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    In Bad Kreuznach liegt Nies hauchdünn vorn – Dickes punktet an den Stadträndern

    In Bad Kreuznach konnte sich Hans-Dirk Nies - anders als im Gesamtkreis - die Pole-Position für die Stichwahl zum Landrat sichern, wenn auch nur mit minimalem Vorsprung von 41,6 Prozent gegenüber Dickes' 41,2 Prozent.

    Sonntagabend, 17.30 Uhr, im Foyer der Kreisverwaltung: Gerade mal 21 Prozent von 1450 Wahlberechtigten des Bad Kreuznacher Wahlbezirks 252 (Salinen- und Rheingrafenstraße bis zur Bahn) hatten bis dato ihr Kreuz für einen der vier Landratskandidaten gemacht. 21 Prozent – erschütternd wenig. Bei solchen Ergebnissen kann man schon mal über die Frage nachdenken: Wann ist ein Urwahlergebnis eigentlich noch akzeptabel? Foto: Stefan Munzlinger
    Sonntagabend, 17.30 Uhr, im Foyer der Kreisverwaltung: Gerade mal 21 Prozent von 1450 Wahlberechtigten des Bad Kreuznacher Wahlbezirks 252 (Salinen- und Rheingrafenstraße bis zur Bahn) hatten bis dato ihr Kreuz für einen der vier Landratskandidaten gemacht. 21 Prozent – erschütternd wenig. Bei solchen Ergebnissen kann man schon mal über die Frage nachdenken: Wann ist ein Urwahlergebnis eigentlich noch akzeptabel?
    Foto: Stefan Munzlinger

    Der Landkreis hat gewählt: Mit 43,45 Prozent konnte sich CDU-Kandidatin Bettina Dickes eindrucksvoll gegen den Favoriten Hans-Dirk Nies (SPD) behaupten, der lediglich auf enttäuschende 40,05 Prozent kam. Die Entscheidung bringt die Stichwahl am 2. April.

    Betrachtet man die 35 Stimmbezirke der Stadt Bad Kreuznach und ihrer Vororte, zeichnet sich ein anderes Bild. Nies kommt im Stadtgebiet auf 41,6 Prozent der Stimmen, dicht dahinter rangiert Bettina Dickes mit 41,2 Prozent. Auch die beiden Außenseiter konnten gute Ergebnisse verbuchen: Philipp Dietrich (Die Partei) sicherte sich immerhin 6,2 Prozent, und Anke Schumann (parteilos) schaffte starke 11 Prozent. Bedenkt man, dass Schumann in Bad Kreuznach ein eher unbeschriebenes Blatt ist, erscheint ihr gutes Resultat in einem anderen, noch positiveren Licht.

    28,8 Prozent – 10 771 Bad Kreuznacher gaben bei der Landratswahl ihren Stimmen ab. Im Vergleich zur miserablen Beteiligung bei der Landratswahl 2008, damals waren es schlappe 19,3 Prozent, stellt der immer noch äußerst dürftige Wert eine deutliche Verbesserung dar. Wenn auch nur auf geringstem Niveau.

    Wenig Anlass zum Jubel dürfte den Genossen das Ergebnis aus dem Stadtteil Winzenheim, Nies' Wohnort, gegeben haben. Zwar erreichte Nies bei seinem Heimspiel die Mehrzahl der Stimmen (518). Der geringe Vorsprung auf Bettina Dickes (490 Stimmen) dürfte den SPD-Mann aber gewaltig wurmen. Nies verlor im heimischen Winzenheim zwei von drei Wahllokalen an Bettina Dickes – für Nies trotz der numerischen Überlegenheit an Stimmen eine Schlappe, die den aus sozialdemokratischer Sicht gebrauchten Tag perfekt machte.

    Der imaginierte Heimvorteil ist auf den zweiten Blick kein solcher. Bereits bei der Stichwahl 2008 verlor Nies zwei von drei Stimmbezirken an CDU-Mann Franz-Josef Diel. Immerhin: Die Wahlbeteiligung lag dort mit 36 Prozent deutlich höher als der städtische Durchschnitt. „Das hat sicher auch damit zu tun, dass es die Heimatgemeinde von Hans-Dirk Nies ist. Trotzdem lag er hier lediglich knapp vor Bettina Dickes“, schätzt Ortsvorsteher Mirko Helmut Kohl (CDU) die Situation ein. Und formuliert: „Für die entscheidende Stichwahl wünsche ich mir eine hohe Wahlbeteiligung und hoffe, dass Bürger von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen.“

    Von den 35 Stimmbezirken der Stadt konnte Nies ganze 21 gewinnen. Seine besten Ergebnisse holte der Erste Kreisbeigeordnete im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in der Rüdesheimer Straße (56,1 Prozent) und im Korellengarten (52,1 Prozent), schlecht schnitt der SPD-Mann zum Beispiel in Ippesheim ab. Apropos Stadtteile: Während Nies nur noch in Planig reüssierte, punktete Dickes vor allem in der Peripherie. Ippesheim, Bosenheim und Bad Münster am Stein-Ebernburg gingen an die CDU-Frau – und das zum Teil mit deutlichem Abstand.

    Im Stadtteil BME erreichte Dickes fast die Hälfte aller Stimmen (46 Prozent), Nies kam im jüngsten Bad Kreuznacher Stadtteil lediglich auf 30 Prozent. Regelrecht chancenlos war Dickes in einigen innerstädtischen Bezirken: besonders im Korellengarten oder im Süden der Stadt.

    Anke Schumann, die in der Stadt sagenhafte 1166 Stimmen holte, könnte da zum Zünglein an der Waage werden. Noch sträubt sich die parteilose Juristin, eine Wahlempfehlung auszusprechen.

    Eine bisher vernachlässigte, aber überaus wichtige Rolle spielen die knapp 27.000 Wahlberechtigten, die am Sonntag nicht zur Wahl gegangen sind. Wenn es Hans-Dirk Nies gelingt, dieses Wählerpotenzial zu erschließen, zumindest teilweise, ist noch alles möglich. Gerade in der Kernstadt gibt es unausgeschöpfte Potenziale.

    Wenn Nies das Momentum wieder auf seiner Seite wissen will, muss er dort ansetzen. Die Zeit läuft.

    Von unserem Reporter Marian Ristow

    Auch im "roten Westen" keine Chance für Nies - Richtet Dickes Bürgersprechstunden ein?Meisenheim: Viele Wähler, schnelle Zählung und doch enttäuschend - SPD-Bastion ging verlorenHinter den Kulissen: Vom Trauma zum Triumph - Bettina Dickes bleibt coolAnalyse: Bettina Dickes mobilisiert ihre Klientel - Häme kein ThemaAlle Ergebnisse in Tabellen und Grafiken: Stichwahl zur Landratswahl in Bad Kreuznachweitere Links
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