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Bad Kreuznach

Hat er den Schlüssel zum Erfolg? Neuer Rewe-Chef setzt auf Gespür fürs Lokale

Er ist zurück in Bad Kreuznach, der Stadt, in der er vor 45 Jahren das Licht der Welt erblickte: Heiko Onusseit. Der Einzelhandelskaufmann ist neuer Geschäftsführer des vor rund eineinhalb Jahren eröffneten und mit 1900 Quadratmetern Verkaufsfläche und über 50.000 Artikeln großen Rewe-Marktes an der mittleren Mannheimer Straße.

Den symbolischen Schlüssel des Rewe-Marktes übernahm Geschäftsführer Heiko Onusseit am Freitag. Der gebürtige Kreuznacher Einzelhandelskaufmann lernte ab 1988 bei HL in seiner Heimatstadt, war in Winzenheim, Langenlonsheim, Korellengarten und zehn Jahre in Mainz tätig. Sein Assistent: Kevin Cörper aus Oberhausen/Nahe.  Foto: Stefan Munzlinger
Den symbolischen Schlüssel des Rewe-Marktes übernahm Geschäftsführer Heiko Onusseit am Freitag. Der gebürtige Kreuznacher Einzelhandelskaufmann lernte ab 1988 bei HL in seiner Heimatstadt, war in Winzenheim, Langenlonsheim, Korellengarten und zehn Jahre in Mainz tätig. Sein Assistent: Kevin Cörper aus Oberhausen/Nahe.
Foto: Stefan Munzlinger

Er folgt Thomas Dietrich, der als angestellter Marktleiter in den Bretzenheimer Rewe gewechselt ist, und der sich während seiner Zeit durchaus mit einigen Standortproblemen des Marktes beschäftigen musste. Stichworte dazu: Warum wird das Parkhaus in nächster Nähe von den Kunden nicht gut angenommen? Werden potentielle Kunden durch die Baustelle vom Einkauf abgehalten? Wie lässt sich das Toilettenproblem lösen, dass von Nicht-Kunden allzu häufig benutzt und verschmutzt wurde?

Doch zunächst einmal ist für Onusseit, der alle vorherigen 38 Mitarbeiter übernommen hat, das Gebäude mit seiner markanten Fassade „der schönste Rewe-Markt in ganz Deutschland“, für den er auch einiges riskiert.

Gesellschaftsform dieses Marktes ist jetzt nicht mehr eine GmbH, sondern eine OHG; genau genommen ist Heiko Onusseit mit Einlage eines höheren Betrages seit 1. Dezember geschäftsführender Gesellschafter. Keine Frage für den mit seiner Frau Daniela (39), Technische Zeichnerin beim ZDF, und ihren Kindern Tim (7) und Lisa (5) seit 1999 in Volxheim lebenden Geschäftsführer mit unbefristetem Vertrag: „Mit diesem Marktsortiment habe ich in der Bad Kreuznacher Innenstadt eine Monopolstellung.“

Neben dem neuen Markt sitzt Rewe außerdem an der Konrad-Frey- und an der Alzeyer Straße, am Grenzgraben Straße und an der Rüdesheimer Straße, der um 2019 ins ehemalige Aldi-Gebäude stadtauswärts umziehen wird.

Franchise-System bietet Chancen und Risiken

Heiko Onusseit konnte sich den Markt, an dessen Fassade seit Donnerstagmorgen sein Name unter der großen und im gleichen Rot leuchtenden Konzernaufschrift Rewe prangt, nicht etwa aussuchen. Er musste sich bewerben, wurde ausgewählt. Auch im Discounter-Jargon spricht man von „Verpartnerung“, wenn sich Markt und Chef gefunden haben. Nach 30 Jahren in der Branche stand, so Heike Onusseit, „der Schritt an, mich zu verselbstständigen“.

Bei Rewe wird ein auch von anderen Unternehmen bekanntes Franchise-System praktiziert: Das Outfit der Märkte (der Schriftzug, das Innenleben wie Regale und Werbung) und das Grundsortiment gibt der Konzern vor, doch hat der lokale Chef einen erweiterten Spielraum. Beispielsweise, um regionale Produkte, hier von „SooNahe“, anzubieten. Den Sekt des Volxheimer Weinguts Maleton wird Onusseit aufnehmen, schenkte ihn bei der Eröffnung am Freitagmorgen schon mal aus. Weitere Artikel von „SooNahe“-Produzenten will er rasch dazuholen, etwa eines Imkers. Onusseit: „Ich liebe diese Produkte.“

Drei Stichworte des „Oeffentlichen“ an den neuen Geschäftsführer des Rewe-Marktes:

Kundenfrequenz: Dass der Kundenstrom anfangs nur spärlich in den neuen Markt floss, ist für Onusseit kein Rätsel: Solche Märkte bräuchten gut drei Jahre, bis sie im Kundenbewusstsein etabliert sind. Außerdem: Die zur City hin optisch abriegelnde Baustelle an der mittleren Mannheimer Straße halte viele vom Einkauf oberhalb ab.

Parken: Das ist auch für Onusseit ein Rätsel. An der Einfahrt vor der Ochsenbrücke hängt ein großes Schild, das auf die 301 großzügigen und SUV-tauglichen Parkplätze auf drei Ebenen hinweist. Wer für wenigstens 10 Euro einkaufe, parke umsonst. Sei der Sparkassenkomplex nebenan erst fertig, werde auch das Parkhaus, das die Gesellschaft für Beteiligungen und Parken Bad Kreuznach (BGK) betreibt, besser frequentiert sein.

Kundentoilette: Ein bislang heikler Punkt im neuen Markt. Immer wieder fallen horrende Reparaturkosten an, so Heiko Onusseit, weil Passanten (nicht Kunden!) das stille Örtchen im Bereich der Bäckerei Lohner nicht so verlassen, wie sie es vorgefunden haben. 10 Euro Pfand wurden zunächst jedem Nutzer aberlangt. Jetzt denkt der neue Geschäftsführer an ein Schlüssel- oder Münzautomatensystem für Toilettennutzer.

Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

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