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Bad Kreuznach

Mutter kritisiert Überweg am Kreuznacher Bauhaus-Kreisel: Gefährliches Warten zwischen den Spuren

Harald Gebhardt

Wie gefährlich ist der Übergang für Radfahrer und Fußgänger am Bauhaus-Kreisel an der östlichen Kreuznacher Umgehungsstraße (B 428) und der Mainzer Straße aus Planig? Fest steht: Wegen der Kombination von Kreisverkehr und Druckampelschaltung ist die Situation dort suboptimal. Eine Verbesserung scheint zurzeit aber kaum möglich. Damit will sich Jördis Schüßler aber nicht zufriedengeben.

Der Fußgängerüberweg am mehrspurigen Bauhauskreisel schaltet nicht durchgängig auf Grün. Fußgänger müssen in der Fahrbahnmitte warten. Oft genug sind darüber die Autofahrer irritiert, die aus Richtung der B 41 (rechts) kommen und die Schaltung der Fußgängerampel nicht sehen können.  Foto: Josef Nürnberg
Der Fußgängerüberweg am mehrspurigen Bauhauskreisel schaltet nicht durchgängig auf Grün. Fußgänger müssen in der Fahrbahnmitte warten. Oft genug sind darüber die Autofahrer irritiert, die aus Richtung der B 41 (rechts) kommen und die Schaltung der Fußgängerampel nicht sehen können.
Foto: Josef Nürnberg

Sie ist Mutter einer 16-jährigen Tochter, die täglich von Planig mit dem Fahrrad in ihre Schule, ins Lina-Hilger-Gymnasium, fährt. Sie hat die Stadtverwaltung und den Bad Kreuznacher Landesbetrieb Mobilität (LBM) auf die gefährliche Situation hingewiesen und fordert eine Verbesserung.

Das Problem ist die Ampelschaltung, sagt Schüßler. Aus Richtung Bad Kreuznach kommend, ist die Ampel meistens durchgängig auf Grün geschaltet, nicht so jedoch andersherum. Für den Fußgänger nicht nachvollziehbar, kann man aus Richtung Lidl oft nur bis zur Mitte der Straße laufen, weil die letzte Ampel auf Rot geschaltet ist, kritisiert sie. Ihre Tochter muss daher mit dem Fahrrad oft auf der schmalen Verkehrsinsel in der Mitte stehen bleiben und warten, dass auch die nächste Ampel von Rot auf Grün schaltet. Die Mutter ist besorgt: „Für unsere Tochter bedeutet dies eine gefährliche Situation, da sie inmitten der schnell fahrenden Autos stehen bleiben muss und Gefahr läuft, von einem Auto mitgerissen zu werden.“

Auch für die Autofahrer, die aus Richtung B 41 kommen, sei die Situation „super intransparent“: Sie sind irritiert und verunsichert, warum dort jemand mitten auf der Straße anhält und wartet. „Es ist nicht selten, dass die Autofahrer die an der Ampel Stehenden darum bitten oder nötigen, doch rüber zu gehen, auch wenn die Ampel noch auf Rot geschaltet ist. Viele Fußgänger und Radfahrer lassen sich darauf ein, was ich persönlich sehr gefährlich finde, da man nie abschätzen kann, wie es auf der zweiten Fahrspur verkehrsmäßig aussieht und jederzeit die Gefahr besteht, in ein Auto zu laufen.“

Die Mutter schildert einen Vorfall vom 17. April 2018: „Meine Tochter befuhr gegen 7.25 Uhr mit dem Fahrrad die Ampel am Bauhaus-Kreisel. Sie musste in der Mitte der Straße auf der Verkehrsinsel anhalten, weil die Ampel nicht durchgängig auf Grün schaltete. Wie immer waren die Autofahrer aus Richtung B 41 kommend so irritiert darüber, dass der erste eine Vollbremsung machte, um anzuhalten, weil er dachte, dass die Ampel komplett auf Grün geschaltet sei. Die Frau hinter ihm musste ebenfalls eine Vollbremsung machen und konnte eine Kollision nur knapp verhindern. Damit nicht genug, kurbelte die zweite Autofahrerin wütend ihr Fenster runter. Sie schrie meine Tochter an und nötigte sie dazu, über die rote Ampel zu gehen, was meine Tochter ablehnte, weil sie sich nicht noch mehr in Gefahr bringen wollte.“

Schüßler schlägt vor, die Ampel für Fußgänger und Radfahrer von beiden Seiten durchgängig über die drei Fahrbahnen auf Grün zu schalten. Um keinen Rückstau zur B 41 zu verursachen, könnten die Fußgänger dafür ruhig auch eine Minute länger auf Grün warten, findet sie. Zumal dies allen Verkehrsteilnehmern dort mehr Sicherheit geben würde. Der Vorschlag wurde von den Verantwortlichen bei der Stadt und dem LBM abgelehnt – wegen der Gefahr eines Rückstaus zur B 41.

Auch Friedbert Lohner vom LBM kann Schüßler keine Hoffnung machen: „Das Problem ist nicht die Ampelschaltung, sondern das Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer.“ Er räumt ein, dass die Kombination von Kreisverkehr und Ampel schwierig ist. Die Schaltung so wie sie jetzt ist sei aber so gewollt und sowohl für Autofahrer wie auch für Fußgänger und Radfahrer optimiert. Sie hänge aber vor allem vom Verkehrsaufkommen von der B 41 ab. Würde man die Fußgänger länger auf eine durchgängige Grünphase für alle drei Fahrbahnquerungen warten lassen, würde dies die Gefahr heraufbeschwören, dass das Rotlicht auf der Lidl-Seite missachtet würde, weil die Fußgänger so lange auf Grün warten müssen, obwohl der Verkehr dort deutlich geringer ist als der Verkehr, der von der B 41 in den Kreisverkehr geführt wird. Diese deutlich unterschiedliche Verkehrsbelastung in den einzelnen Fahrbeziehungen macht die Schaltung der Ampel so schwierig.

Das Problem für die Autofahrer aus Richtung B 41 ist, dass man ihre Ampel vor der Einfahrt in den Kreisverkehr zwar auf Rot schalten kann, wenn die Fußgänger Grün haben, aber nicht auf Grün, wenn die Fußgängerampel Rot zeigt – weil die Autofahrer im Kreisverkehr Vorfahrt haben, erläutert Lohner. Er kann die Betroffenen daher nur vertrösten: Das Problem lässt sich durch eine geänderte Ampelschaltung nicht beheben – die Situation lässt sich erst mit dem Bau einer erweiterten Bahnunterführung entschärfen. Der Fußgänger- und Radweg wird dann auf der Nordseite des Kreisverkehrs in einer Brücke über die B 428 geführt. Schüßlers Tochter hilft dies nichts mehr.

Von unserem Redakteur Harald Gebhardt
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