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    Bad Kreuznach

    Mit Heilerde in der Haslauer Wanne: Wie werden heute Kurmittel eingesetzt?

    Seit 200 Jahren wird das Mineralwasser, das in Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein aus tiefen Gesteinsschichten an die Oberfläche dringt, für medizinische Zwecke genutzt. Seit mehr als 100 Jahren bieten beide Heilbäder Therapien mit dem natürlichen Edelgas Radon. Wie hat sich der Einsatz dieser Naturschätze entwickelt?

    Der Einsatz der natürlichen Kurmittel Sole und Radon wird kombiniert mit Methoden der Physiotherapie. Dafür gibt es ein 13-köpfiges Team.
    Der Einsatz der natürlichen Kurmittel Sole und Radon wird kombiniert mit Methoden der Physiotherapie. Dafür gibt es ein 13-köpfiges Team.
    Foto: Dominik Ketz

    Ort der Kurmittelanwendungen ist heute das 2002 erbaute Crucenia-Gesundheitszentrum im Kreuznacher Kurviertel neben dem Thermalbad mit 1440 Quadratmeter Fläche für Therapie- und Praxisräume. Ein besonderer Vorteil ist die Verbindung zum Thermalbad über einen Bademantelgang.

    Heilbadbegründer Dr. Johann Erhard Prieger begann mit Vollbädern im Badezuber. Die Solebäder im Crucenia-Gesundheitszentrum nutzen bis heute die Mineralquellen des Salinentales. Das Wasser kommt aber nun nicht mehr aus einer der zahlreichen alten Quellen, sondern aus einer 500 Meter tiefen Bohrung. Bis heute finden die Bäder im modernen Ambiente des Crucenia-Gesundheitszentrums bei Rheuma, bei Gicht, bei Leiden des Stütz- und Bewegungsapparates Anwendung und bei Hauterkrankungen. Die Bäder sind anders als früher dank eines Wannenlifters auch für Behinderte nutzbar. In den Wannenbädern wirken einmal die gelösten Inhaltsstoffe, welche über die Haut und die Atemwege aufgenommen werden. Zum anderen übt das Wasser einen Trainingsreiz aus und regt schonend den Kreislauf an.

    Nicht mehr vorhanden ist die Mutterlauge – ein mineralischer Rückstand bei der Salzherstellung. Denn 1998 wurde die Salzgewinnung eingestellt. Dafür bieten die Heilerdepackungen in der Haslauer Wanne ein ortstypisches Kurmittel. Heilerde verbindet sich mit Heilwasser zu einer lehmigen Masse, die als Packung auf die betreffende Körperpartie aufgetragen wird. Die Patienten ruhen dann, eingepackt, fast schwerelos in einem Wasserbett – der Haslauer Wanne – und genießen Tiefenwärme und Entspannung.

    Glücklich wäre Prieger über das Thermalbad gewesen: Es erlaubt Bewegungstherapien im Solewasser, die auch bei Vorbelastungen der Gelenke und Muskulatur möglich sind. Wie zu Priegers Zeiten laden die Gradierwerke zur Inhalation in Salzluft ein: seit 1900 nicht nur im Salinental, sondern auch im Kurpark, seit 1928 mit dem Solezerstäuber – eine Wohltat für die Atemwege.

    Eine in Deutschland einzigartige Form der Schmerztherapie ist die Radoninhalation im Dr.-Jöckel-Stollen. Bei rheumatischen Erkrankungen führt die Therapie, wie Patienten berichten, bei sieben bis zehn jeweils einstündigen Sitzungen zu Schmerzfreiheit oder Schmerzlinderung, die bis zu einem Jahr nachwirkt. Der Einsatz der natürlichen Kurmittel Sole und Radon ist mit vielfältigen Methoden der Physiotherapie kombiniert, die das 13-köpfige Team aus Physiotherapeutinnen, medizinischen Masseuren und Mitarbeiterinnen der Bäderabteilung an die Kunden bringt. Im Angebot: Massagen, Krankengymnastik (auch am Gerät), Bewegungstherapie im Wasser und manuelle Therapie, spezielle Therapieformen wie Kiefer-Gelenk-Therapie oder die dreidimensionale Skoliosetherapie. Auch für diverse Formen der Schmerzbehandlung mit Elektrotherapie ist das Gesundheitszentrum ausgestattet.

    Die größte Veränderung: Zu Priegers Zeiten trank man das Heilwasser in großen Mengen. Aufgrund des Bromgehaltes wurde die Trinkkur in Bad Kreuznach bereits vor 30 Jahren eingestellt. Doch im wunderschönen Kurmittelhaus in Bad Münster am Stein läuft die Sole noch aus dem Hahn und kann frei zugänglich genossen werden. Viele vertrauen auf die wohltuende Wirkung für den Magen-Darm-Trakt.

    Von Dr. Michael Vesper

    Bad Kreuznach
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