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Argenschwang

Pflichtfeuerwehr wäre das Letzte

Die Feuerwehr in Argenschwang ist nach einem Streit zwischen Wehrführer Jürgen Willig und Ortsbeigeordnetem Ottomar Dieter zurückgetreten.

Argenschwang – Die Feuerwehr in Argenschwang ist nach einem Streit zwischen Wehrführer Jürgen Willig und Ortsbeigeordnetem Ottomar Dieter zurückgetreten.

 

Was nun, wenn's brennt? Das sei nicht das große Problem im Dorf, sagen Bürgermeister Markus Lüttger und Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Hofmann. Die Stützpunktwehr Spabrücken decke das mit ab. Doch Lüttger hat ein anderes Problem: Argenschwang ist auch für Spall, Münchwald und Dalberg zuständig. Das wird dort eng, wenn es bei dem Beschluss der Wehrleute bleibt. Lüttger wünscht sich, dass man sich „unter Männern“ einigt.
 Morgen will der Bürgermeister mit den Wehrleuten sprechen, ihnen auch die Rechtslage erklären. Lüttger: „Das ist fast so, als wäre das Landesbrandgesetz für Argenschwang geschrieben.“ Da heißt es nämlich, dass bei einem Rücktritt aller Wehrleute nach Differenzen mit der Gemeinde die Entpflichtung abgelehnt werden kann. Konkret: Lüttger muss nach neuen Freiwilligen suchen und braucht dann erst die „Zwangsverpflichteten“ nach und nach entpflichten. Lüttger bedauert den Streit, denn die Wehr sei gerade in Argenschwang ein Pfeiler der Ortsgemeinschaft. Die kümmern sich um die Fassenacht, das Freibad, treffen sich im schmucken Gerätehaus, gestalten die Freizeit zusammen. Die gegenseitigen Vorwürfen kommentiert Lüttger nicht: „Ich war ja nicht dabei.“ Doch wenn's wirklich so schlimm war, hätte der Beigeordnete die Sirene drücken können, meint er.
Werner Hofmann bestätigt das. Statt rumzutelefonieren sei in solch einem Fall der Notruf 112 angesagt. Von Zwangsverpflichtungen hält er wenig: „Das ist das letzte Mittel, denn Zwangsdienste leistet man nur widerwillig.“ Es sei auch nicht jedermanns Sache, Verletzte aus einem Auto zu befreien. Mit 2500 Aktiven sind die Wehren im Kreis noch gut aufgestellt. Nachts kein Problem, tagsüber wird's wegen vieler Berufspendler aber schon eng. Da ist Hofmann froh für jeden Freiwilligen. Auch für die Argenschwanger Feuerwehrkameraden.

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