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Bad Kreuznach/Birkenfeld

Lezius schickt Körper in den Ruhestand

Damit hatten selbst in der CDU wohl nur wenige gerechnet: Seiteneinsteigerin Antje Lezius gewinnt das Duell im Wahlkreis 202 mit 41,4 zu 37,6 Prozent Prozent gegen den erfahrenen Politprofi Fritz Rudolf Körper (SPD).

„Ich fasse es nicht, Wahnsinn", jubelte die bis zu ihrer Nominierung als Direktkandidatin völlig unbekannte Christdemokratin. Mit ihrem Sieg schickt sie Körper in den Ruhestand: „Das war's für mich", kündigte der 58-Jährige aus Rehborn nach 34 Jahren noch am Wahlabend seinen Rückzug aus der Politik an.

Die Überraschungssiegerin aber will am Montag erst mal den Flug nach Berlin buchen – vielleicht nimmt sie auch den Zug: Das verdeutlicht, wie überrascht sie selbst von ihrem Sieg war. Am Dienstag tritt sie ihren neuen Job in der Bundeshauptstadt an. Um 13 Uhr wird sie dort zur ersten Sitzung der neuen CDU-Fraktion erwartet. Hat sie ernsthaft mit diesem Triumph gerechnet? „Wer hart arbeitet, wird auch belohnt. Ich habe mein Bestes gegeben und bin authentisch und ehrlich geblieben. Das haben die Menschen gespürt", antwortete Lezius, die im Wahlkampf auch von ihren beiden Töchtern Yvonne (30) und Michelle (23) unterstützt wurde, auf diese Frage eher diplomatisch.

Sie freut sich jetzt auf das Abenteuer Berlin. Dort will sie ihrem Leib-und-Magen-Thema Demografie treu bleiben: „Das ist die große Herausforderung an der Nahe. Ich will mithelfen, die damit verbundenen Fragen für den Wahlkreis zu beantworten." Während die 53-jährige Idar-Obersteinerin den Sieg im Hildegardis-Haus in Waldböckelheim, genau in der Mitte ihres Wahlkreises, feierte, herrschte bei der SPD-„Party" in der Gaststätte „Zum Radler" an der Draisinenstrecke in Rehborn Katerstimmung. Körper, der dem Bundestag seit 1990 angehört, war nach der schmerzlichen Niederlage bitter enttäuscht: „Das tut weh, aber Erfahrung und Fähigkeiten haben offenbar nicht gezählt. Die Wähler haben nicht zwischen Erst- und Zweitstimme unterschieden. Ich kann Antje Lezius nur gratulieren."

Er habe aufgrund der Eindrücke und Erfahrungen im Wahlkampf nicht mit einer Niederlage gerechnet, bekannte der frühere Parlamentarische Staatssekretär. „Wir haben gut gegen den Trend gekämpft und noch ein ordentliches Ergebnis erzielt, aber es hat am Ende nicht gereicht. Die Leute haben durchgewählt", kommentierte er den aus seiner Sicht auch im Wahlkreis letztlich entscheidenden Merkel-Bonus. Dabei hatte Körper nach der traumatischen Schlappe vor vier Jahren gegen Julia Klöckner im Wahlkampf wieder Morgenluft gewittert.

Doch gegen den Trend kam er nicht an: Die CDU liegt auch in Wahlkreis mit 41,1 Prozent deutlich vor der SPD, die nur 31,4 Prozent erreichte. Körper konnte auf das Ergebnis seiner Partei zwar 6,2 Prozent draufsatteln – dennoch fehlten am Ende rund 4500 Stimmen zum Ergebnis von Antje Lezius, nachdem es anfangs nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen ausgesehen hatte. Alle anderen Kandidaten spielten im Kampf ums Direktmandat erwartungsgemäß keine Rolle. Während Wolfgang Kleudgen (Die Linke) mit 5,2 Prozent zufrieden war, hatte sich Bernhard Alscher (Freie Wähler) mit 4,0 Prozent mehr ausgerechnet. Kurt Knaudt

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