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    Bad Kreuznach

    Mit Rambomesser den Getränkemarkt gestürmt: Trinkgut-Überfall im Drogenrausch?

    Es war Montag, 6. März, kurz nach 20 Uhr: Zwei maskierte Männer stürmen in Bad Kreuznach den Trinkgut-Markt in der Bosenheimer Straße. Einer von ihnen ist mit einem 20 Zentimeter langen Rambomesser bewaffnet. Sie zerren die beiden Angestellten in die Küche. Dort befindet sich der Tresor, in dem die beiden Räuber die Tageseinnahmen vermuten. Die geschockten Angestellten öffnen den Safe, die beiden Männer tüten zwei Geldkassetten ein und verschwinden in die Nacht.

    Der 22-jährige Angeklagte im Gerichtssaal.  Foto: Marian Ristow
    Der 22-jährige Angeklagte im Gerichtssaal.
    Foto: Marian Ristow

    Vor der Zweiten Strafkammer unter Vorsitz von Richter Bruno Kremer lief gestern der Prozess gegen einen der Täter am Bad Kreuznacher Landgericht an. Der 22-jährige in Bad Kreuznach geborene und aufgewachsene Türke, bereits siebenmal polizeilich in Erscheinung getreten, räumte die Tat vollumfänglich ein. Außerdem nannte er seinen Mittäter. Dieser wiederum ist ein 25-jähriger Türke aus Langenlonsheim, der momentan in der Türkei untergetaucht ist. Aus Angst, nach der Verurteilung abgeschoben zu werden, verweigert er bisher die Rückkehr.

    Beide hätten zum Zeitpunkt der Tat häufig Kokain konsumiert, gab der 22-Jährige an. Der Plan, einen Überfall zu begehen, sei lediglich ein paar Stunden vor der Ausführung gefasst worden – ebenfalls im Drogenrausch. Allzu große Gedanken habe man sich über die Umsetzung nicht gemacht. So verwendete das Duo keine Handschuhe, benutzte den auf einen Freund zugelassenen Pkw und wurde bei der Flucht von Passanten beobachtet. Die Polizei kam dem Duo schnell auf die Schliche. Auch war die Wahl des Tages nicht wirklich klug getroffen – obwohl die Räuber Insiderwissen hatten. Wo sich der Tresor und der Schlüssel befanden, wussten sie von einem ehemaligen Mitarbeiter, dass nur ein paar Stunden vor ihrem Überfall die beträchtlichen Wocheneinnahmen abgeholt wurden, jedoch nicht. Den im Drogenrausch Agierenden blieben nur die Geldbestände, die zur Bestückung der Registrierkasse benutzt werden.

    Sowieso bestehen über die Höhe des erbeuteten Geldbetrags Zweifel. Der Geständige gibt an, einen Betrag um die 2500 Euro geschnappt zu haben. Der Inhaber des Getränkemarktes machte bei seiner Versicherung aber eine Summe von 5486 Euro geltend. Eine Zahl, die der zum Tatzeitpunkt wegen eines Drogendeliktes auf Bewährung befindliche Angeklagte bestreitet.

    Zum Teil massive Folgen hatte der Überfall für die anwesenden Trinkgut-Mitarbeiter. Beide Angestellte hatten mit posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen. Der 25-jährige Verkäufer steckte das Trauma relativ gut weg, die 22-jährige Kassiererin leidet bis heute unter dem Erlebten, ist zurzeit noch krankgeschrieben. Der angebotene Täter-Opfer-Ausgleich scheiterte vorerst, der reumütige Täter, der einen geläuterten Eindruck hinterließ, entschuldigte sich im Gerichtssaal bei den Opfern.

    Der Angeklagte habe ein handfestes Drogenproblem, attestierte Gutachter Dr. Christoph Summa, Chefarzt der forensischen Abteilung der Rheinhessen-Fachklinik Alzey. Eine Abhängigkeit erkannte er nicht, sehr wohl aber „schädlichen Gebrauch“. Angefangen habe der 22-Jährige mit Marihuana, sei dann aber relativ zügig zu Kokain übergangen. Das habe ihn aggressiv werden lassen. Das Delikt stufte Summa aber nicht als Beschaffungskriminalität ein. Der Täter war nach seiner Einschätzung voll schuldfähig. Der Prozess wird am 5. Oktober fortgesetzt.

    Von unseren Reportern
    Marian Ristow und André Merz

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    Bad Kreuznach
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