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Bad Kreuznach

Landrätin kostet vor: Mensa-Hackbraten schmeckt fast wie bei Muttern

Ein bisschen hat die Röka-Kantine etwas von einem Ikea-Restaurant. An der Essensausgabe stehen drei verschiedene Menüs zur Auswahl, Wasserspender (mit Kohlensäure und still) sind aufgestellt, und der Raum ist durch kubusförmige Regale mit roten und grünen Fronten in kleinere Bereiche unterteilt, wie man sie so oder ähnlich auch vom schwedischen Möbelhaus kennt. Statt Köttbullar gibt es an diesem Tag jedoch Hackbraten, und zu Gast ist um 12.30 Uhr Landrätin Bettina Dickes mit einem Mitarbeiterstab der Kreisverwaltung sowie Röka-Schulleiter Ludger Föhrenbacher.

Hackbraten, bitte: Landrätin Bettina Dickes verschaffte sich am Dienstag selbst einen Eindruck von der Röka-Mensa. Foto: Cordula Kabasch
Hackbraten, bitte: Landrätin Bettina Dickes verschaffte sich am Dienstag selbst einen Eindruck von der Röka-Mensa.
Foto: Cordula Kabasch

Es ist noch recht ruhig in der Mensa. Die ersten Gymnasiasten trudeln ein, werfen Rucksäcke auf die langen weißen Tische und hocken sich mit ihren Tabletts hin. Den reservierten Tisch mit Pressevertretern, Direktor und Kreisverwaltungsmitarbeitern beachten sie kaum. Aus der Küche dringt Geschirrklappern herüber.

Erst einmal ist das Essen dran. Deswegen ist auch die Landrätin erschienen: um im laufenden Betrieb die Mensa zu testen, die wegen des umstrittenen Betreiberwechsels weg von Foodeducation und hin zu Menüpartner lange die lokalen Schlagzeilen bestimmte. Auch die Pressevertreter sollen einmal Probeessen. Im Kreistag wurden nämlich seinerzeit Stimmen laut, die befürchteten, dass das ehemalige Lafer-Leuchtturmprojekt mit dem Köchewechsel auch an Essensqualität verliere. Auch wurde Menüpartner vorgeworfen, die Mitarbeiter nicht angemessen zu bezahlen. (Der „Oeffentliche“ berichtete ausführlich.) Nun möchte sich also die Kreischefin selbst einen Eindruck verschaffen – und zwar nicht nur von der Röka-Mensa, sondern von allen zwölf Kantinen, deren 14 weiterführenden Schulen in Kreisträgerschaft stehen. In den kommenden Wochen wird Bettina Dickes überall kosten, was auf Schülertellern landet.

In der Röka-Mensa ist es an diesem Tag das vegetarische Gericht, das hoch im Kurs steht: Kartoffelpuffer mit Apfelmus haben etliche Jungen und Mädchen gewählt. Gut läuft auch der Hackbraten mit Rahmsoße, gerösteten Kartoffeln und Salat, der am Pressetisch gleich sechsmal verspeist wird. Den Kabeljau sieht man bei den Schülern nur sehr vereinzelt.

Zugegeben: Die Hackbraten-Portionsgröße ist übersichtlich, und der Salat könnte etwas mehr Dressing vertragen. Insgesamt aber kommt die Landrätin zu dem Schluss: „Das schmeckt hier wie zu Hause.“ Ein Kompliment, denn Hausmacherkost hat Attribute, mit denen Foodeducation antrat und die auch Menüpartner für sich reklamiert: frisch, regional, saisonal.

Tatsächlich ist es ein leckeres Gericht und Schulleiter Föhrenbacher betont: „Hier bekommt jeder Nachschlag, wer möchte. Niemand muss hungrig vom Tisch aufstehen.“ Einige Schüler sieht man mit ihren benutzten Tellern denn auch zum zweiten Mal auf dem Weg zur Essensausgabe.

Gesund und zuckerzusatzfrei ist auch der Nachtisch: eine frühadventliche Mandarine, die auch auf dem Weg zum Unterricht verspeist werden kann, wenn man zeitlich spät dran sein sollte. Achim Reimann, bei der Kreisverwaltung fürs Gebäudemanagement der Schulen zuständig, hatte sich erwartungsvoll einen Dessertlöffel aufs Tablett gelegt und lacht, als er das Obst sieht. „Da war ich wohl zu optimistisch.“

Pudding gibt es an diesem Tag zwar nicht. Aber nächste Woche hat Küchenchef Frank Lehmann Hamburger auf der Speisekarte und schon jetzt 96 Prozent Vorbestellungen. „Die anderen vier Prozent kommen dann ungeplant hinzu“, sagt Reimann belustigt.

In der Mensa wird es langsam voller. Um kurz vor eins strömen die IGS-Schüler in die Kantine. Der Geräuschpegel steigt, die Schlange wird länger. Rund 550 Essen werden pro Tag in der Mensa serviert, in Spitzenzeiten bis zu 750. Trotzdem herrscht eine entspannte Atmosphäre im Raum, in dem man sich im kleineren Kreis wähnt – ein Ergebnis der trennenden Regalsysteme. Die Verwaltungsmitarbeiter, außer Reimann sind das Abteilungsleiter Christoph Liesenfeld und Pressesprecher Benjamin Hilger, tragen ihr Tablett zurück. Auch ihnen hat's geschmeckt. Koch Lehmann ist zufrieden, und das darf er sein.

Von unserer Redakteurin
Cordula Kabasch

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