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    Bad Kreuznach

    Initiative Soonwald kämpft für Nationalpark

    Die Gegner sind laut, doch die Initiative Soonwald lässt sich nicht beirren. Für sie ist ein Nationalpark „die größte Chance seit Jahrzehnten“. Das unterstrich Monika Kirschner, stellvertretende Vorsitzende der Initiative, im Haus des Gastes in Bad Kreuznach und während der Präsentation des Tagungsbands zur zweiten Soonwaldkonferenz.

    Präsentieren den Tagungsband zur zweiten Soonwaldkonferenz (von links): Hansjochen Staege, Vorsitzender der Initiative Soonwald, sowie die Vorstandsmitglieder Hilde Schmitt und Monika Kirschner.
    Präsentieren den Tagungsband zur zweiten Soonwaldkonferenz (von links): Hansjochen Staege, Vorsitzender der Initiative Soonwald, sowie die Vorstandsmitglieder Hilde Schmitt und Monika Kirschner.
    Foto: Stephan Brust

    Bad Kreuznach - Die Gegner sind laut, doch die Initiative Soonwald lässt sich nicht beirren. Für sie ist ein Nationalpark „die größte Chance seit Jahrzehnten“. Das unterstrich Monika Kirschner, stellvertretende Vorsitzende der Initiative, im Haus des Gastes in Bad Kreuznach und während der Präsentation des Tagungsbands zur zweiten Soonwaldkonferenz.

    Die Konferenz fand bereits im Juli 2010 statt, jetzt sind die wichtigsten Vorträge in einem knapp 100 Seiten starken Buch erschienen. „Die Ergebnisse sind auch aus heutiger Sicht zukunftsweisend“, erklärt Kirschner. „Vor allem stützen sie die Diskussionen um Nationalpark und Windenergie mit fundierten Argumenten.“ Dazu gehört auch ein Artikel von Hansjochen Staege, Vorsitzender der Initiative Soonwald. Überschrift: Ein Wald in Gefahr. Das passt zur Einstellung der kompletten Initiative, die mehr als 300 Mitglieder zählt und vor 18 Jahren im Zuge der Schließung des Flugplatzes Pferdsfeld gegründet wurde. Seitdem setzt sie sich in erster Linie für einen stärkeren Schutz des Waldes und nachhaltigen Tourismus ein. Aktuell lassen sich ihre größten Sorgen in einem Zitat von Monika Kirschner zusammenfassen: „Wenn der Nationalpark nicht kommt und gleichzeitig immer mehr Windräder gebaut werden, haben wir es nicht geschafft, dem Soonwald eine Lobby zu geben.“

    In der Nationalpark-Diskussion steht die Initiative den Soonwaldfreunden gegenüber, die das Vorhaben ablehnen. Die junge Gruppierung um Sprecher und Vorsitzender Marcus Lunkenheimer hat in den vergangenen Monaten kräftig getrommelt und einige öffentlichkeitswirksame Aktionen organisiert – zuletzt einen eigenen Fastnachtswagen. Laut Kirschner und Staege wurden dabei aber auch falsche Informationen verteilt. „Diese haben die Leute verunsichert. Vor allem diejenigen, die nicht tiefer in der Materie stecken“, sagen die beiden und ergänzen: „Diese Argumente jetzt wieder aus den Köpfen zu holen, ist schwierig.“

    Deshalb appelliert die Initiative an die „Vernunft der Menschen“ und daran, sich genauer zu informieren. „Die Argumente der Gegenseite hat Staatssekretär Dr. Griese in allen bisherigen Veranstaltungen eindeutig widerlegt“, erläutert Staege, der persönlich den Großteil der 14 Nationalparks in Deutschland besucht hat. Seine Erfahrung: „Überall sind die angeblich so strengen Vorgaben modifiziert und auf die Region angepasst worden.“ Und überall habe man die Bevölkerung in die Planungen mit einbezogen. Genau das habe die Landesregierung jetzt auch vor. Darüber hinaus sei von Regierungsseite vorgesehen, Gemeinden, die unmittelbar an das Waldgebiet grenzen, besondere Rechte einzuräumen: bei der Holznutzung oder auch bei Infrastrukturmaßnahmen wie dem Straßenbau oder der DSL-Anbindung.

    Kirschner ist sicher: „Die Stimmung kippt – pro Nationalpark.“ Das sehen die Soonwaldfreunde anders. Von Entschärfung der Diskussionen also keine Spur. Ähnlich wie beim Bau von Windkraftanlagen. Hier richtet sich der Ärger der Initiative Soonwald gegen Windkraftbetreiber, aber auch gegen die Landesregierung, die keine professionelle Planung gewährleiste. „Es gibt keine übergeordnete Planungsgemeinschaft wie in anderen Regionen“, sagt Kirschner. „Das heißt, die Entscheidung liegt bei den Gemeinden.“ Je nach Größe der Windparks könnten die Orte mit Einnahmen bis zu 100 000 Euro pro Jahr von den Betreibern rechnen. Kirschner sagt: „Da ist doch klar, wie meine Entscheidung als verschuldete Gemeinde ausfällt.“

    Als „Dammbruch und Sündenfall“ wertet die Initiative die Genehmigung von acht Rotoren bei Ellern und am Hochsteinchen im Hunsrück. „Hier wird links und rechts des Soonwaldsteigs gebaut. Der ist ursprünglich ein Weg der Stille“, schimpfen Kirschner und Staege. Hier schließt sich für sie auch der Kreis zum Nationalpark. „Denn wenn der nicht kommt, gibt es auch bei Windkraftanlagen im Wald kein Halten mehr.“ Stephan Brust

    Der Tagungsband kann für 
2 Euro (plus Portokosten) 
per E-Mail bestellt werden: 
monika.kirschner@t-online.de.

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