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Bad Kreuznach

Perspektive 2030: 9 Ideen für Kreuznacher Neustadt

Der Veranstaltungsraum im Dietrich-Bonhoeffer-Haus war gut gefüllt: Rund 200 Gäste – Bewohner der Neustadt, interessierte Kreuznacher und Funktionäre – waren gekommen, um sich mit den 43 Studenten der Technischen Universität Kaiserslautern über deren Konzepte zur Umgestaltung und Aufwertung der Neustadt auszutauschen – und über die Chancen auf Realisierung.

Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer mit Prof. Dr. Holger Schmidt vor dem Modell zum Eiermarkt.  Foto: Stadtverwaltung Bad Kreuznach
Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer mit Prof. Dr. Holger Schmidt vor dem Modell zum Eiermarkt.
Foto: Stadtverwaltung Bad Kreuznach

Die Veranstaltung war der Abschluss des Projekts „Stadtumbau und Stadterneuerung – Kreuznach 2030“ für den historischen Stadtkern, das Teil eines Kooperationsvertrags mit der Stadt Bad Kreuznach ist.

Das Projektende bedeutet jedoch keinesfalls, dass die Ideen der Studenten dort bleiben, wo sie bisher sind: auf Papier und als Modelle. Denn die Stadtverwaltung stellt sich den verschiedenen Konzepten und schaut, was wie in die Realität umgesetzt werden kann. „Wir genießen den Input der Studierenden sehr, weil dieser neue Perspektiven zur Gestaltung der Neustadt für uns bietet. Wir werden diesen Prozess auf jeden Fall fortführen“, versprach Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer und bedankte sich bei den Studenten für ihr großes Engagement. „Die Stadt stellt sich bereits aktiv den Herausforderungen der Neustadt“, lobte Prof. Dr. Holger Schmidt von der TU Kaiserslautern und verwies auf die Arbeit des Stadtteilbüros „zag“ unter dem Stadtteilmanager Rainer Schmitt. Mit den Worten „Damit aus Visionen Realitäten werden“ überreichte Schmidt der OB den Gesamtplan der Neustadt mit allen Ideen der Studenten.

Die Studenten der TU waren im Rahmen ihrer Masterausbildung im Fach „Stadtumbau und Stadterneuerung“ in den vergangenen Wochen in neun Kleingruppen in der Kreuznacher Neustadt ausgeschwärmt, um die städtebauliche Themen Holzmarkt, Ellerbach, Eiermarkt und Nikolauskirchhof, Telekom/Quartier Fischergasse/Poststraße, Casino/Jahnplatz sowie die Strategiethemen Verkehr- und Stellplatzstrategie, Leerstand-, Tauben- und Baulückenstrategie zu bearbeiten.

9 Ideen wurden dabei entwickelt:

Taubenstrategie: Die Studenten sehen eine Gesamtmaßnahme als zielführend an, die aus verstärkter Aufklärung (Flyer, Zeitungsartikel), Ausbreitung des Futterverbots, Abdecken der Mülleimer und der Sanierung leer stehender Häuser besteht.

Baulückenstrategie: Die 49 Baulücken in der Neustadt sollen durch eine Nahverdichtung mit neuen Wohnhäusern geschlossen oder durch Parkflächen, sowie attraktive Spiel- und Aufenthaltsplätze verschönert werden.

Leerstandstrategie: Dem überproportional hohen Anteil an Leerständen in der Neustadt wollen die Studenten mit einem sanierungsfreundlichen Klima für Eigentümer und Investoren entgegentreten sowie den Gewerbeleerstand in den Erdgeschossen für den Wohnbedarf anpassen.

Verkehr- und Stellplatzstrategie: Falschparken soll durch verstärkte Kontrollen reduziert werden, in der Neustadt im Ganzen nur noch Kurzzeitparken möglich sein und die Hochstraße durch Verkehrsinseln entschleunigt werden.

Casino/Jahnplatz: Die Projektgruppe schlägt vor, die historische Stadtbefestigung im hinteren Teil des Casinoplatzes sichtbar zu machen und als Aussichtspunkt attraktiv zu gestalten. Die Parkplätze im vorderen Teil sollen erhalten bleiben.

Telekom/Alter Posthof: Angedacht ist, das alte Telekom-Gebäude, das als „Fremdkörper“ in der Neustadt steht, entweder komplett rückzubauen (etwa für altersgerechtes Wohnen) oder den Bestand sinnvoll umzunutzen.

Eiermarkt und Nikolauskirchhof: Die Studenten wollen den bisher unschönen, meist zugeparkten Eingang zum Eiermarkt (Töpfermarkt) zum Beispiel durch ein Tanzglockenspiel für die Besucher attraktiv gestalten. Des Weiteren soll der Nikolauskirchhof-Parkplatz gegenüber besser genutzt werden.

Ellerbach: Eine Idee ist, den Mündungsbereich des Ellerbachs aufzuwerten, indem der bisher als Taubenhaus genutzte Pavillon als Kiosk oder Lesecafé mit Blick auf die Brückenhäuser umgenutzt wird und Treppen zur Nahe und zum Ellerbach angelegt werden.

Holzmarkt: Die historischen Fassaden am Holzmarkt sollen stärker erlebbar gemacht, attraktiver Wohnraum geschaffen und eine begrünte Verbindung zwischen Kreisel und Schlosspark hergestellt werden.

Dr. Thomas Fischer betonte am Ende der Projektvorstellungen: „Uns ist bewusst, dass die Neustadt 2030 nicht so aussehen wird, wie die Studierenden dies in ihren Gruppen erarbeitet haben. Wir wollen vielmehr Impulse, Inspirationen und Anregungen setzen – was letztlich umgesetzt wird, entscheiden Sie als Bürger.“

Die Modelle der neun Projektgruppen und die zugehörigen Plakate werden bis Aschermittwoch im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Kurhausstraße 6, zu den normalen Öffnungszeiten zu sehen sein. Anschließend werden sie im aktuell leer stehenden Gebäude Ecke Mannheimer Straße und Klappergasse (zuvor Kreuznacher Rundschau) für alle öffentlich sichtbar ausgestellt. Die Schautafeln werden zudem in Kürze auf der Homepage der Stadtverwaltung digital als PDF-Datei zu finden sein.

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