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Bad Kreuznach

Immer mehr Schweinereien und Zerstörungen auf dem Kreuznacher Friedhof

Wenn Heidemarie W. das Grab ihrer Angehörigen auf dem Bad Kreuznacher Friedhof besucht, geht sie „schon mit Herzklopfen hierher“. Grund sind die Schweinereien und Zerstörungen, die Unbekannte seit geraumer Zeit ein ums andere Mal dort hinterlassen haben: Mal war der Grabstein mit Margarine beschmiert, mal wurde die Madonna mit Essigresten übergossen, die die Figur angegriffen und beschädigten. Oder jemand hat seine Notdurft verrichtet und das Toilettenpapier liegt noch herum, schildert sie einige der Vorkommnisse.

Hähnchen-Reste und ein beschmierter Grabstein: Diese Fotos dokumentieren die Schweinereien an der Grabstätte.
Hähnchen-Reste und ein beschmierter Grabstein: Diese Fotos dokumentieren die Schweinereien an der Grabstätte.
Foto: Harald Gebhardt

Bad Kreuznach – Wenn Heidemarie W. das Grab ihrer Angehörigen auf dem Bad Kreuznacher Friedhof besucht, geht sie „schon mit Herzklopfen hierher“. Grund sind die Schweinereien und Zerstörungen, die Unbekannte seit geraumer Zeit ein ums andere Mal dort hinterlassen haben: Mal war der Grabstein mit Margarine beschmiert, mal wurde die Madonna mit Essigresten übergossen, die die Figur angegriffen und beschädigten. Oder jemand hat seine Notdurft verrichtet und das Toilettenpapier liegt noch herum, schildert sie einige der Vorkommnisse.


„Ich weiß nie, wie ich das Grab antreffe“. Das macht sie traurig und betroffen. Sie ist schockiert über eine solche Dreistigkeit. „Ich könnte heulen, es kommt aber auch Wut hoch.“ Vor allem fühlt sie sich hilflos. Manchmal sei sie dermaßen am Ende, dass sie die Grabstätte sogar aufgeben würde, wenn sie könnte. Doch sie will nicht resignieren. „Das bin ich meinen Verstorbenen schuldig.“ Seit 1973 ist hier die Grabstätte ihrer Familie. Ihre Eltern sind hier begraben, und ihr Neffe.
„35 Jahre lang war alles kein Problem, jetzt ist es eine Katastrophe“, erzählt sie. Seit zwei Jahren wird der Grabschmuck mutwillig zerstört, werden die Blumen gestohlen – egal ob Schnittblumen oder Bepflanzung. Deshalb ließ sie die Grabstätte mit grober Rinden-Deko auffüllen und abdecken. Doch selbst darunter wurden Hühnerreste, Flaschen, Essensabfälle oder benutze Slipeinlagen entsorgt.
Bei dem Vorfall am Dienstag, 5. Juli, in der Zeit zwischen 14.30 und 16.30 Uhr wurde die Grabstätte aber derart stark beschädigt, dass dies „alles bisherige übertroffen hat“, sagt Heidemarie W. In einem Brief an Ordnungsamt, Friedhofsverwaltung und Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer beschreibt sie dies so: „Auf den Grabsteinen wurde Margarine dick verschmiert, Reste von einem gebratenen Hähnchen entsorgt; auf dem Grab sind große Fußabdrücke deutlich erkennbar, und auf dem Grab vor uns wurde Brot entsorgt.“
Diese Ferkelei wollte und konnte sie nicht mehr einfach so hinnehmen. Sie hat deshalb bei der Polizei Anzeige wegen Störung der Totenruhe erstattet. Wann sich der Vorfall ereignet haben muss, weiß sie deshalb so genau, weil eine Bekannte sich gegen 14.30 Uhr in der Nähe des Grabes aufhielt und zu diesem Zeitpunkt alles in Ordnung war. Sie selbst suchte um 16.30 Uhr nach Dienstschluss die Grabstätte auf und sah die Schmierereien. Sie selbst hat zwar einen Verdacht, wer der Übeltäter sein könnte, doch es fehlen die Beweise. Sicher ist: „Die Handschrift ist die gleiche wie in der Vergangenheit: Die gleichen großen Fußabdrücke, die immer wieder auftauchen.“
Der Fall ist kein Einzelfall, offenbar kommt es auf dem Friedhof immer wieder zu solchen Vorfällen. „Die Situation hat sich in den letzten Wochen zugespitzt und scheint sich auf einige Gräber im Bereich der Ruhestätte St. Marienwörth zu beschränken“, schreibt Heike Kaster-Meurer in einem offenen Brief an die Presse. Gerd Hans von der Friedhofsverwaltung und seine Mitarbeiter seien informiert und kontrollierten nun öfters. Die OB hofft, dass die Vorfälle durch aufmerksame Besucher eingeschränkt werden. Sie findet die Zustände „skandalös und nicht hinnehmbar“.

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