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Hochstätten/Pfalz

Nach Flutwellen rollt Hilfe an: Hochstätten hofft auf Unterstützung

Hoffen auf das Land und eine ungeahnte Möglichkeit der Straßensanierung. Auch darum geht es zurzeit in der flutgeschädigten Nordpfalzgemeinde Hochstätten.

Die Kanalstraße des 620 Einwohner kleinen Hochstätten: Die beiden Flutwellen haben sie am Montagmorgen aufgerissen. Aus dem Schaden eine Chance machen, so lautet die Idee von Ortsbürgermeister Hermann Spieß (Foto): Künftig könnte der Leichbach hier offen verlaufen. Das wäre ein Renaturierungsprojekt, das vom Land bezuschusst und als Dorferneuerungsprojekt anerkannt würde.
Die Kanalstraße des 620 Einwohner kleinen Hochstätten: Die beiden Flutwellen haben sie am Montagmorgen aufgerissen. Aus dem Schaden eine Chance machen, so lautet die Idee von Ortsbürgermeister Hermann Spieß (Foto): Künftig könnte der Leichbach hier offen verlaufen. Das wäre ein Renaturierungsprojekt, das vom Land bezuschusst und als Dorferneuerungsprojekt anerkannt würde.

Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

Die Nordpfalzgemeinde hat es am Montagmorgen voll erwischt. Zwei Flutwellen zogen durchs Dorf und trafen knapp 80 der 250 Haushalte, die seither teils ohne Warmwasser, ohne Telefon und Internetverbindung leben müssen. In der Aufräum-, Reparatur- und Sanierungsphase, die noch einige Zeit dauern wird, laufen erste sondierende Gespräche darüber, wie der Gemeinde und den betroffenen Privatleuten geholfen werden kann.

Schadensregulierung: Erster Kreisbeigeordneter Hans-Dirk Nies hat sich am Donnerstagmorgen auch von den Schäden in Hochstätten ein Bild gemacht; das Land prüfe zurzeit, wie eine rasche und unbürokratische Hilfe aussehen kann. Nies will dranbleiben, aber bittet auch um Vorsicht: Er will keine voreiligen Versprechen abgeben und niemandem Hoffnung machen, die sich am Ende dann vielleicht zerschlägt. Möglicherweise sei eine Unterstützung wie kürzlich im flutgeschädigten Waldgrehweiler denkbar, so der Kreisbeigeordnete.

Sperrmüll: Eine weitere Folge der Flut: jede Menge Abfall. Nicht nur beschädigte oder zerstörte Gerätschaften aus den gefluteten Häusern und Scheunen, sondern auch all das, was die Flut mitgebracht hat. Er wird in Containern gesammelt und am Friedhof gelagert. Aber nicht lange, denn schon sei das Entsorgungsunternehmen Veolia informiert, betonte Erster Kreisbeigeordneter Hans-Dirk Nies gestern. Man sei bemüht, den Hochstättern auch hier unbürokratisch zu helfen, so Nies, der Kreisabfallwirtschaftsdezernent ist.

Kanalstraße: Sie hat es besonders erwischt, die Leichbach hat ganze Arbeit geleistet, das Pflaster ist rausgerissen. Möglicherweise wird sie nicht mehr geschlossen. Hier könnte der Bach, ein Gewässer dritter Ordnung (zuständig ist die Verbandsgemeinde), künftig geöffnet bleiben – eine Renaturierung, die möglicherweise mit 90 Prozent bezuschusst werde, hat Ortsbürgermeister Spieß nach Kontakten mit VG-Verwaltung und Umweltministerium erfahren.

Benefizkonzert: Die Hochstätter haben nach der großen Flut vom Montag anstrengende Tage hinter und auch noch vor sich. Keine Frage: Die Hilfe für die von den beiden Leichbachwasser- und Schlammwellen am härtesten betroffenen Familien steht im Vordergrund. Jetzt denkt Ortsbürgermeister Hermann Spieß an ein Benefizkonzert des Chors Spontan, in dem Spieß auch selbst mitsingt. Ein Termin steht schon: Samstag, 16. Juli, 20 Uhr, auf dem Kerweplatz am Gemeindesaal. Danach entscheidet ein Gremium oder der Gemeinderat über die Verwendung des Erlöses.

Herzenswunsch: Wenn die Hochstätter Flutgeschädigten ihre Häuser und Grundstücke an Fürfeder-, Haupt- und Kanalstraße entschlammt und gesäubert haben, geht es an die teilweise Wiedereinrichtung. Schön wäre, wenn die Baumärkte der Region den Hochstättern einen Nachlass auf zu kaufende Ware und Geräte einräumen könnten, wünscht sich Ortsbürgermeister Spieß. Nicht alle Familien haben eine ausreichende Elementarversicherung, weil ihre Versicherer sie nicht anbieten oder die Beiträge schlicht viel zu teuer sind. mz

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