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Mainz/Wiesbaden

Nadelöhr bleibt Pendlern erhalten: Schiersteiner Brücke erst im Spätsommer 2017 fertig

Das Nadelöhr Schiersteiner Brücke bleibt den Pendlern in Rhein-Main noch eine gute Weile erhalten: "Es wird jetzt wohl Spätsommer 2017 werden, bis der Verkehr über die neue Brücke fließt", bestätigt Alexander Pilz vom zuständigen Straßenbaubetrieb Hessen Mobil am Dienstag.

120 Meter lang ist das Teilstück der Schiersteiner Brücke, das jetzt eingesetzt wurde.  Foto: Kirschstein
120 Meter lang ist das Teilstück der Schiersteiner Brücke, das jetzt eingesetzt wurde.
Foto: Kirschstein

Von unserer Mitarbeiterin Gisela Kirschstein

Damit verzögert sich die Fertigstellung der ersten Teilbrücke über den Rhein insgesamt um mehr als ein halbes Jahr – ursprünglich sollte die Brücke Ende 2016 fertig werden, dann hieß es Juni 2017, nun Spätsommer 2017.

Einer der Gründe für die Verzögerung schwebte am Dienstag noch in gut 20 Meter Höhe über dem Rhein: Ein neues Brückenteilstück von 120 Metern Länge wurde seit Montagfrüh vom Fluss aus zwischen die fertigen Brückenteile an Land geschoben. Bei der spektakulären Aktion wurde das 2000 Tonnen schwere Stahlgerüst am Schiersteiner Ufer auf Pontons verladen und dann quer über den Rhein an Ort und Stelle gebracht.

Dienstagfrüh lag das neue Brückenstück richtig in Position

"Wir mussten um die Rettbergsaue in den Mombacher Rheinarm fahren", erklärte Pilz, dann schwamm das komplett an Land montierte Brückenstück gegen die Strömung langsam in seine Position zwischen Mombacher Ufer und Rettbergsaue. "Es ging alles sehr schnell", sagte Pilz zufrieden – bereits Dienstagfrüh lag das neue Brückenstück richtig in Position.

Getragen wurde das riesige Bauteil von mit Wasser gefüllten Pontons, die bis zu 2,50 Meter tief ins Wasser ragen. Das Wasser im Inneren der Pontons lasse sich mit Hilfe von Pumpen reduzieren oder auffüllen, so könne das Gewicht der Brücke genau ausbalanciert werden, erklärte Pilz. Doch um die Pontons einsetzen zu können, brauchte es einen Mindestwasserstand von drei Metern im Rhein – und der war die vergangenen Wochen nicht gegeben.

Verzögerung durch Niedrigwasser, zu nasses und zu trockenes Wetter

"Wir lagen zwei Monate in Wartestellung, weil der Rhein zu niedrig war", sagte Pilz, das habe einen Großteil der Zeitverzögerung ausgemacht. Dazu habe durch das zuerst sehr nasse und dann sehr heiße Wetter der Korrosionsschutz nicht aufgetragen werden können. In der Summe habe das schließlich zu dem neuen Abschlussdatum geführt.

Auf die richtige Höhe wurde das Brückenteil auf den Pontons dann erst einmal durch Stahlelemente gebracht, die einzeln unter die Brücke geschoben wurden. "Das war wie Bierkisten unterschieben", sagte Pilz schmunzelnd. Am Dienstagmittag übernahmen Litzenheber, riesige Stahlseilzüge, das Anheben der Brücke um weitere sechs Meter auf die Fahrbahnhöhe. Nun werden beide Enden verschweißt, damit sich die Brücke selbst trägt. Dann folgt die Ausstattung der Brücke mit Fahrbahnbelag und Straßenausstattung wie Geländer, Fuß- und Radweg.

Die Engstelle auf rheinland-pfälzischer Seite soll aber nach Möglichkeit bereits im Frühjahr 2016 entschärft werden: Derzeit werde die Statik des mittleren "Herzstücks" geprüft, sagte Pilz. Dann könnte auf dem Übergangsstück zwischen Brücke und Vorlandbrücke Verkehr rollen, so würde Raum gewonnen, um wieder zwei volle Fahrspuren von Gonsenheim aus Richtung Wiesbaden führen zu können.

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