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Kirn-Land

Kontaminiertes Trinkwasser: Fliegen sind nun die Hauptverdächtigen

Stefan Butz

Noch immer gilt: In elf Dörfern der Verbandsgemeinde sowie im angrenzenden Martinstein muss Trinkwasser abgekocht werden, denn noch immer ist es mit coliformen Keimen verunreinigt. Die Behörden tappten lange Zeit im Dunkeln. Nun tat sich ein erster Verdacht auf.

Helena Görgen, Burkhard Lörsch, Dr. Ernst-Dieter Lichtenberg, Professor Dr. Martin Exner und Werner Müller forschen weiter nach. Foto: Kreisverwaltung
Helena Görgen, Burkhard Lörsch, Dr. Ernst-Dieter Lichtenberg, Professor Dr. Martin Exner und Werner Müller forschen weiter nach.
Foto: Kreisverwaltung

Rückblende: Am 29. Juni gibt es erste Hinweise auf eine Verunreinigung. Die Behörden reagieren schnell: Wasser aus dem Hahn muss abgekocht und darf ohne diese Prozedur nicht mehr getrunken werden. Dann beginnt die Suche nach der oder den Ursachen, sind doch Hochbehälter betroffen, die so gar nicht miteinander zusammenhängen: Heimweiler im Süden der VG, Simmertal/Weitersborn im Nordwesten und ein Hennweilerer Hochbehälter, über den aber Bruschied und Schneppenbach versorgt werden.

Werner Müller, Ex-Bürgermeister und derzeit Beauftragter der VG Kirn-Land sagte gestern auf Nachfrage, dass das Problem „nicht einfach einzukreisen“ gewesen sei. Sprich: Man habe mehrmals Proben gezogen. Die zwei ersten seien positiv gewesen, die dritte wieder negativ. Chloren wolle man noch nicht, da man erst die Ursache herausfinden wolle, statt sie vorschnell zu eliminieren.

Zusammen mit Dr. Ernst-Dieter Lichtenberg, Leiter des Kreisgesundheitsamts, Hygieneinspektorin Helena Görgen und dem stellvertretenden VG-Werkleiter Burkhard Lörsch begutachtete Müller das Problem. Auch die Fachleute konnten sich zuerst keinen Reim auf die Quelle der Verunreinigung machen. Schließlich zogen sie einen weiteren Experten zurate: Professor Dr. Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uni Bonn. Und der hatte gleich einen Verdacht.

„Wir gehen davon aus, dass es Fliegen waren“, sagt Werner Müller, der zusammen mit den Fachleuten aus Werken, Amt und Uni sich in einer eigens gegründeten Störfallkommission des Problems angenommen hat.

Einen ersten Hochbehälter in Simmertal habe man bereits entleert und gereinigt. Nun muss noch der Fliegenbekämpfer durch. Müller weist darauf hin, dass schon kleinste Störungen, ja selbst ein gerissenes Fliegengitter ursächlich für die Verunreinigungen dieses hoch empfindlichen Systems sein könnten. „Experten sehen Dinge, die selbst die Fachleute unserer Werke nicht erkennen.“

Lörsch hofft, dass sich in der kommenden Woche die Situation klärt und das Leitungswasser wieder normal genutzt werden kann. Für die anstehende Kerb in Heimweiler gibt es indes eine ganz besondere Lösung, berichtet Lörsch: Im Bürgerhaus, dem zentralen Ort der Feier, werden die Perlatoren der Wasserhähne durch Spezialfilter ersetzt, die das verkeimte Wasser reinigen.

Von unserem Reporter Stefan Butz

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