alt- und Neustadt denkt (voraussichtlich mit integrierter Drehtür), so verspricht Dietrich auch, zunächst auf Kuschelkurs zu gehen. „Ich bin der Liebes-Landratskandidat“, sagt er von sich und schaut so romantisch in die Kamera des Oeffentlichen Anzeigers, wie es eben geht.

    Der Liebeslandratskandidat positioniert sich: Philipp Dietrich tritt für die Satirepartei „Die Partei“ an. Er will das Naheland wieder sexy machen. Nach seinem Wahlsieg kündigt er einen Kuschelkurs an. Foto: Cordula Kabasch
    Der Liebeslandratskandidat positioniert sich: Philipp Dietrich tritt für die Satirepartei „Die Partei“ an. Er will das Naheland wieder sexy machen. Nach seinem Wahlsieg kündigt er einen Kuschelkurs an.
    Foto: Cordula Kabasch

    Ja, und wie das geht: Ein durchaus sympathischer Landratskandidat ist Philipp Dietrich, lächelt fast immer und bei fast allem, was er sagt. Darunter ist auch ein ernster Satz. Zum Beispiel dieser: „Ich möchte zeigen, dass Politik auch anders geht und man sich mit Satire wehren kann.“ Das bleibt dann für längere Zeit erst einmal das, was man dem gebürtigen Hunsrücker Wort für Wort abkaufen kann.

    Bis auf seinen Lebenslauf: Der Betriebswirt hat nach seinem Studium in Koblenz die Kneipe Kreuznacher Treff am Neuruppiner Platz mit geführt. (Weil's nahelag, als Betriebswirt Wirt zu werden? Man weiß es nicht so genau.) Unbestritten ist, dass Dietrich heute im Außendienst für ein Dienstleistungsunternehmen in Gau-Algesheim arbeitet. Und dass er lange bei der Bundeswehr war. „Daher kenne ich mich mit den Strukturen aus“, sagt Dietrich selbstbewusst von sich. Welche Strukturen? „Behördengänge und so. Verwaltungstechnisch bin ich schon fit“, glaubt er. Zumal der Kreis ja auch nur über weniger als 1 Prozent seiner Ausgaben selbst entscheiden kann. „1 Prozent kriege ich hin“, sagt der Partei-Kandidat entschieden. Er lächelt erneut freundlich.

    Als erste Amtshandlung im Falle seiner Wahl (er geht nach wie vor von 100 Prozent plus x aus) möchte Dietrich übrigens die in seinen Augen nicht so schöne Kreisverwaltung neu streichen. „In einem schicken „Partei“-Grau mit kleinen roten Akzenten.“ Das passt: Schließlich trägt der Anfangvierziger zum Interview (wie es sich gehört) die Farben seiner Partei, einen grauen Pullover und ein graues Sakko mit rotem Parteisticker am Revers.

    Grau ist sein Programm ansonsten sicher nicht. Eher recht gewagt, und daran hält er fest: Nach der Abtragung der Kauzenburg soll dort ein Rewe mit Kreisel gebaut werden. „Kein Bürger sollte einen längeren Fußweg als 500 Meter zum nächsten Rewe haben“, sagt Philipp Dietrich und lächelt wieder freundlich.

    Der Landratskandidat der „Partei“ hat seine Wahlkampfzentrale übrigens im Irish Pub an der Mannheimer Straße. Das zweite Wohnzimmer des 41-Jährigen liegt direkt unter seinem eigentlichen, wirklichen, denn Dietrich wohnt über der Kneipe. Dort liest er gern (und wenig überraschend) das Satiremagazin „Titanic“, dessen ehemaliger Chefredakteur Martin Sonneborn „Die Partei“ gründete und als Bundesvorsitzender amtiert. Ansonsten ist er ein großer Freund der neuen TV-Comedy-Serie „Jerks“ von Christian Ulmen. In sein zweites Wohnzimmer wird Dietrich am Wahlsonntag nach seinem Auftritt in dem Stück „Cocktail für eine Leiche“ in (Achtung!) Kirn mit der Kreuznacher Theatergruppe Randfall Productions zurückkehren. Um seinen Sieg zu feiern, selbstverständlich, was sonst.

    Apropos Theater: Für Philipp Dietrich ist die Politik eine Bühne, und eine schöne Politaffäre kann aus seiner Sicht zum Ruhm durchaus beitragen. „Jeder Landrat braucht einen Skandal“, bestätigt der Kandidat denn auch. In einer Videopersiflage auf Telefonsexwerbespots für und mit Randfall Productions tritt Dietrich in goldener Unterhose als „Hunsrück Schwengel“ auf. „Das wird mich aber nicht zu Fall bringen“, ist sich Dietrich sicher und ruft seinen Fans von seiner eben erst betretenen Politbühne aus zu: „Wählt ,Die Partei', denn sie ist sehr gut.“

    Von unserer Redakteurin Cordula Kabasch

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