40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » Oeffentlicher Anzeiger
  • » Heilende Kraft des Humors: Rote Nasen vor Sobernheims St. Matthäus
  • Aus unserem Archiv
    Bad Sobernheim

    Heilende Kraft des Humors: Rote Nasen vor Sobernheims St. Matthäus

    „Anders sein – mit Fremden umgehen" - unter diesem Motto stand ein ökumenischer Adventsgottesdienst des Emanuel-Felke-Gymnasiums in der katholischen Pfarrkirche St. Matthäus.

    Mit roten Nasen starteten Schülerinnen und Schüler des Emanuel-Felke-Gymnasiums nach einem Gottesdienst in die Weihnachtsferien. Sie symbolisieren die heilenden Kräfte des Humors.
    Mit roten Nasen starteten Schülerinnen und Schüler des Emanuel-Felke-Gymnasiums nach einem Gottesdienst in die Weihnachtsferien. Sie symbolisieren die heilenden Kräfte des Humors.
    Foto: Marion Unger

    Anders als seine Artgenossen war einer amerikanischen Weihnachtslegende nach auch Rudolf, das kleine Rentier. Er war klein und hatte ein leuchtend rote Nase. Was ihm zuvor den Spott der anderen eingetragen hatte, machte ihn zum Leittier des Rentier-Gespanns, das den mit Geschenken beladenen Schlitten von Santa Claus, unserem Nikolaus, zu den Kindern in aller Welt zieht. Eine Raunen und ein Lachen ging durch die Bankreihen, als Schulpfarrerin Ruth Reusch allen Schülerinnen und Schülern eine rote Nase versprach. Die Nasen hatte der Arzt und Comedian Eckart von Hirschhausen spendiert, dessen Stiftung „Humor hilft heilen" sich dem Einsatz von Clowns in Krankenhäusern verschrieben hat. Nach dem Motto „Lachen ist gesund" unterstützen sie den Heilungsprozess insbesondere von Kindern. Pfarrerin Reusch empfahl den Einsatz der roten Nase als „emotionalen Airbag", wenn es in der Schule einmal Ärger geben sollte.

    Das Thema Konflikte, die sich aus dem Anderssein der Mitmenschen ergeben, bis hin zum Rassismus, zog sich thematisch wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. Auch in einem freiheitlichen Rechtsstaat wie Deutschland gebe es Rassismus, kritisierte Pastor Dieudonne Katunda. Er charakterisierte die Bewertung eines Menschen nach seiner Herkunft oder Hautfarbe als „Herausforderung für Kirche und Gesellschaft". „Jeder Mensch ist ein Gottesgeschenk und hat das Recht auf Würde und ein Leben in Freiheit", betonte Katunda und zog eine Parallele von den Männern und Frauen, die Aufnahme in Deutschland suchen, zur biblischen Erzählung von der Geburt Jesu. Auch er sei als Fremder auf die Welt gekommen und habe sich Außenseitern der damaligen Gesellschaft zugewandt und sich so über geltende Normen hinweggesetzt. „Seine Botschaft ist: das Erbarmen Gottes schließt niemanden aus", schloss der Geistliche.

    Die Erlebnisse eines Mädchens mit deutschen Wurzeln, das sich im Ausland rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sah, war ein weiterer Mosaikstein im Gesamtbild des Gottesdienstes. Er wurde von einem Team aus Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen sieben bis elf des EFG vorbereitet, angeleitet von Pfarrerin Ruth Reusch und ihren Kolleginnen Rebecca Weinmann und Ulrike Kurth. Der Schulchor unter Leitung von Jutta Lissmann und das Orchester unter Leitung von Stefanie Ludes sorgten für die musikalische Begleitung.

    Auf Beschluss der Schülervertretung will sich das EFG im kommenden Jahr um das Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" bewerben. Marion Unger

    Kirn
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional

    Bettina TollkampBettina Tollkamp
    Chefin v. Dienst
    E-Mail

    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis 201

    Die Kandidaten im Wahlkreis 201: Porträts, Interviews und Aktionen

    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Mittwoch

    10°C - 19°C
    Donnerstag

    11°C - 19°C
    Freitag

    11°C - 17°C
    Samstag

    10°C - 17°C
    Nahe am Ball
    Sebo-Startseite-Regiosport-Nahe-am-Ball
    Jahresrückblick 2016