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    Julia Klöckner und Erwin Teufel – Zwei Politikergenerationen, eine Welt

    Wenn du dich mit dem Teufel einlässt... Für Julia Klöckner, die CDU-Landeschefin von Rheinland-Pfalz, kein Problem. Zum Auftakt der „Bad Kreuznacher Gespräche“ im Haus des Gastes bot sie dem ehemaligen CDU-Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel, die Stirn.

    Auf Augenhöhe: Julia Klöckner und Erwin Teufel.
    Auf Augenhöhe: Julia Klöckner und Erwin Teufel.
    Foto: Gustl Stumpf

    Bad Kreuznach - Wenn du dich mit dem Teufel einlässt... Für Julia Klöckner, die CDU-Landeschefin von Rheinland-Pfalz, kein Problem. Zum Auftakt der „Bad Kreuznacher Gespräche“ im Haus des Gastes bot sie dem ehemaligen CDU-Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel, die Stirn.

    Aufmerksam hörte sie zu, wenn der 72-Jährige auf die aktuellen Missstände hinwies und die eigene Partei nicht ausschloss. Doch Klöckner parierte auch die ein oder andere Attacke – gewohnt kämpferisch und unerschrocken. Richtig weh tat's aber nie. Dazu respektieren sich die beiden zu sehr, gingen in ihren Thesen oft konform.

    Gleichwohl: Den Zuhörern in der voll besetzten „Loge“ gefiel das als Streitgespräch angekündigte Duell der Politikergenerationen, das der Journalist Friedrich Roeingh leitete und immer dann auf Kurs hielt, wenn es drohte, zu sehr in Detailfragen abzugleiten. Die erwartete große Abrechnung mit der eigenen Partei, für Teufel ein elementares Anliegen, blieb allerdings aus. Natürlich mangele es an aktiver Wirtschaftspolitik, an Profil und an Köpfen, so Teufel, der mit starken Argumenten punktete und dabei stets authentisch blieb. Auch mit der Aussage: „Es ärgert mich, dass uns das kalt lässt.“ So richtig ins Gericht gehen wollte er mit den Seinen dann doch nicht. Logisch, gibt die Politik insgesamt derzeit kein gutes Bild ab.

    Stichwort: Eurokrise. Sie fesselte quasi für den Rest des Abends, weil sie den Leuten Angst macht und die Politiker überfordert. Einig waren sich Klöckner und Teufel, dass die Zustimmung zum Euro dramatisch sinkt. Und weitgehend in den Ursachen für die Misere.
    Sie sind hausgemacht, jedenfalls nach Teufels Ansicht. In der Nichtbeistandsklausel des Vertrages von Maastricht heiße es, dass kein Mitgliedsland für die Schulden eines anderen aufkommen müsse. Teufel: „Warum tut man's dann?“ Jetzt gerate die EU ordentlich in Zugzwang, weil weitere Länder folgen werden. „Wenn du den ersten Knopf am Mantel falsch setzt, wirst du alle anderen Knöpfe ebenfalls falsch setzen“, bekräftigte der 72-Jährige anschaulich und erntete zustimmenden Applaus.

    Ja, die realen Probleme berühren die Menschen stärker als die Probleme der CDU. Damit schloss sich der Kreis, brachte es Teufel wieder auf den Ausgangspunkt. „Die Menschen verlangen Glaubwürdigkeit und Solidität. Sie sind verunsichert. Sie sollen sich an Recht und Verträge halten, die Politiker aber tun's nicht.“ Aus der CDU-Schelte war eine Politikschelte geworden. Hintergründig, tiefsinnig, von einem, der weiß, wovon er spricht.

    „Genau deshalb habe ich sie eingeladen“, entgegnete Julia Klöckner, um einige der „teuflischen“ Kritikpunkte zu relativieren, schließlich hätten sich im Laufe der Zeit die Herausforderungen geändert. Eine Fußnote der 38-Jährigen, die für ihren Mut und Stil ebenso die Anerkennung Teufels fand wie die gesamte junge Generation der Bundesrepublik. Sie sei ideologisch nicht voreingenommen und offen – auch für die CDU.

    Gustl Stumpf

    Bad Kreuznach
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