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    Kreis Bad KreuznachLandratskandidatin Bettina Dickes im Porträt: Ein Tag auf der Couch ist für sie ein Albtraum

    „Es gibt nur ganz wenige Menschen, mit denen ich nicht auskomme“, sagt Bettina Dickes. Zu dieser kleinen Minderheit gehört neuerdings möglicherweise auch Hans-Dirk Nies: Der Konkurrent im Rennen um den Landratsposten hatte jüngst verlauten lassen, er traue ihr nicht zu, die Kreisverwaltung zu führen (wir berichteten).

    Lieblingsort von Bettina Dickes ist der Disibodenberg, wo die von ihr verehrte Hildegard lange lebte.
    Lieblingsort von Bettina Dickes ist der Disibodenberg, wo die von ihr verehrte Hildegard lange lebte.
    Foto: CDU

    „Persönliche Angriffe kann ich nicht so einfach abschütteln“, bekennt die Christdemokratin ganz allgemein im Gespräch mit dem „Oeffentlichen“, das vor dem Vorstoß von Nies geführt wurde. Ellbogen setze sie nur in der Sache ein, um etwas durchzusetzen, was ihr wichtig ist, aber nicht gegen Personen, betont sie.

    Der Mauerfall 1989 war für die damals 18-Jährige ein Schlüsselerlebnis. „Da habe ich erkannt: In der Politik wird nicht nur geschwätzt, sondern es lässt sich manchmal auch Großes bewegen.“ Ein Erlebnis ganz anderer Art war die Landtagswahl am 13. März 2016: Zehn Jahre gehörte sie dem Landtag an, ehe sie an jenem Sonntag aus allen Träumen gerissen wurde.

    Das schlechte CDU-Ergebnis und ihr Aus als Abgeordnete kamen für sie völlig unerwartet: „Das war wie eine Vollbremsung bei Tempo 300.“ Aber sie sei nicht der Typ, der in Selbstmitleid bade. Ganz im Gegenteil: „Ich habe die Sonne in die Wiege gelegt bekommen und liebe das Leben“, sagt sie ohne jede Einschränkung. Daraus erwachse eine besondere Stärke und eine hohe Belastbarkeit: „Mich wirft so leicht nichts aus der Bahn.“

    Sie beschreibt sich selbst als leidenschaftlichen Menschen, den Themen emotional treffen: „Wenn ich etwas anpacke, dann richtig.“ Mit diesem Elan ging sie auch das Projekt Hildegardweg an, auf das die 45-Jährige besonders stolz ist. Schließlich ist Hildegard neben ihrer Oma der Mensch, „der mich am meisten geprägt hat“. Die Oma hat ihre positive Lebenseinstellung verstärkt – und ihr den heiß geliebten Grünkohleintopf hinterlassen, den alle in der Familie mögen. Sie selbst legt großen Wert auf gutes Essen und kocht nach eigener Aussage sehr gern und auch sehr gut. Ab und zu lädt sie Freunde zum Mehr-Gänge-Menü ein. „Ich bin kein Fast-Food-Mensch, sondern ich genieße gern.“

    Als Tochter eines Bundeswehroffiziers ist Bettina Dickes von Kind an Umzüge gewohnt. Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof in Cloppenburg in Niedersachsen. 1979 zog die Familie nach Daubach um, weil der Vater auf den Flughafen Pferdsfeld versetzt wurde, 1982 dann ins neu gebaute Haus in Waldböckelheim. Eigentlich wollte Dickes Lehrerin werden. Sie studierte Mathe, Geschichte und Sport, neben Latein schon in der Schule ihre Lieblingsfächer. Als sie dann ungeplant schwanger wurde, entschied sie sich für die Familie und setzte einen anderen Lebensplan um: „Ich wollte schon immer vier Kinder haben.“

    Den ersten Schritt hin zum ehrenamtlichen Engagement verdankt sie Inge Seidenschwang. Die machte sie als 14-Jährige im Sportverein von Waldböckelheim zur Vorturnerin. Was ihr Selbstbewusstsein nachhaltig gefördert habe, wie sich Bettina Dickes dankbar erinnert. Später kam dann die Politik. Die kontroverse Diskussion um einen Jugendraum führte zu der Erkenntnis: „Wenn ich etwas erreichen will, muss ich in eine Partei eintreten.“

    Dafür kam familiär bedingt eigentlich nur die CDU infrage: „Mein Opa hat die Partei nach dem Krieg in Niedersachsen mit aufgebaut.“ Dass sie selbst es mal in den Landtag schaffen würde, war nicht geplant. Sie habe sich aber voll mit dieser Aufgabe identifiziert und sich mit Herzblut ihrem Leib- und Magenthema, der Bildungspolitik, gewidmet.

    Seit 2011 lebt Bettina Dickes mit ihrem zweiten Mann in Bad Sobernheim. Ihr selbst angelegter Garten, den sie in diesem Jahr gegen den Widerstand der Rehe neben Blumen auch mit Gemüse bestücken will, sei der einzige Ort, „an dem ich nicht denke. Das ist unglaublich entspannend“. Ansonsten nämlich rattern unentwegt die Gedanken durch ihren Kopf.

    Auch still irgendwo sitzen, ist nicht ihr Ding. „Ich muss immer etwas tun. Ein Sonntag auf der Couch ist ein Albtraum.“ Auch ein reiner Strandurlaub ist für sie kein Vergnügen. Generell nimmt sie nach eigener Wahrnehmung manchmal zu wenig Rücksicht auf sich selbst und will manchmal zu viel auf einmal. Was sie neben ihrer Vorliebe für Schokolade – und da besonders die Milka Joghurt Crisp – als Schwächen benennt.

    Unterwegs – sie fährt einen Mini, „mein absolutes Traumauto“ – hört sie am liebsten Klassik wegen der entspannenden Wirkung und Reinhard Mey wegen der Texte. Als Leserin bevorzugt sie Romane mit Tiefgang, aber keine Krimis: „Mein Leben ist auch so schon aufregend genug.“ Nach den Aussagen ihres Konkurrenten Nies wohl noch mehr.

    Von Kurt Knaudt

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