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Bad Kreuznach

Internationaler Frauentag in Bad Kreuznach: Frauen verdienen im Schnitt 23 Prozent weniger

Der Internationale Frauentag in Bad Kreuznach wird traditionell von den Gewerkschaftsfrauen organisiert. In der freundlichen Atmosphäre des Bildungszentrums St. Hildegard erlebten die vorwiegend weiblichen Gäste einen hochinteressanten, informativen Abend mit Themen, die unter die Haut gingen.

Bad Kreuznach. Der Internationale Frauentag in Bad Kreuznach wird traditionell von den Gewerkschaftsfrauen organisiert. In der freundlichen Atmosphäre des Bildungszentrums St. Hildegard erlebten die vorwiegend weiblichen Gäste einen hochinteressanten, informativen Abend mit Themen, die unter die Haut gingen.


Rita Schmitt vom DGB Rheinhessen-Nahe stellte das Konzept zum neuen Veranstaltungsort vor: „Es ist doch passend zum Weltfrauentag, mit Frauen aus verschiedenen Teilen der Welt in Kontakt und ins Gespräch zu kommen.“ Rita Schmitt prangerte Egoismus und Geldgier der Familie Schlecker an, die nun 30 000 Frauen um ihren Job bangen lässt und rief zur Solidarität mit den Mitarbeiterinnen der verbleibenden Filialen auf.

Eine Politik gegen Frauen prangerte Eva Mathes, Vorsitzende des IG Metall Ortsfrauenausschusses, an. Sie forderte mehr Entgeltgerechtigkeit: Auch bei gleichwertiger Tätigkeit verdienten Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer, was europaweit der höchste Einkommensunterschied sei. Der Niedriglohnsektor werde ausgeweitet durch Minijobs, Teilzeit- und Leiharbeit – gut für die Statistik, schlecht für die Frauen.


Eine weitere Forderung ist die bessere Regelung von Arbeit und Leben, das heißt für Beruf und Familie. Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer stand Rede und Antwort im Interview mit Rita Schmitt. Die erste Frau der Stadt erklärte, ihre Aufgaben und Anforderungen mit gesundem Menschenverstand und kompetenten Mitarbeitern gut lösen zu können. Sie bemühe sich um die Förderung von Frauen im Dienst der Stadt, Rahmenbedingungen für alle berufstätigen Frauen sollen durch Kitas und Kinderbetreuung geschaffen werden.

In einer Gesprächsrunde mit Bad Kreuznacher Frauen, die aus Russland, dem Kosovo und der Türkei stammten, berichteten diese von ihrem Arbeitsleben in ihrer Heimat und ihren beruflichen Problemen hier. Es machte betroffen zu erfahren, dass ein Asylverfahren sieben Jahre dauerte und die Menschen in dieser Zeit ohne Recht auf Arbeit, Sprachkurs oder Aufenthaltsort waren. Eine Mentorin und ihr Schützling, Annatje Nolde und Sonja Azam, berichteten von MuT aus dem Projekt Arbeit und Leben, Diakonin und Sozialpädagogin Elke Lenz vom Ausländerpfarramt gab Einblicke in ihre Arbeit. Dijana Andovska begeisterte mit mazedonischen Liedern, Duygu und Gizem Ugurlu, Dilard Yegin und Ilknur Canboy spielten auf dem Saz (Langhalslaute) und sangen türkische Lieder.


Christa Lehr

Bad Kreuznach
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