40.000
Aus unserem Archiv
Kirn

Pfahl für Pfahl wächst der Weg am Klingelrech

Die zweite Phase des Projekts „Leben am Fluss“ macht gute Fortschritte. In ihr wird der alte Meckenbacher Weg, die Fußwegverbindung von „Über Nahe“ in die Innenstadt über das Klingelrech und den anschließenden Schillersteg auf Vordermann gebracht. Bürgermeister Fritz Wagner (SPD) rechnet mit einem Ende der Bauarbeiten noch in diesem Jahr. Derzeit werden mehr als 100 Pfähle versenkt. Sie helfen, das Bauwerk zu etwas Besonderem zu machen.

Pfahl für Pfahl rammen die Arbeiter in die Erde, um so eine neue Trasse durchs Klingelrech zu schaffen, die möglichst wenig Steigung aufweist. Sie folgt dem alten Meckenbacher Weg. In weiten Teilen ist die Verbindung bereits hergestellt, nur die „aufgeständerten“ Bereiche fehlen noch.
Pfahl für Pfahl rammen die Arbeiter in die Erde, um so eine neue Trasse durchs Klingelrech zu schaffen, die möglichst wenig Steigung aufweist. Sie folgt dem alten Meckenbacher Weg. In weiten Teilen ist die Verbindung bereits hergestellt, nur die „aufgeständerten“ Bereiche fehlen noch.
Foto: Stefan Butz

Kirn. Die zweite Phase des Projekts „Leben am Fluss“ macht gute Fortschritte. In ihr wird der alte Meckenbacher Weg, die Fußwegverbindung von „Über Nahe“ in die Innenstadt über das Klingelrech und den anschließenden Schillersteg auf Vordermann gebracht. Bürgermeister Fritz Wagner (SPD) rechnet mit einem Ende der Bauarbeiten noch in diesem Jahr. Derzeit werden mehr als 100 Pfähle versenkt. Sie helfen, das Bauwerk zu etwas Besonderem zu machen.

„Leben am Fluss ist eine Erfolgsstory“, macht Wagner deutlich und verweist auf die bereits umgestaltete Schülerkiesel, das direkt an die nun im Bau befindliche Wegetrasse anschließende Areal. Gerade bei Eltern mit Kindern sei die Naherholungsfläche, die den Kleinen viele Spielmöglichkeiten bietet, sehr beliebt. Mit dem Weg wird die bisherige Verbindung deutlich weniger mühselig. Waren die Wege durchs steil ansteigende Klingelrech bisher von teils heftigen Steigungen und Gefällen geprägt, soll die neue Trasse sich sanft in Richtung Meckenbacher Weg aufschwingen.
Damit das klappt, greifen die Stadt und das beauftragte Planungsbüro zu einem ungewöhnlichen Mittel: Teile des Weges werden auf Pfählen gelagert, „aufgeständert“, wie es in der Fachsprache heißt. Die so entstehenden Brücken über dem Erdreich gleichen die steilen Ab- und Ansteige aus. Wagner erläutert, warum dies die einzig gangbare Lösung war. Viele Bürger hätten vorgeschlagen, statt der Pfahlbaulösung doch einfach Erdreich aufzuschütten und so die Senken und Anstiege auszugleichen. Doch da ist die Geologie vor. In den Zwischenkriegsjahren wurde das Bett der Nahe auf Höhe des Klingelrechs über zehn Meter in Richtung Berg verlegt. Durch die so abgetragenen Teile des Hangs wurde der Resthang an manchen Stellen instabil. Daher hätten Geologen von einer Aufschüttung abgeraten. Die Gefahr eines Hangrutsches wäre zu groß. So blieb nur die Ständerlösung.
Für Wagner verwirklicht sich mit der wieder eröffneten Trasse ein alter Traum. Noch als Kind hat er dieses Wegstück benutzt, bevor der Meckenbacher Weg einen teils neuen Verlauf bekam. Die alte Trasse verwilderte, andere, höher am Hang gelegene Verbindungen wurden genutzt – beziehungsweise von Senioren oder Müttern mit Kinderwagen nicht mehr genutzt. Der Weg von „Über Nahe“ in die Innenstadt war zu Fuß beschwerlich geworden und damit auch die Nutzung des Klingelrechs als Naherholungsgebiet. Das will Wagner wieder erschaffen – mit Bänken, beleuchteten Wegen, gepflegteren, aber naturbelassenen Waldstücken und allem, was dazugehört.
Der Bürgermeister denkt noch weiter: Im nächsten Schritt könnten die bereits vorhandenen, aber überwucherten Naheterrassen entlang dem weiteren Verlauf des Meckenbacher Wegs reaktiviert werden. Dies sei dann auch nicht mehr so teuer, wie die jetzt im Bau befindliche Ständerlösung.
Zudem könne man die alten Verbindungen zu Bismarckturm und Schillerdenkmal wieder aufleben lassen, das Naherholungsareal so vergrößern bis hin zu einem noch weiter greifenden Wanderrundweg, der an der Schülerkiesel startet.
Und warum das alles? „Um Kirn attraktiver zu machen“, sagt Wagner und verweist auf den demograpfischen Wandel. Die abnehmende Bevölkerungszahl werden vor allem die kleineren Städte auf dem Land zu spüren bekommen, ist er sich sicher. Damit Kirn nicht schrumpft, sondern seine Einwohnerzahl und damit auch das wirtschaftliche und kulturelle Angebot halten kann, müsse es den Einwohnern, alteingesessenen wie potenziellen neuen, mehr bieten. Das Projekt „Leben am Fluss“ ist laut Wagner ein Baustein dieser Mammutaufgabe, deren Verwirklichung wohl Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. stb

Kirn
Meistgelesene Artikel
Anzeige
UMFRAGE (beendet)
WM-Tipp: Deutschland - Mexiko

Wie spielen die Deutschen im WM-Auftaktspiel gegen Mexiko am Sonntag? Wir machen's ganz einfach:

Sieg
56%
Niederlage
23%
Unentschieden
21%
Stimmen gesamt: 151
Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
E-Mail

News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
UMFRAGE (beendet)
Markt am Samstag?

Das Mainzer Markt-Frühstück ist ein Kult-Event. Wäre das auch etwas für Bad Kreuznach?

Ja, unbedingt!
69%
Nein, eher nicht.
31%
Stimmen gesamt: 109
Anzeige
Regionalwetter
Dienstag

16°C - 25°C
Mittwoch

17°C - 30°C
Donnerstag

10°C - 25°C
Freitag

9°C - 19°C
epaper-startseite