40.000
Aus unserem Archiv
Kreis Birkenfeld

Nahe-Touristik: VG Birkenfeld bleibt auch weiterhin draußen

Der Appell von Landrat Matthias Schneider und seiner Bad Kreuznacher Kollegin Bettina Dickes an die Verbandsgemeinde Birkenfeld, doch wieder in die Naheland-Touristik (NLT) einzutreten, stößt auf taube Ohren: Die dort maßgeblichen Kommunalpolitiker denken gar nicht daran, den zum Jahresende 2014 vollzogenen Austritt zu korrigieren.

Während dieser Blick vom Erbeskopfturm übers Trauntal bis tief ins Saarland beeindruckend ist, sind die Aussichten für die Naheland-Touristik eher diffus.
Während dieser Blick vom Erbeskopfturm übers Trauntal bis tief ins Saarland beeindruckend ist, sind die Aussichten für die Naheland-Touristik eher diffus.
Foto: Gerhard Hänsel

Die damit verbundene grundsätzliche Kritik an der Ausrichtung und Arbeit der NLT hält VG-Bürgermeister Bernhard Alscher „nach wie vor für absolut berechtigt. Inhaltlich hat sich seit unserem Rückzug rein gar nichts getan.“ Ihn stört vor allem, dass der Nationalpark „nicht genügend beworben wird“.

Das wirft er nicht nur NLT-Geschäftsführerin Ute Meinhard vor, die für ihn „auf diesem Posten eine Fehlbesetzung ist und keinerlei inhaltlichen Impulse liefert“, sondern auch dem Birkenfelder Landrat vor: „Er bleibt zu sehr außen vor und speist uns mit den immer gleichen Sprüchen und Aussagen ab.“ Es gebe von Schneider keine einzige Aussage, wie er sich die touristische Ausrichtung der Region vorstellt, hatte Alscher Anfang Dezember nach einer Sitzung des Kreisausschusses im Gespräch mit der Nahe-Zeitung moniert.

Die Arbeit der NLT ist nach seiner Meinung undurchsichtig. „Keiner weiß, was da genau gemacht wird.“ In seine Kritik schließt er auch die Rheinland-Pfalz-Touristik ein. Auf deren Internetseite müsse man mühsam suchen, bis man den Nationalpark überhaupt findet.

Der Tourismus in der VG Birkenfeld habe sich dennoch gut entwickelt, meint Alscher mit Verweis auf etliche neu eröffnete Pensionen und steigende Übernachtungszahlen. „Wir fühlen uns ohne die Naheland-Touristik pudelwohl“, bilanziert der Bürgermeister. Wie aber soll der Tourismus in der Verbandsgemeinde ohne die Dachorganisation weiterentwickelt werden? Alscher schwebt vor, die Nationalparkregion mit allen beteiligten Kommunen gezielt zu vermarkten – am liebsten unter dem Dach der Hunsrück-Touristik. Die Naheland-Touristik hingegen sollte sich nach seinen Vorstellungen mit dem Kreis Bad Kreuznach eher in Richtung Rheinhessen orientieren.

„Der Nationalpark kommt bei der Naheland-Touristik zu kurz“, meint auch Hans Jürgen Noss, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und Mitglied des Verbandsgemeinderats. Er hat den Austritt aus der NLT schon allein deshalb für richtig gehalten, „weil es notwendig war, Druck zu erzeugen. Wir wollten damit ein Zeichen setzen“. Allerdings sei für die Verbandsgemeinde nach wie vor keine Alternative in Sicht. Noss sieht bei der Naheland-Touristik unverändert großen Veränderungsbedarf: „Wir müssen dringend darüber reden, wie es weitergeht.“ Dabei gibt er sich keinen großen Illusionen hin: Es werde aufgrund der unterschiedlichen Interessen aber nicht einfach, eine ganzheitliche Lösung zu finden, die allen gerecht werde.

„Für uns ist vor allem wichtig, dass wir mit dem Nationalpark weiterkommen“, bekräftigt auch Sven Becker, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat Birkenfeld. Die NLT sei in dieser Hinsicht nicht gut aufgestellt. Deshalb müsse man sich andere Partner suchen. Es habe auch schon Gespräche gegeben, bei denen bisher aber leider noch nicht viel herausgekommen sei. Aber auch Becker sieht keinen Grund, wieder in die Naheland-Touristik einzutreten.

Für eine effiziente Vermarktung des Nationalparks mit allen Anrainern plädiert auch Immanuel Hoffmann, Vorsitzender der CDU-Fraktion im VG-Rat. Weil die Naheland-Touristik vor allem die Nahe im Fokus habe, sei der Austritt der richtige Schritt gewesen. Er differenziert dabei aber zwischen Verbandsgemeinde und Kreis. Da würde er sich mit einem Austritt schwerer tun. Für die VG aber gebe es bislang keine überzeugenden Argumente, die zu einem Umdenken führen könnten. Der Mehrwert würde in keinem gesunden Verhältnis zu den Ausgaben stehen, betont Hoffmann.

Dickes und Schneider haben für Montag, 5. März, eine gemeinsame Sitzung der beiden Kreistage anberaumt, die wahrscheinlich im Kirner Gesellschaftshaus stattfinden wird. Einziger Tagesordnungspunkt der historischen Sitzung: Tourismus.

Von Kurt Knaudt

Bad Kreuznach
Meistgelesene Artikel
Anzeige
UMFRAGE (beendet)
WM-Tipp: Deutschland - Mexiko

Wie spielen die Deutschen im WM-Auftaktspiel gegen Mexiko am Sonntag? Wir machen's ganz einfach:

Sieg
56%
Niederlage
23%
Unentschieden
21%
Stimmen gesamt: 151
Anzeige
Online regional

Bettina TollkampBettina Tollkamp
Chefin v. Dienst
E-Mail

News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
UMFRAGE (beendet)
Markt am Samstag?

Das Mainzer Markt-Frühstück ist ein Kult-Event. Wäre das auch etwas für Bad Kreuznach?

Ja, unbedingt!
69%
Nein, eher nicht.
31%
Stimmen gesamt: 109
Anzeige
Regionalwetter
Mittwoch

17°C - 29°C
Donnerstag

10°C - 23°C
Freitag

10°C - 19°C
Samstag

11°C - 20°C
epaper-startseite