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    Bingen

    OB Feser ruft dieWutbürgermeisterzusammen

    Aus Einkaufslust wurde Leerstandsfrust. Möglichst viele Städte, in denen frühere Hertie- und Karstadt-Häuser leer stehen, sollen sich solidarisieren, meint Bingens OB Thomas Feser und ruft zum gemeinsamen Protest auf.

    Bingen - Die anhaltenden Leerstände früherer Karstadt- und Hertie-Kaufhäuser bringen zahlreiche Mittelzentren in Probleme. Bingen gehört dazu.

    Wut, Ohnmacht und Ratlosigkeit haben sich nach jahrelangen Bemühungen der Kommunen angestaut und sollen sich jetzt Luft machen: Oberbürgermeister Thomas Feser hat seiAmtskollegen aus allen 33 betroffenen Städten für 13. September nach Bingen eingeladen. Ziel ist eine konzertierte Aktion der "Hertie-Hinterbliebenen".

    Beim gemeinsamen Jammern über die klaffenden Wunden in der Einzelhandels-Landschaft soll es dabei nicht bleiben. Feser will auch eine namhafte Anwaltskanzlei ausfindig machen, die die Kommunen gemeinsam juristisch vertreten könnte, außerdem Vertreter der Deutschen Bank an den Tisch bitten, die mit ihrem Londoner Zweig eine wichtige Rolle im undurchdringlichen, internationalen Geflecht der Besitzverhältnisse, Verwaltungsstrukturen und Insolvenzverfahren rund um die Hertie- und Karstadt-Liegenschaften zu spielen scheint. Dazu wurden Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie Medienvertreter eingeladen.

    Agieren statt Abwarten heißt das Gebot der Stunde, sagt der Binger Oberbürgermeister, der seiner 100-Tage-Bilanz einen Paukenschlag in Sachen Hertie hinzufügen möchte. Er könnte sich auch öffentlichkeitswirksame Aktionen wie einen gemeinsamen Marsch der Oberbürgermeister zur Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt oder ähnliches vorstellen. Schließlich habe eine Institution, die sich "Deutsche Bank" nenne und sich mit Kontakten zur Politik schmücke, auch eine politische und moralische Verantwortung, meint Feser (CDU). Um überhaupt irgendwie rund um die Hertie-Häuser agieren zu können, benötigen die Kommunen eine "Pfandfreigabe" von der Deutche-Bank-Tochter London als Hauptgläubiger der Eigentümer. Doch diese reagiert ebenso wenig auf Anfragen wie die Immobilienbesitzer, deren 33 insolvente Grundstücksgesellschaften oder zwischengeschaltete Anwälte.

    Die Lage ist völlig verworren und verzweifelt. Dabei hat Bingen einen Projektentwickler an der Hand, der konkrete Pläne, Mietinteressenten und Geldgeber für die Revitalisierung des früheren Kaufhauses vorweisen kann. Doch aller gute Wille und alle Interessenbekundungen laufen ins Leere, solange die formalen Dinge rund um die Immobilie nicht geklärt sind. Dass es im Binger Terrassenhaus weitere Teilbesitzverhältnisse und Wohnungseigentümer gibt, verzwickt den Fall noch mehr. Projektentwickler Dietmar Heitzer zeigt sich in das Vorhaben vernarrt, begrenzt seine Geduld aber bis Ende 2013. Zugleich betreibt die Stadt eine Zwangsversteigerung, weil der Insolvenzverwalter ein säumiger Abgabenzahler ist. Den Rechtsstreit will man notfalls bis auf europäische Ebene ausfechten. Doch zuerst macht OB Feser mobil und ruft seine Leidensgenossen zum lauten Protest auf.

    Rainer Gräff

    Bad Kreuznach
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