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Bad Kreuznach

Nockherbersch der Fidele Wespe: Captain Heike und der Fluch der Cruzinaribik

Zimperlich sind sie nicht mit ihrem Bad Kreuznach: „Wenn die Welt Fieber hott, iss Kreiznach der Punkt, in den ma's Thermometer steckt.“ Allerwerteste Pointen, mal gnadenlos derb, mal feingeistig süß.

Von allem was dabei beim zwölften Nockherbersch der Fidele Wespe mit Lehrer-Nell-Protokoll und dem aus der Kampagne bereits bekannten, aber aktualisierten Singspiel „Captain Heike Hook und der Fluch der Cruzinaribik“ am gestrigen Sonntag in der Kaiserremise des Bonnheimer Hofs bei Hackenheim.

Wenige Nummern in der Fassenacht an der Nahe, die das Niveau, die Gags der Wespe erreichen. Karneval? Eher geistreich-wort-witziges Kabarett, das die Truppe bietet. Gerd und Thomas Modes und ihr Team derbleckten die Politiker, was das Zeug hielt. Die Herrschenden duckten sich und lachten sich ins Fäustchen über die, die nicht rundgemacht wurden. Denn wer beim Nockherbersch nicht durch den Kakao gezogen wird, für den ist es ein Fiasko: Es gibt ihn nicht im Stadtleben. Wie tragisch!

Und wenn es sie gibt, wie Stadtkämmerer Wolfgang Heinrich (CDU), dann setzt's was. Er und OB Heike Kaster-Meurer (SPD) führten die Liste der „Derbleckten“ an, gefolgt von Günni dem (OB-)Gatten und Karl-Heinz Delaveaux, dem Kreuznacher Geisterbahntester, wie Lehrer Nell (Jochen Merz) ihm attestierte; und einzigem Piraten mit zwei Augenklappen, wie sie beim Singspiel über den Täubchen-Eigner sehenden Auges mitleidlos enthüllten.

Die OB saß direkt an der Bühne und amüsierte sich fürstlich oder blickte leicht grimmig – ein Beweis, dass die Pointen saßen. Heinrich zog die Abgeschiedenheit der Empore vor. Dort oben thronte er mit seinem Weizen und schmunzelte über die Derbleckerei: „Das muss man abkönnen.“ Vor der Bühne links hatte sich die CDU-Entourage versammelt, mit Landrätin Dickes samt Gatten Axel, Bürgermeister-Stichwahlkandidatin Andrea Silvestri (Feilbingert) mit Mann und Beigeordnetem-Bewerber Markus Schlosser. Der Rest der Remise gehörte Größen aus anderen Politikzweigen und Wirtschaft.

Jahr für Jahr steht Jochen Merz, eine präsidiale Kanone schon in der Hargesheimer Fassenacht, bei der Nockherbersch-Chose am Bühnenpult. Davor hieß Thomas Modes kurz willkommen, vergaß keinen mit Rang und Namen im 400-köpfigen Publikum, auch, Gottseidank, seine Schwiegermutter nicht. Denn das kann böse, böse Folgen haben. Wie sagte Jochen Merz später: „Auf Hawai gibt es Sand für Kinder, Sonne für die Frau und Haie für die Schwiegermütter.“ Also, ihr Familien, nix wie hin! Bis kurz vorm Singspiel blieb Julia Klöckner mit ihrem neuen Partner Ralph Grieser. Dessen Profession: Er restauriert Oldtimer. „Kein Zusammenhang mit Julia“ stellte Lehrer Nell rasch klar. Nach Verteidigung und Gesundheit sei das Landwirtschaftsministerium mit Schweinepest und Rinderherpes mit die attraktivste Aufgabe, so Nells kalte Ironie und Herzensrache im Eingedenk an schmerzvolle Jugendtage, denn: „Hättest du damals beim Tischtennis ein Auge auf mich gehabt, wäre dir all das erspart geblieben.“ Grade hat der Kreistag eine Abschussprämie für erlegtes Schwarzwild beschlossen: 10 Euro. „Vorsicht Heinrich“, rief Lehrer Nell zum Kämmerer. Trump bezeichnete er als „Querschläger der Evolution“ und hätte sich von dessen Eltern ein „Pariser Abkommen“ gewünscht: „Dann hätten wir das Problem Donald nicht.“

Bei allen zwölf Nockherbersch-Veranstaltungen spendeten bislang rund 2500 Gäste 120.000 Euro für die Kinderklinik der Kreuznacher Diakonie. Auch gestern wurde eifrig gesammelt. Das Ergebnis steht in den nächsten Tagen fest. Ein weiterer Bericht über den zwölften Nockherbersch folgt.

Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

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